Kirche

Am Grab von Mia Paul aus Neubeuern

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Unter großer Antielnahme wurde dieser Tage Frau Mia Paul zu Grabe getragen.Die Verstorbene stand im 87. Lebensjahr und war starker Teil eines großen Familienverbandes. Angehörige aus diesem Kreis geleiteten die Verstorbene zur letzen Ruhestätte. Eine abwechslungsreiche Lebensgeschichte  prägte das Bild der im südlichen Mähren Geborene. Einer unbeschwerten Kinderheit folgten nach Kriegsende Flucht und Vertreibung. Über Umwege fand Sie dann in Altenbeuern eine neue Heimat. Das Anwesen in Oberpößnach war ihr erster Anlaufpunkt.  Mit Sebastian Paul vom Nocklanwesen fand sie Ihren Lebenspartner, sie heirateten 1958. Zusammen mit Ihrem Mann und dessen Bruder Konrad gründete sie den Zimmerei-und Schreinereibetrieb, zuerst an der Färberstraße in einem landwirtschaftlichen Nebengebäude. Säter erwarben die beiden Brüder dann den Auerhof, wo Zimmerei und Schreinerei weiter entwickelt und vergrößert wurden. In diese neue Aufgabe war Mia Paul stark eingebunden zusätzlich zu den Pflichten der größer werdenden Familien mit zwei Töchtern und zwei Söhnen. Der frühe Tod des Ehemanns vor knapp 30 Jahren war eine tiefe Zäsur in ihrem Leben. Der große, starke Familienverband gab Halt  und Stütze. Die ungezählten Familientreffen  mit Schwägerinnen, Cousinen, Kindern, Nichten und Enkel waren ein fester Bestandteil des Familienlebens, auf den die Verstorbene großen Wert legte. Gesang und Musik waren eine weitere starke Leidenschaft von Mia Paul. Sie gehörte  als Gründungsmitglied der Chorgemeinschaft Neubeuern an, war bei den vielen Auftritten eine zuverlässige Partnerin. Das musikalische Geschick wurde auch an die Kinder weitergegeben  als Sängerin oder bei der Musikkapelle.  In späteren Jahren war Mia Paul ein bestimmender Teil der Seniorenarbeit und Betreuung in der Gemeinde. Ihr organisatorisches Handeln  bei geselligen Anläßen, Ausflügen oder neuen Ideen bestimmten diese wichtige Aufgabe. Im fortgesetzten Alter zog sie sich von dieser Arbeit zurück.  Auch der Glaube und die Verbundenheit zu dieser Gemeinschaft bestimmten Ihr Leben. So war sie Mitglied im Kirchenchor und bei den “Klageweibern”,  die seit vielen Jahren  die Beerdigungsfeiern in der Gemeinde mitbestimmen. Diesmal taten  sie es für Ihre Gesangsschwester. Waren auch Alten-und Neubeuern ihre neue Heimat, blieb die Verbindung zu ihrer ursprünglichen Heimat bestehen, welche sie zu Ihrem 80.Geburtstag nochmals besuchte.

Bericht: Thomas Schwitteck   –  Sterbefoto: Mia Paul

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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