Natur & Umwelt

 ALE Oberbayern: „Streuobst für alle!“

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Über 250 teils vergessene oder unbekannte Apfel- und Birnensorten wurden in den vergangenen Jahren in sechs bayerischen Voralpenlandkreisen aufgespürt. Ein Erfolg, der größtenteils dem fünfjährigen Biodiversitätsprojekt „Apfel-Birne-Berge“ zu verdanken ist. Bei einer Fachtagung in Bernried am 20. April 2024 unter dem Motto „Wir feiern Streuobst!“ stellten die Projektverantwortlichen die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Mit dabei war auch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern, das mit seinem Programm „Streuobst für alle!“ einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und der Neuanlage von Streuobstwiesen leistet.

Biesterfelder Renette oder Gute Luise – alte Apfel- und Birnensorten, die längst verschwunden wären, gäbe es nicht Streuobstinitiativen, wie das Biodiversitätsprojekt „Apfel-Birne-Berge“. Um diese alten Sorten nachzuziehen und zu testen,  haben sich die sechs Voralpenlandkreise Traunstein, Rosenheim, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Weilheim-Schongau sowie die Biosphärenregion Berchtesgadener Land e. V. und der Bezirksverband Oberbayern für Gartenkultur und Landespflege e.V. zusammengeschlossen. Im Oktober 2023 wurde mit der Pflanzung der Nachzucht von teilweise sehr alten Bäumen begonnen. Voraussichtlich bis Herbst dieses Jahres werden dort über 1200 junge Bäume herangezogen.

Auf der Fachtagung machte Projektmanagerin Eva Bichler vom Landratsamt Rosenheim deutlich, dass es bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht so einfach gewesen sei, neben bürokratischen Hürden die sechs beteiligten Landkreise unter einen Hut zu bekommen. „Neben diesen ,Stolpersteinen‘ gab es aber auch immer wieder viele Glücksmomente.“ Als besonderen Glückstag nannte sie den 18. Mai 2021, als der Bayerische Streuobstpakt geschlossen wurde. „Das ist ein Meilenstein für die Kulturlandschaft“, so Eva Bichler. Und bedeute auch Rückenwind für das Biodiversitätsprojekt. Am Stand des ALE berieten Dominik Fürmann und Philipp Martin sowie Stefanie Federl von der Regierung von Oberbayern über die verschiedenen Fördermöglichkeiten bei Streuobstbäumen.  Mit weiteren Ständen waren die Landesanstalten für Landwirtschaft (LfL) und Wein- und Gartenbau (LWG), der Landkreis Rosenheim mit einem Angebot zur Baumwartausbildung, die Streuobstpädagogen sowie die Landschaftspflegeverbände von Traunstein und Rosenheim und die Deutsche Genbank Obst vertreten.

Weitere Informationen zum Förderprogramm „Streuobst für alle“ gibt es unter folgendem Link: https://www.ale-oberbayern.bayern.de/313657/index.php

Bericht und Foto:   Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern – Am Stand des ALE und der Regierung von Oberbayern herrschte reges Interesse.

 

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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