Kirche

Neues Wegkreuz für Hintergschwendt

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Aschauer Ortsteil Hintergschwendt hat wieder ein Feldkreuz. Zu verdanken ist dies in erster Linie Sepp Aiblinger, er startete eine Initiative, um das bisherige in die Jahre gekommene Wegkreuz zu erneuern. Stark unterstützt wurde Aiblinger vom Frasdorfer Schreiner Rudolf Keil,  erfertigte das 300 Kilogramm schwere eicherne Kreuz. Keil hat sich ganz nach den alten Vorgaben gerichtet, lediglich der Stamm wurde auf Vorschlag von Sepp Aiblinger verstärkt, damit er den oft starken Winden in Hintergschwendt noch lange standhalten kann.

 Bereits ab 1880 hat es in Hintergschwendt ein großes Feldkreuz gegeben, der damalige und gußeiserne Christus-Körper wurde nunmehr vom Ehrenoberleutnant der Priener Gebirgsschützen Paul Panzer ehrenamtlich restauriert und bemalen. Eine wieder am Kreuz angebrachte Tafel erinnert an die Revolution in Bayern, als im November 1918 drei Töchter von König Ludwig III. von Wildenwart auf der Flucht waren und bei Nacht und Nebel in Hintergschwendt für zehn Tage sicheres Quartier fanden (Die Ankunft in Hintergschwendt war am 8. November um 21 Uhr, der Verbleib bis 19. November, dann ging es wieder zurück zum Schloss Wildenwart, weil dort das Königspaar wieder eingetroffen war). Beim Aufenthalt der Königs-Töchter hatte das Kreuz eine besondere Bedeutung, Prinzessin Wiltrud ließ im Nachgang zu ihrem Aufenthalt, den sie in einem Tagebuch festhielt, eine Tafel mit folgendem Text anbringen: „Siehst Du ein Kreuz, so bleibe stehen, um andachtsvoll hinaufzusehen. Trägst Du ein Kreuz,, so halte still und füge Dich wie Gott es will. Und murre nicht und tu nicht klagen, Dein Heiland selbst wird helfen tragen“.  Nun wurde das Feldkreuz bei schönstem Oktoberwetter im Beisein der Handwerker, der Grundstückbesitzer-Familie Klaus Aiblinger sowie der Nachbarn durch den Aschauer Pfarrer Paul Janßen eingeweiht.

Fotos: Hötzelsperger – am fertig aufgestellten Kreuz von links: Sepp Aiblinger, Klaus Aiblinger, Paul Panzer und Rudolf Keil

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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