Kirche

Oster-Brief der Chiemgauer Rumänienhilfe

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Liebe Freundinnen und Freunde der Rumänienhilfe Ramsau,

heute kommen wieder neue Informationen von den Projekten, die wir mit Eurer Hilfe unterstützen. Aus den geschilderten Berichten über die verschiedenen Projekte könnt Ihr gut sehen, dass es immer noch überaus notwendig ist, den Armen und Bedürftigen in Rumänien die Hand zu reichen. Nächste Woche schicken wir schon den dritten LKW in diesem Jahr auf den Weg. Es ist mir eine große Freude, dass sich für diese schwere Ladearbeit doch immer so viel Helfer einfinden, dass diese gemeinsame Arbeit Freude macht. Vielleicht finden sich in Euerm Freundes- und Bekanntenkreis noch weitere Leute, die sich für unsere Projekte interessieren. Darum gebt bitte diese Information weiter. Ich freue mich über jeden, der unsere Arbeit für die Hilfe in Rumänien, insbesondere finanziell, mit unterstützt.

Viele Grüße und ein herzliches Dankeschön

Euer Hans Alt

Kontaktinformationen:

Spendeinformationen:

  • Raiffeisenbank Haag – Hilfsfond der Franziskanerinnen
  • Kennwort: Rumänienhilfe
  • BIC: GENODEF1HMA
  • IBAN: DE 74 7016 9388 0000 4271 95

Der Brief zu Ostern zugunsten der Rumänienhilfe:

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Rumänienhilfe,

wenn ich mit diesem Vers aus der Bibel den Osterbrief beginne, dann hat das, wie Ihr Euch denken könnt, seinen bestimmten Grund. Über die Lage in Rumänien hört und liest man zur Zeit so gut wie nichts in den Medien. Unsere Zeit ist so schnelllebig geworden und man kann sagen, dass nahezu jeden Tag eine neue Sensationsmeldung durch die Medien jagt. Dass in Rumänien für den größten Teil der Bevölkerung keine nennenswerte Besserung eintritt, ist bei dieser Hektik völlig aus dem Blickfeld geraten. Über 40% der Bevölkerung lebt immer noch in teilweise bitterster Armut. Besse- rung ist leider keine in Sicht. Unser Bestreben ist es, diesem Personenkreis ein wenig Licht und Hoffnung zu geben.
Mit Eurer Hilfe ist es unseren Partnern und Freunden in Rumänien möglich, den oben stehenden Spruch aus der Bibel in die Tat umzusetzen. Damit das weiterhin gelingt, vertraue ich auch im neuen Jahr auf Eure Hilfe und Unterstützung.

Heute will ich in diesem Infobrief wieder einmal, wie bereits im letzten Sommerbrief, unsere Freunde aus Rumänien zu Wort kommen lassen und so könnt Ihr aus ihren Zeilen lesen, was dort alles für die Bedürftigen Gutes geleistet wird.

Hier nur ein Beispiel von vielen: Familienprojekt der Pfingstgemeinde in Piatra Neamt.

Eine der großen Herausforderungen für uns ist eine Familie mit 8 Kindern, die sich in einer finanziell schwierigen Situation befindet und der dringend geholfen werden muss.

Die Familie besteht aus 10 Personen: der Vater Florin ist 42, die Mutter Gabriela ist 37. Die beiden haben acht Kinder im Alter zwischen 17 und 5 Jahren. Laurentiu, Ema, Ionut, Joseph, Dina, David, Sara und Samuel. Fünf Jungen und drei Mädchen leben mit ihren Eltern gemeinsam unter schrecklichen Bedingungen. Der Ort und die Umstände unter denen sie leben sind menschenunwürdig, weshalb wir es für nötig hielten, für diese Familie ein Haus zu bauen.

Florin der Vater stammt aus einer Familie mit 10 Kindern. Die Bedürfnisse in einer so großen Familie sind sicherlich groß. Die Eltern von Florin starben im Jahr 2009 im Abstand von 3 Wochen. Es leben nur noch sieben von zehn Geschwistern, von denen jedes seinen Weg geht und versucht, sein Leben so gut es geht zu führen.
Gabriela die Mutter stammt aus einer Familie mit drei Kindern. Doch die Familie war arm und hatte sehr große finanzielle Probleme. Gabriela konnte keine 8 Klassen besuchen und musste schon früh als Bedienung arbeiten, um ihre Familie finanziell zu unterstützen

Als beide ihre eigene Familie gründeten, war Gabriela 21 Jahre und Florin 26 Jahre alt. Sie mieteten eine Wohnung in der Stadt Piatra Neamt, wo ihr erstes Kind, Laurentiu, geboren wurde. Florin absolvierte 10 Klassen und besuchte die Kurse einer professionellen Schmiedeschule. Er arbeitete in einer Firma, in der er mehrere Jahre beschäftigt war, bis er gekündigt wurde und ohne Arbeit blieb. Gabriela, die ein kleines Kind hatte, konnte nicht mehr arbeiten. Dann kam das nächste Kind, die Ausgaben stiegen, so dass sie die Miete nicht mehr zahlen konnten.

Die einzige Möglichkeit war, auf das Dorf zu den Eltern von Gabriela, die ihnen ein Zimmer anboten, zu ziehen. Sie lebten hier 12 Jahre bis 2013. Dort bauten sie sich auch ein Badezimmer und ein weiteres Zimmer, denn in der Zwischenzeit kamen noch fünf Kinder dazu, so dass sie insgesamt 7 Kinder hatten.

Als sich das 8. Kind ankündigte, wollten Gabrielas Eltern es nicht akzeptieren, dass das junge Paar das Kind nicht abtreiben wollte. Deshalb verbannten sie die beiden mit ihren Kindern 2013 aus ihrem eigenen Haus und ließen sie obdachlos auf der Straße zurück.

In der Kirchengemeinde haben wir die Leute mobilisiert und um Spenden gebeten. Von Freunden die bereit sind, diese Arbeit zu unterstützen wussten wir, dass wir in der Lage sind, dieser Familie zu einem Dach über dem Kopf zu verhelfen. Wir glauben, dass dies ein Segen für diese Familie sein wird.

Wir beten, dass Gott so viele Herzen wie möglich öffnet, um den vielen bedürftigen Menschen hier im Land eine helfende Hand zu sein.

Projekt Hilfe für arme Familien

Eine Projekt welches wir vor vielen Jahren begonnen hatten und das immer noch läuft ist die Hilfe für arme Familien im gesamten Kreis Neamt.

Gott gab uns die Gnade, dass wir durch die Brüder und Schwestern aus unserer Gemeinde, sowie von Freunden überall auf der Welt die Menschen hier erreichen können welche in Schwierigkeiten sind und Hilfe brauchen.

Wir geben ihnen Lebensmittel und Kleidung sowie materielle Güter, soweit wir dazu in der Lage sind. Auch versuchen wir, Menschen mit Problemen, die wir unterstützen können, ausfindig zu machen damit sie unter besseren Bedingungen leben und die Schwierigkeiten ihres Alltags bewältigen können.

Es gibt immer wieder neue Fälle, in denen Menschen an ihre Grenzen kommen. Verlassene Menschen, die niemanden interessieren, Menschen, die nichts zu essen oder zu leben haben. Wir danken Gott, der uns hilft, sie zu finden und soweit es uns möglich ist, reichen wir ihnen die Hand und helfen. Wir würden die täglichen Herausforderungen in dieser Richtung allein nicht bewältigen können. Darum sind wir dankbar für unsere Geschwister und Freunde überall in der Welt, die uns immer unterstützen und Ihr Herz öffnen, damit wir die Hungrigen speisen, die Nackten bekleiden und für die Bedürftigen und Kranken sorgen können. „Gott segne Euch!“

Das waren jetzt zwei Beispiele von vielen, die nur mit Eurer Mitarbeit und finanziellen Unterstützung möglich sind. Danke!

Ein frohes und gesegnetes Osterfest wünscht euch allen

Hans Alt

Der folgende Brief der Heimelter aus dem Kinderheim „Casa Ray“ in Dobreni erreichte mich, als der Osterbrief bereits fertig geschrieben war. Ich frage jetzt einfach, wer kann und will in dieser Situation helfen?

Lieber Hans,

Wir haben Neuigkeiten über unsere Arbeit beim Kinderheim „Casa Ray“.

Wie Sie wissen, haben wir nach dem Rückzug des Schweizer Vereins „Elim Diakonia“ aus der monatlichen Finanzierung der Unterhaltskosten eine Lücke von 40% in unserem monatlichen Budget. Mit Gottes Hilfe und der Unterstützung von Freunden, die gemeinsam mit Ihnen im „Freundeskreis Rumänienhilfe“ arbeiten, ist es uns bisher jeden Monat gelungen, diese Finanzlücke auszugleichen. Wir beten und wünschen uns, dass dies weiterhin so bleiben kann, denn noch haben wir keinen Sponsor gefunden der dieses Defizit auf Dauer übernimmt. Darum, auf diesem Wege, nochmals vielen Dank für alle Bemühungen für unser Heim.

Doch nun gibt es ein neues Problem welches eine sehr große finanzielle Herausforderung für uns darstellt. Wir wollen jedoch denjenigen, die uns jetzt bereits helfen das Haushaltsdefizit auszugleichen nicht noch mehr zumuten. Darum bitten wir Sie, hören Sie sich unser Problem an ohne dass Sie sich irgendwie zu etwas gezwungen fühlen. Unser großer Wunsch wäre es, dass Sie mit anderen Freunden und auch Geschäftsleuten sprechen und diesen unsere problematische Situation schildern. Vielleicht können Sie somit neue Sponsoren für die Kinder vom „Casa Ray“ gewinnen.

Aktuell gibt es ein neues Gesetz welches ab 2021 gilt. Danach ist es nicht mehr erlaubt Kinderheime mit mehr als 12 Kindern zu betreiben. Für uns bedeutet das, dass wir unser Heim in der jetzigen Form nicht mehr betreiben können, denn wir haben derzeit 22 Kinder jeden Alters bei uns im Haus.

Es gäbe eine Lösung dieses Problems, doch wir können das alleine nicht bewältigen. Lassen Sie mich aber vorher etwas erklären. Seit es dieses Heim „Casa Ray“ gibt, haben wir auch eine eigene kleine Garten- und Landwirtschaft zur Eigenversorgung. Unsere Kinder lernen hier auch den Umgang mit den Tieren. Sie versorgen die Tiere und können zusehen wie sie sich entwickeln. Auch im Garten lernen sie wie man sich damit selber gesund und preiswert versorgen kann. Sehr große Mengen aus dem eigenen Betrieb wie Gemüse, Obst, Säfte, Eier, Milch, Fleisch ect. helfen uns mit den monatlichen Spen- den doch ganz gut zurechtzukommen.

Jetzt bietet sich für uns eine einmalig gute Gelegenheit, wie wir alle Kinder behalten und auch erziehen können. Nur wenige hundert Meter von unserem Haus entfernt gibt es eine Immobilie die verkauft werden soll und mit der wir auch eine gesicherte Zukunft für die Kinder hätten. Es handelt sich um ein landwirtschaftliches Grundstück von gut 3,3 ha. mit Stallungen für unsere Tiere, einem sehr großen Obstgarten, einem Gemüsegarten mit Gewächshaus und vor allem, ein sehr schönes und großes Wohnhaus mit ca. 700qm Wohnfläche. Dieses ist bestens geeignet für ein weiteres Heim mit 12 Kindern. Mit dieser Immobilie könnten wir zwei Probleme mit einem Schlag lösen. Wir hätten die für uns erforderliche Garten- und Landwirtschaft und könnten unsere Kinder behalten.

Nun jedoch zum Kernproblem. Dieses Anwesen kostet 119.000€. Für uns vom „Casa Ray“ eine Summe die wir nicht auf- bringen können. Kommen wir doch derzeit gerade so jeden Monat über die Runden. Von Freunden aus Amerika, die unsere Arbeit ebenfalls unterstützen, sind uns 30.000€ zugesagt. Doch bis zum gesamten Kaufpreis fehlt noch ein gutes Stück und so haben wir uns an Sie, als guten Freund, um Hilfe gewandt.

Wir möchten nochmals erwähnen; Sie und Ihre Freunde tun und haben schon sehr viel für „Casa Ray“ getan. Fühlen Sie sich bitte nicht zu etwas gezwungen oder gedrängt mit unserem Anliegen, die Immobilie mit Haus, Stallungen und Grund zu kaufen. Beten Sie einfach und geben Sie unseren Brief an andere Freunde, vielleicht Geschäftsleute und Firmen weiter.

Legen auch Sie es dann in Gottes Hand. Vielleicht zeigen sich Ihnen oder uns neue Wege, damit wir diese neue Herausfor- derung lösen können.

Mit freundlichen Grüßen vom Team

Mihai, Matei und Madalina.

Anhang: Osterbrief als pdf

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Beiträge und Fotos sind urheberrechtlich geschützt!