Natur & Umwelt

Nationalpark-Wisent für Rumänien

Veröffentlicht von Günther Freund

Im November 2019 im Nationalpark Bayerischer Wald geborene Kuh unterstützt Auswilderungsprojekt

Der Wisent ist das größte Landsäugetier Europas. Anfang des 20. Jahrhunderts war er in freier Wildbahn bereits ausgerottet. Sein Überleben verdankt er einigen wenigen Artgenossen, die damals ins Zoos gehalten wurden. Auf diese Tiere gehen alle heute lebenden Vertreter dieser Rinderart zurück. Um die nur wenige tausend Wisente starke Population zu stärken, siedelt nun eine junge Kuh aus dem Tier-Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald bei Neuschönau in die Karpaten um. In Rumänien wird sie ein von der EU kofinanziertes LIFE-Projekt zur Wiederansiedlung unterstützen.

Die Wisentdame namens Abmiri wurde im November 2019 geboren. Erst im dritten Lebensjahr wird sie paarungsbereit sein, weshalb sie noch nicht trächtig war. Dafür wiegt sie bereits knapp 250 Kilogramm. Vergangenen Freitag wurde das Tier zunächst ins Wisentgehege Springe in der Nähe von Hannover gebracht. Von dort erfolgt in Kürze ein Sammeltransport mehrerer Tiere in den Südwesten Rumäniens, um diese in die Freiheit zu entlassen. Der von den Zuzüglern erhoffte baldige Nachwuchs soll die bereits wiederangesiedelten Herden verstärken.

 

                                          Wisent im Tiergehege im Nationalpark Bayerischer Wald

 „Abmiri ist der fünfte junge Wisent, den wir an ein Wiederansiedlungsprojekt in Rumänien abgeben“, erklärt Nationalpark-Tierärztin Susanne Klett. Schon 2020 siedelten zwei im Nationalpark geborene Kühe in die rumänische Freiheit um, vier Jahre zuvor waren es zwei Bullen. Darüber hinaus wurden in der Vergangenheit bereits Auswilderungskampagnen in der Ukraine und im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen vom Nationalpark mit Wisent-Jungtieren bedacht.

 „Ich freue mich, dass wir ein Auswilderungsprojekt unterstützen können und damit einen Beitrag dazu leisten, eine sich selbst erhaltende Wisent-Population in freier Wildbahn zu etablieren“, ergänzt Klett. „Das zeigt, dass zoologische Einrichtungen mithelfen können, gefährdeten Arten durch Nachzuchten unter die Arme zu greifen.“

 „Das ist nur eines von vielen Beispielen, die zeigen, dass unsere Tier-Freigelände nicht nur beliebte Besucherschwerpunkte sind, sondern auch einen wertvollen Genpool für naturschutzfachlich bedeutende Wiederansiedlungsprogramme darstellen,“ sagt Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Erst jüngst wurden etwa im Tier-Freigelände geborene Habichtskauz-Jungtiere für ein Wiederansiedlungsprojekt in Nordbayern zur Verfügung gestellt.

Pressemeldung Nationalpark Bayerischer Wald

Über den Autor

Günther Freund

1944 in Bad Reichenhall geboren, Abitur in Bad Reichenhall, nach dem Studium der Geodäsie in München 3 Jahre Referendarzeit in der Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung mit Staatsexamen, 12 Jahre Amtsleiterstellverteter am Vermessungsamt Freyung, 3 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Zwiesel und 23 Jahre Amtsleiter am Vermessungsamt Freyung (nach Verwaltungsreform mit Vermessungsamt Zwiesel als Aussenstelle). Seit 2009 im Ruhestand, seitdem in Prien am Chiemsee wohnhaft.

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