Kirche

Am Grab von Josef Bauer aus Frasdorf

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Ein arbeitsreiches und erfülltes Leben ging mit dem Tod von Josef Bauer aus Frasdorf zu Ende. Der Metzgermeister verstarb nach kurzer und schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren. Die Pfarrkirche „St. Margaretha“ von Frasdorf konnte die große Schar der Trauernden kaum fassen, die dem „Zottner Sepp“ die letzte Ehre erweisen wollten.

Beim von der Frasdorfer Singgemeinschaft gestalteten Requiem erinnerten Pfarrer i. R. Josef Winkler und Diakon Johannes Weber an die von Familiensinn, Heimatliebe und christlichem Glauben geprägte Persönlichkeit von Josef Bauer. Seiner Ehefrau Irmengard, seinen sieben Kindern, elf Enkelkindern und einem Urenkel galt seine ganze Fürsorge. Darüber hinaus baute er sich nach dem Erlernen des Metzgerhandwerks eine eigene, inzwischen von seinem Sohn betriebene Metzgerei in Frasdorf auf. Viel getan hat Josef Bauer für seine Heimatgemeinde Frasdorf. Wie Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller, eine Nichte des Verstorbenen, in ihrem Nachruf sagte, waren das Wohl der Bürger und die Liebe zur Heimat besonders starke Charaktermerkmale von Josef Bauer. 18 Jahre war er engagierter und interessierter Kommunalpolitiker, sechs Jahre davon war er Dritter Bürgermeister von Frasdorf. Nach seinem beruflichen Ruhestand stellte er sich noch 15 Jahre als ehrenamtlicher Friedhofs-Pfleger in den Dienst der Gemeinschaft, diese Aufgabe erfüllte er -so die Bürgermeisterin- stets genau und korrekt. Besonders umfassend setzte sich Josef Bauer für den Trachtenverein „Lamstoana“ ein. Dessen Vorstand Sepp Enzinger würdigte den verstorbenen Ehrenvorstand für dessen Leistungen mit folgenden Worten: „Sepp Bauer hat viel bewegt in unserem Verein, er hat an verschiedenen Örtlichkeiten und für mehrere Generationen Plattlerproben abgehalten und er ist 1950 dem Verein beigetreten. Sepp Bauer war von 1956 weg vier Jahre Erster Vorplattler, er gehörte der Delegation an, die sich 1958 um den Beitritt zum Chiemgau-Alpenverband bewarb, er war von 1962 – 1972 sowie von 1977 bis 1982 Erster Vorstand, er war Haupt-Initiator des bis heute bestehenden Sechs-Vereine-Preisplattelns, er war von 1982 bis 1986 Jugendleiter und er wurde 1987 vom Chiemgau-Alpenverband (dessen Standarte der Trauerfeier beiwohnte) mit dem Ehrenzeichen in Gold geehrt“. Wie Sepp Enzinger weiter sagte, waren sein Organisationstalent 30 Jahre lang bei den Preisschafkopfen des Vereins, beim Besetzen des Leutwagens bei den Gautrachtenfesten und als Vorbeter bei der Trachtenwallfahrt nach Raiten hoch geschätzt. „Lieber Sepp, Deine Lebensleistung werden wir nicht vergessen“ – mit diesen Worten dankte Trachtenvorstand Sepp Enzinger dem verstorbenen Ehrenvorstand. Erster Vorstand Peter Voggenauer vom Trachtenverein Wildenwart erinnerte daran, dass Sepp Bauer im Gebietsreform-Jahr 1978 dem Wildenwarter Verein beitrat und dass ihm die Eingliederung des Gemeindeteils Wildenwart stets ein hohes Anliegen war. Auch dem Trachtenverein Niederaschau und dem Krankenunterstützungsverein Frasdorf diente Sepp Bauer als förderndes Mitglied, deren Fahnenabordnungen waren ebenfalls in der Kirche und auf dem Friedhof zugegen. Am offenen Grab sorgten Bläserweisen für die letzten Ehrerbietungen für einen hoch angesehenen Mitbürger.

Sterbefoto: Josef Bauer aus Frasdorf

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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