Kirche

 Bernau: Am Grab von Alois Lackerschmid

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Mit Alois Max Lackerschmid, der im Alter von 91 Jahren verstarb, hat die Bernauer Musikkapelle ein Gründungsmitglied verloren. Wie Vorstand Georg Bauer in seinem Nachruf erinnerte, war Lackerschmid im Jahr 1952 bei der Gründung mit dabei und er war lange Jahre als Schlagzeuger und Trommler ein leidenschaftliches Mitglied des Bernuer Klangkörpers. Zusätzlich half er bei der Rottauer Blasmusik noch aus, wenn dort Not am Mann war.

Beim Requiem in der Pfarrkirche „St. Laurentius“ in Bernau erinnerte Pfarrer Peter Bergmaier an ein bewegtes Leben, das im September 1928 auf dem Seppenbauernhof in Bernau-Farbing begann. Als zweites von drei Kindern wuchs er mit seinem Bruder Sepp auf, da sein weiterer Bruder Max schon im frühen Kindesalter verstarb. Bereits als Bernauer Schulbub musste er auf dem elterlichen Hof mithelfen. Wie Günter Frey als Vorsitzender des örtlichen Veteranen- und Reservistenvereins in seinem Nachruf sagte, musste Alois Lackerschmid in den Jahren 1944 und 1945 als Soldat bei der Flugabwehr in Stephanskirchen bei Rosenheim einen schweren Dienst tun. Nach dem Krieg machte er eine Lehre als Wagner bei der damals in Bernau ansässigen Firma Grünwald. Nachdem diese Firma aufgelöst wurde, fand er bis zum Rentenalter Arbeit im Gewerkschaftshotel Farbinger Hof als Hausmeister. 1967 konnte er sich in Farbing oberhalb seines elterlichen Hofes ein Eigenheim bauen. Dort lebte er mit seiner Lebensgefährtin Hella, die ihm im Tod bereits vorausgegangen war. Auch nach seiner Pensionierung half Alois Lackerschmid so gut und lange es ging seinem Bruder bei der Bewirtschaftung des Bauernhofes. Wie Andreas Winkler als stellvertretender Vorstand vom Bernauer Trachtenverein „D´Staffestoana“  bei seiner Würdigung sagte, war Alois Lackerschmid ein gerne gesehener und geselliger Vereinskamerad, dessen Hilfsbereitschaft auch dem Trachtenverein zugute kam. Die musikalische Gestaltung der Trauerfeierlichkeiten in der Bernauer Pfarrkirche  übernahmen die Bernauer Musikkapelle mit der Deutschen Messe von Franz Schubert sowie der Bernauer Kirchenchor. Am offenen Grab erklangen weitere Blasmusikweisen für einen allseits geschätzten und guten Kameraden.

Foto:  Alois Lackerschmid aus Bernau – so wie er als Mitglied der Bernauer Musikkapelle in Erinnerung bleibt

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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