Kirche

Bischof Adam Hefter kam am Nikolaustag vor 150 Jahren In Prien zur Welt

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Eine hohe kirchliche Persönlichkeit, der letzte Fürstbischof von Gurk mit Sitz in Klagenfurt Erzbischof  Dr. phil. Dr. theol. h.c. Adam Hefter verstarb vor 51 Jahren in Otterkring, Gemeinde Rimsting. Zur Welt kam Bischof Hefter am 6. Dezember 1871, also vor nunmehr genau 150 Jahren auf dem Martlhof in Stetten (damals Gemeinde Wildenwart, heute Gemeinde Prien) als Sohn von Adam Hefter, der mit Anna Dettl, Müllerstochter von Unterprienmühle in der Gemeinde Frasdorf verheiratet war. Zwischen Geburt und Tod im 99. Lebensjahr waren bewegende Zeiten für einen außergewöhnlichen Geistlichen.

Vater Adam Hefter verkaufte im Jahr 1875 das Gut in Stetten, auf dem der spätere Bischof vier Jahre zuvor zur Welt kam, die Familie zog dann nach Rosenheim. Dort besuchte der junge Adam die Volks- und Lateinschule (Gymnasium) und 1884 kam er in das Knabenkonvikt des Erzstiftes Sankt Peter in Salzburg. Auf diesem Diözesangymnasium bestand er 1890 die Reifeprüfung, er lernt dort den Fürstbischof Dr. Josef Kahn von Gurk kennen, der ihn beim Priesterstudium förderte. Mit erst 22 Jahren am 22. Juli 1894 war bereits Priesterweihe in Klagenfurt, die Primiz war am 6. August in der Loretokapelle in Rosenheim.

Auf dem Sterbefoto heißt es weiters zum Werdegang von Erzbischof DDr. Adam Hefter: „Zuerst Kaplan in St. Leonhard im Lavanttale, dann Pfarrprovisor in Kellerberg, wurde Hefter von Fürstbischof Dr. Kahn auf die Universität Innsbruck zum Studium der klassischen Sprachen entsandt, um so in ihm einen geeigneten Lehrer für die Priesterstudenten der Diözese zu gewinnen. Nach der Erlangung des Doktorgrades in Philosophie unterrichtete Hefter an den Gymnasien in St. Paul im Lavanttale, Ried, Klosterneuburg und Mödling. Von Kaiser Franz Joseph I. am 26. Dezember 1914 zum Fürstbischof on Gurk ernannt und am 7. Februar 1915 im Dom von Salzburg zum Bischof geweiht, trat der neue Oberhirte sein verantwortungsvolles Amt am 15. Februar 1915 an. Tatkräftige karitative Tätigkeit in der Kriegs- und Nachkriegszeit, Organisation des kirchlichen Lebens und des Laienapostolates in zwei Diözesansynoden und der Bau eines neuen Priesterseminars kennzeichneten sein eifriges und umsichtiges bischöfliches Wirken. Durch  zunehmende Kränklichkeit veranlasst, ersuchte der Verstorbene wiederholt den Heiligen Vater um Entlassung von der schweren Bürde des Bischofsamtes, die ihm am 14. Juli 1939 gewährt wurde. Von Papst Pius XII. zum Titularerzbischof ernannt, verbrachte er seine letzten Jahre in seiner Heimat Prien a. Chiemsee, immer noch, soweit es seine Kräfte erlaubten, seelsorglich interessiert und tätig. Liebevoll betreut und wohlvorbereitet entschlief er im Herrn am 9. Jänner 1970. Seine sterblichen Überreste ruhen im Dom von Klagenfurt“.

 Persönliche Erinnerungen an Fürstbischof  Adam Hefter

 Einer, der sich noch gut persönlich an Fürstbischof Hefter erinnern kann ist der Priener Ehrenbürger Michael Anner senior. In den 50er Jahren, die er im Studienseminar in Traunstein verbrachte, bekam er in den Ferien öfters den Auftrag, nach Otterkring zu den dortigen Hauskapellen-Gottesdiensten mit Bischof Hefter und Salesianer-Pater Körner zum Ministrieren zu gehen.  „Für mich war dies immer ein besonderes Erlebnis mit dem positiven Nebeneffekt, dass es ab und zu auch ein kleines Taschengeld gab“ – so Michael Anner. Auch Ruhestandspfarrer Konrad Kronast kann sich noch gut an persönliche Begegnungen mit dem hohen Geistlichen Würdenträger wie folgt erinnern. „Als ich 1968 als Jugendpfarrer des Landkreises Rosenheim in Prutting war, kam es mit Erzbischof Hefter zu einigen Begegnungen, ihm haben wir zu einem hohen Anteil auch das Erzbischof-Hefter-Haus in Rimsting zu verdanken“. Pfarrer Kronast wird am Montag, 6. Dezember ab 19 Uhr in der Rimstinger Pfarrkirche „St. Nikolaus“ den Patroziniums-Gottesdienst feiern und dabei auch auf das Wirken des Erzbischofs eingehen.

Foto/s/Repros: Hötzelsperger – 1. Erzbischof Hefter mit der in Wildenwart gelebten Prinzessin Helmtrud von Bayern (Foto: Berger) 2. Das Geburtshaus, der Martlhof in Prien-Stetten (1963 und etwas später nach einem Umbau).  4. Sterbefoto Erzbischof Hefter mit Bezeichnung Päpstlicher Thronassistent.

 

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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