Kirche

Bernau: Anna Maria Praßberger verstarb mit 100 Jahren

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Nur wenige Wochen nach ihrem 100. Geburtstag verstarb im gesegneten Alter Anna Maria Praßberger aus Bernau. Gemeindereferent Werner Hofmann erinnerte bei der Trauerfeier im Friedhof der Pfarrgemeinde „St. Laurentius“ an ein langes, erfülltes, von Arbeit und Familien-Sinn geprägtes Leben. „Marille“ – wie sie gerne und liebevoll genannt wurde – war bis zuletzt für ihre und in ihrer Familie da, sie konnte umsorgt von ihren Kindern auch in ihrem gewohnten Zuhause friedlich das Leben abschließen.

Als echtes „Münchner Kindl“ kam Anna Maria Praßberger in München-Au zur Welt, ihre dortigen beruflichen Stationen waren im Service beim Cafe Hofgarten sowie als Straßenbahnschaffnerin. Bei dieser Berufsausübung lernte sie ihren späteren Mann Rudi Bauer kennen. Dieser verstarb 1944 im Krieg, kurze Zeit später kam ihre gemeinsame Tochter Rudine zur Welt. Aus der zweiten Ehe mit dem Bernauer Donat Praßberger gingen nochmals drei Kinder hervor, zuletzt hatte sie ihre ganze Freude mit fünf Enkelkindern und vier Urenkeln. „Als Frau eines Fuhrunternehmers und als Familien-Mittelpunkt war Frau Praßberger arg gefordert, sie war morgens die Erste und abends die Letzte, dennoch hatte sie nie gejammert, ihre Ausgeglichenheit und Kraft holt sich die tiefgläubige Christin mit ihren täglichen Gebeten“ – so Gemeindereferent Hofmann.  Bei der Trauerfeier erklangen Zitherweisen, welche für die Verstorbene immer eine besondere Bedeutung hatten. Wie erst kürzlich berichtet, war Frau Praßberger mit ihrem ersten Mann vor 80 Jahren auf der Kampenwand. Die dabei gemachten Farb-Film-Aufnahmen strahlte das Bayerische Fernsehen vor wenigen Monaten aus. Als ihr Sohn Helmut den Beitrag zufällig sah, erkannte er seine Mutter. Beim wiederholten Anschauen des Filmbeitrages in der BR-Mediathek war es möglich, dass Tochter Rudine erstmals in ihrem Leben ihren Vater, der noch vor ihrer Geburt verstarb, in bewegten Bildern sah. Als die Kinder ihrer schon sehr pflegebedürftigen Mutter den Film in ihrem Zimmer daheim zeigten, reagierte sie mit einem Lächeln als sie ihren ersten Mann erkannte. Nun verstarb sie 80 Jahre später und mit gut 100 Jahren – ein erfülltes Leben wurde damit in besonderer Weise vollendet.

Sterbefoto: Anna Maria „Marille“ Praßberger – verstarb wenige Wochen nach ihrem 100. Geburtstag.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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