Kirche

Mühldorfer Neupriester hielt Primiz auf der Kampenwand – Porträt

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Andreas Kolb  ist seit 20 Jahren der erste Mühldorfer, der sich zum Katholischen Priester weihen ließ. Nach der Priesterweihe durch Kardinal Reinhard Marx zusammen mit dem zweiten heurigen Neupriester Jasper Gülden aus Ulm  konnte aufgrund der Corona-Beschränkungen keine große Primiz feiern. Deshalb entschloss er sich, seine erste Heilige Messe mit der gebotenen Anzahl von 50 Gläubigen auf der Kampenwand zu feiern. Nach dieser eindrucksvollen Primiz hoch über dem Chiemsee tauschten wir uns mit dem Neupriester aus und wollen ihn nunmehr näher vorstellen.

Für den 27jährigen, der in Mühldorf geboren und aufgewachsen ist war der Priesterberuf schon in der Kindheit ein Wunsch, vorstellbar waren auch ein Studium des Maschinenbaus oder der Elektrotechnik. Nach einem Praktikum in seiner Heimatpfarrei St. Nikolaus Mühldorf und in der Stadtkirche Mühldorf trat er ins Priesterseminar St. Johannes der Täufer in München ein. „Die Ausbildung verlief dabei wie folgt: nach dem Vorbereitungsjahr, dem sogenannten Propädeutikum in Passau folgten fünf Jahre des Studiums der Theologie in München und in Freiburg im Breisgau und während dieser Zeit fanden auch studienbegleitende Praktika und Kurse statt. Nach dem Studium kam die zweijährige praktische Ausbildung, bei mir war dies im Pfarrverband Obing eine schöne und lehrreiche Zeit“. Im Vorjahr wurde Andreas Kolb in München zum Diakon geweiht und heuer war dann die Priesterweihe mit Primiz. „Die Primiz am Berg passte zu mir sehr gut, da ich ein großer Freund der Berge bin, Berggehen und Fahrradfahren sind meine sportlichen Hobbies“ – so der junge Priester.

Auf die Frage, was auslösender Anlass für das Studium in Richtung Seelsorger war, antwortet Andreas Kolb: „Schon als Kind war ich fasziniert vom Beruf des Priesters. Ich durfte in meiner Heimat Mühldorf überzeugende Vorbilder erleben. Gott und die Menschen in Verbindung zu bringen löst bei mir eine große Faszination aus. Der Anspruch hierbei ist sehr hoch und geht im Letzten über das hinaus, was ich selbst leisten kann. Aber vielleicht fasziniert mich genau das: Selbst wenn ich mein Bestes gebe (und das werde ich immer versuchen), so gibt es doch noch jemanden, der das seine dazugibt: Gott. In den letzten Jahren durfte ich immer mehr erleben, wie viel Freude es macht, Seelsorger zu sein – für Gott und für die Mitmenschen gleichermaßen da zu sein“.

Primizspruch: „Die Freude am Herrn ist Eure Stärke (Neh 8,10)

Den ausgewählten Primizspruch „Die Freude am Herrn ist Eure Stärke (Neh 8,10) erläutert der Neupriester mit diesen Worten: „Als Primizspruch habe ich gewählt: „Die Freude am Herrn ist Eure Stärke“ (Neh 8,10). Ich möchte Menschen zu einem Leben mit Gott an der Seite motivieren und weitergeben, wieviel Freude die christliche Gemeinschaft machen kann – wieviel Freude die Gemeinschaft mit Gott machen kann. Und ich möchte zeigen, dass aus dieser Gemeinschaft eine innere Stärke wächst, die wir uns nicht selbst antrainieren können. Dazu zählt für mich vor allem die Kraft des Humors, die Kraft der Fröhlichkeit, die Arbeit mit der Jugend und das Vorangehen als freudiger Mensch“.

Unvergesslich und eindrucksvoll war für den Primizianten die Tage im Liebfrauendom und auf der Kampenwand, diese  hält er mit folgenden Worten fest: „Die Priesterweihe stand natürlich unter dem Vorzeichen von Corona – die Liturgie war von Vorsichts- und Schutzmaßnahmen geprägt. Dennoch konnten einige meiner engsten Wegbegleiter dabei sein. Corona lässt sich nicht ausblenden, aber dennoch konnte im Dom zu Unserer Lieben Frau in München ein sehr würdiger Gottesdienst gefeiert werden. Der Gottesdienst wurde im Internet live gestreamt und so konnten viele Personen digital dabei sein. Die Liturgie gab mir sehr viel Kraft und hat mich für meine Aufgaben als Priester bestärkt“.

Der zukünftige Wirkungsort von Pfarrer Andreas Kolb wird ab September im Pfarrverband Partenkirchen-Farchant-Oberau sein.

Fotos: Matthias Firmke  –  Andreas Kolb  auf der Kampenwand bei seiner besonderen Primizfeier

Foto: Ordinariat – Priesterweihe mit Kardinal Reinhard Marx zusammen mit Neupriester Jasper Gülde

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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