Kirche

Weitere Chiemgau-Hilfe für Diözese Ternopil

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Arbeit des Helferkreises für die Diözese Ternopil / Ukraine geht trotz aller Corona-Einschränkungen unvermindert weiter. Die Vorsitzende des Vereins Katharina Schmid informierte die Mitglieder über die Entwicklungen des letzten Jahres: der Schwerpunkt waren die Vorbereitungen zum Besuch des Seminaristen-Chores sowie den Planungen für die 20-Jahr-Feier des Vereins. Drei Bischöfe aus der Ukraine sollten in der Greimhartinger Kirche eine Bischofsmesse zelebrieren. Anschließend war eine große Jubiläumsfeier im nahen Gemeindehaus geplant. Corona machte die gesamten Planungen wenige Tage vor der Umsetzung zunichte. „Gerade noch rechtzeitig konnten wir im Einvernehmen mit dem Bischof sowohl den Chorbesuch als auch unsere Feier absagen. Einen Tag später waren die Grenzen dicht! Bischof Vasyl Semenyuk feierte seinen 70. Geburtstag, das vorbereitete Geschenk sollte er bei der 20-Jahr-Feier erhalten. Er wird es bei der nächsten passenden Gelegenheit erhalten“.

Die Termine für die Gottesdienste und Konzerte des Seminaristen-Chores waren bereits mit den Pfarrherren der gesamten Region vereinbart, die Unterkünfte für die Seminaristen organisiert, Verpflegungs- und Freizeitpläne waren erstellt und mit den Mitgliedern und Freunden abgestimmt. Wegen Corona werden auch im nächsten Jahr eine Einladung an den Chor und ein Auftritt nicht möglich sein, da die Termine dafür bereits zum jetzigen Zeitpunkt festgemacht werden müssten.

Doch neben den ausgefallenen Veranstaltungen blieb der Verein im Chiemgau und in der westlichen Ukraine aktiv: Zur Renovierung des Frauenhauses in Lwiw/Lemberg steuerte der Helferkreis eine Spende von 1000 Euro bei, die Frauengemeinschaft von Greimharting beteiligte sich ebenfalls mit einer Spende von 400 Euro.

Zur Sammlung der Milch der Kleinbauern im Raum Ternopil ist inzwischen ein weiterer Milchtank notwendig. Dieser soll in der Ukraine gekauft werden. Die Kosten dafür in Höhe von 2000 Euro übernimmt der Helferkreis. Der neu gebaute Schweinestall der Diözesanökonomie ist noch nicht fertig. Es gibt zwar einige Schweine für den Eigenverbrauch, die geplante Zucht muss jedoch aus finanziellen Gründen noch warten. Durch die Schweinepest mussten im letzten Jahr alle Schweine geschlachtet werden, damit fielen auch alle Zuchtschweine der Seuche zum Opfer. Dazu kommt noch, dass in diesem Jahr die Weizenernte nur mäßig ausgefallen ist, das Getreide als Brotgetreide gebraucht wird und nicht als Futtergetreide zur Verfügung steht.

Die Diözese Ternopil gab Bescheid, dass es in der westlichen Ukraine viele Corona-Fälle gibt, auch einige Priester und ihre Angehörigen sind betroffen. Es wird dort nicht so viel getestet, da die Menschen den Test selbst bezahlen müssen.

Durch ein stark geschrumpftes Spendenaufkommen und den Wegfall der Einnahmen durch Pilger ist die finanzielle Situation in den anderen Diözesen der Westukraine sehr angespannt. Der Rat von Pfarrer Volodymyr Firman, dem Ökonom der Erzeparchie ist bei diesen Diözesen in sehr gefragt, da es diese grundsätzlichen finanziellen Probleme in der Diözese Ternopil nicht gibt und er den Kollegen erklären soll, wie er es in seinem Wirkungsbereich schafft, allen finanziellen Verpflichtungen, Gehaltszahlungen und Gebäudeerhalt nachzukommen. Pfarrer Firman stellt die Finanzen dadurch sicher, dass jeder Priester seine eigene Pfarrei oder eine Kaplanstelle bekommt, die das Grundeinkommen für ihn und seine Familie sichert. Die von den Priestern geleisteten Dienste in der Diözese Ternopil sind zum größten Teil ehrenamtlich, daher entstehen für die Diözesanverwaltung auch keine hohen Kosten. Andere Diözesen stellen für die verschiedenen Tätigkeiten Leute fest an, die sie dann auch bezahlen müssen.

Pfarrer Vasyl Shafran plant ein interessantes Projekt, das er in den kommenden Monaten und Jahren umsetzen möchte. Es handelt sich dabei um die Anpflanzung von schnell wachsenden Bäumen als Energiewald. Er will die Menschen anhalten diese Bäume zu setzen. Sie hätten damit nach kurzer Zeit Brennholz oder Hackschnitzel für entsprechende Heizanlagen zur Verfügung und könnten damit den Verbrauch von Erdgas und Strom deutlich reduzieren. „Dieses Energiewald-Projekt wäre für unseren Verein förderfähig“.

Bericht und Foto: Heinrich Rehberg – Eine Spende des Helferkreises für die Diözese Ternopil / Ukraine im Landkreis Rosenheim für weitere Projekte übergaben die beiden Vorsitzenden des Helferkreises für die Diözese Ternopil – Ukraine im Landkreis Rosenheim Katharina Schmid (rechts) und Fritz Tischner (zweiter von links) an Vasyl Semenjuk, Erzbischof der Erzeparchie Ternopil-Sboriw/Ukraine (Mitte) und die beiden Vertreter des Priesterseminars in der Diözese Ternopil Vasyl Shafran (links) und Volodymyr Firman (zweiter von rechts)

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!