Kirche

Ölbergwallfahrt mit Weihbischof aus Salzburg – Bericht und weitere Bilder

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die erst vor wenigen Tagen vom Bayernbund preisgekrönte bayerisch-tirolische Wallfahrt zur Ölbergkapelle in Sachrang hat erneut eine Sonnen- und Sternstunde gehabt. Zum 47. Male trafen sich im 175. Todesjahr des Müllner Peter Gläubige diesseits und jenseits der Landesgrenzen bei schönstem Wetter zum Danken, Beten, Singen und Bitten. Heuriger Hauptzelebrant war der Salzburger Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer. Er bezeichnete die Sachranger Wallfahrt bzw. das Gotteshaus als Klagemauer, Oase und Raststätte.

Traditionell begaben sich die Wallfahrer von österreichischer und bayerischer Seite betend zur Ölbergkapelle, daran beteiligt waren auch Ehrengäste, Ortsvereine sowie Abordnungen der Schützen und Gebirgsschützen. In seinem Willkommensgruß, den Bürgermeister Peter Solnar zum fünften Male in seiner Amtszeit sprach, machte sich dieser Gedanken zur Entwicklung in der Welt und in der Gesellschaft. Mit dem Satz „Ein schlechter Tropfen Milch verdirbt die ganze Kanne“ bat der Bürgermeister auch fortan für menschliche Werte ein- und aufzutreten. In einem weiteren Grußwort dankte Aschaus Pfarrer Paul Janßen dem Weihbischof für sein Kommen und für seine Worte der Orientierung. Als gebürtiger Tiroler freute sich Weihbischof Hofer für die Einladung und er sagte zu Beginn der Eucharistie-Feier: „Alles, was uns bewegt, besonders der Frieden in der Welt und Daheim, das legen wir auf den Tisch des Herrn“. Alsdann bezeichnete er die Ölbergkapelle als Kleinod, das in Ölbergstunden wie Angst, Dunkelheit, Ringen mit Gott, Verlassenheit, Depression, Terror oder Untreue einlädt, um wieder Kraft und Hoffnung zu schöpfen. „Was wäre die schöne Heimat ohne Kreuz, was wären die Häuser, Stuben, Wohnungen, Wege, Kirchtürme, Halsketten oder Berggipfel ohne Kreuz? Das Kreuz gehört zu unserer Heimat, zur Kultur und zu unserem Leben“, so der Geistliche, der weiters sagte: „Ein kreuzloses Leben gibt es ebenso wenig wie ein Leben nur auf der Sonnenseite, unter jedem Dach –wie der Volksmund sagt- gibt es ein Ach, so dass letztlich jeder Lebensweg ein Kreuzweg ist. Das Kreuz gehört zu den großen Fragen und zur Dunkelheit des Lebens, da stellt sich die Frage, wie wir mit dem Kreuz umgehen, damit wir nicht irre werden“, so der Geistliche aus Salzburg, der die Ölbergkapelle mit einer Klagemauer verglich, die beim Ausweinen auch Hoffnung verleiht. Zugleich ist die Kapelle eine Oase, die in vielfältiger Weise eine Zuflucht bietet in einer immer schneller werdenden digitalen Welt. „Dieser Platz ist ein Rückzugsort, an dem wir wieder zu uns selbst kommen können, denn die großen Dinge geschehen nicht im Lärm, sondern in der Stille“. Eine dritte Bezeichnung für die Ölbergkapelle war der Begriff „Raststätte“ und hierzu sagte der Weihbischof: „Einkehren, Innehalten, Beten, Danken und Bitten führen uns zu Trost und Hoffnung und sind somit eine Stärkung für uns“. Der Geistliche beschloss seine Predigt mit den Worten „Gott zur Ehre, uns zum Heile!“.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen das Aschauer Bläserquintett, der Müllner-Peter-Chor vom Freundeskreis unter der Leitung von Kirchenmusikerin Christine Klinger, die Schwarzensteiner Sängerinnen sowie erstmals die Hafenstoaner Alphornbläser aus Bernau. Heurige Ehrenkompanie war die Tiroler Schützenkompanie Niederndorf unter dem Kommando von stellvertretendem Hauptmann Stefan Schwaighofer. Mitzelebranten beim Festgottesdienst waren Pfarrer Paul Janßen aus Aschau, Pfarrer Hermann Overmeyer aus Sachrang, Pfarrer Thomas Schwarzenberger aus der Pfarrei Erl-Niederndorf sowie Diakon Hans Weber aus Aschau. Zum Abschluss der Feier dankte der kommissarische Vorsitzende vom Freundeskreis Müllner-Peter Dietmar Höpfner den vielen Unterstützern und er sagte: „Die 47. Ölbergwallfahrt hat uns wieder ein eindrucksvolles kirchliches Erlebnis beschert. Wir wollen diese Tradition –verstanden als Brücke vom Vergangenen in die Zukunft- als Ehrung Gottes und als lebendiges Zeichen unserer Grundwerte fortführen. Wir sind ganz sicher gegen Niemanden, aber wir möchten nicht gezwungen werden, in einer anderen Werte-Ordnung zu leben, wie wir sie auf der Basis unserer christlichen Werte empfinden und lieben“. Als Ehrengäste der Friedens- und Grenzwallfahrt konnte Dieter Höpfner unter anderem begrüßen Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Christoph Platzgummer aus Kufstein, vom Bayernbund den Ehrenvorsitzenden Adolf Dinglreiter, den Landesvorsitzenden Sebastian Friesinger den Kreisvorsitzenden Christian Glas, den Ehrenvorsitzenden des Müllner-Peter-Vereins Hans Pumpfer sowie viele weitere Mandatsträger aus Tirol und Bayern. Abschließend äußerte Höpfner noch den Wunsch, dass spätestens bis zur 50. Wallfahrt in drei Jahren die Wallfahrt erweitert wird. „Erste Gespräche machen Hoffnung, dass zukünftig Wallfahrergruppen von verschiedenen Orten aus in mehreren Tagen zur Ölbergkapelle pilgern“, so Dieter Höpfner.

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke von der 47. Ölberg-Wallfahrt nach Sachrang

Weitere Informationen: www.aschau.de

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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