Kirche

Reit im Winkl: Trauer um Kapellmeister Erich Zwerenz

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Er war ein christlicher Mann und hat viele Jahre als Kapellmeister mit seiner Musikkapelle bei zahlreichen kirchlichen Anlässen einen wertvollen Dienst geleistet.“ Dies sagte Pfarrer Dominik Bartsch in der Pfarrkirche St. Pankratius beim Requiem für den im Alter von 90 Jahren verstorbenen Erich Zwerenz. Eine Abordnung der Musikkapelle Reit im Winkl spielte zu Ehren ihres langjährigen Musikanten und Kapellmeisters in der Kirche und anschließend im Friedhof bei der Urnenbeisetzung.

Pfarrer Bartsch blickte in seiner Predigt auf das bewegte Leben des Verstorbenen zurück. Aufgewachsen auf dem Hof seiner Eltern im Sudetenland in Tschechien, wurde seine Familie 1947 von dort vertrieben und kam nach Reit im Winkl, wo sein Bruder Walter Zwerenz, der das gleiche Schicksal erlitt, schon wohnte. Dieser vermittelte ihm zunächst eine Arbeit als Knecht in der Penzmühle. 1949 trat der Verstorbene seinen Dienst als Zollbeamter im Grenzdienst an und wurde auch aktives Mitglied der Musikkapelle Reit im Winkl. 1955 heiratete Erich Zwerenz die Reit im Winklerin Theresia Mühlberger. Aus der Ehe ging Sohn Peter hervor. 1967 wechselte er zum Zollamt Schleching und wurde später auch dessen Leiter. Weiter spielte er auch noch zusätzlich in der Musikkapelle Schleching.

Am Urnengrab im Friedhof würdigte für die Musikkapelle Reit im Winkl deren Geschäftsführer Michael Neumaier die großen Verdienste von Erich Zwerenz, der auch Ehrenmitglied war. Von 1949 bis 1987 war er für diese aktiv, zunächst als Trompeter und Baritonist und die letzten 13 Jahre als Kapellmeister. Zudem bildete er in seiner Freizeit zahlreiche junge Musikanten aus. Ab deren Gründung war er auch Mitglied der Almtanzmusi. Seine große Leidenschaft habe der böhmischen Blasmusik gegolten getreu seiner ursprünglichen Heimat, berichtete Neumaier. In besonderer Würdigung ihres verstorbenen Kameraden spielten die Musikanten noch seine zwei Lieblingsstücke: „Es war im Böhmerwald“ und „Mia san vom Woid dahoam“.

Dass der Verstorbene auch ein sehr sportlicher Mann war, geht aus einer Anekdote hervor, die sein Sohn Peter in seinen Dankesworten an die Trauergäste erwähnte. Bei einem Langlaufwettbewerb holte sein Vater einen drei Minuten vor ihm gestarteten Läufer ein, und dieser sagte dann zu ihm im Ziel: „Dich können wir bei uns im Zoll sehr gut gebrauchen.“ Eine jahrzehntelange wertvolle Stütze war Erich Zwerenz auch beim Wintersportverein Reit im Winkl. Zum einen im Auswertungsteam bei vielen, unter anderem auch zum Weltcup zählenden Skiveranstaltungen und zum anderen als Sprungrichter beim Skispringen.

Bericht und Foto: Sepp Hauser – Eine Abordnung der Musikkapelle Reit im Winkl erwies ihrem verstorbenen ehemaligen Kapellmeister Erich Zwerenz die letzte Ehre.

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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