Kirche

Wallfahrt in Tuntenhausen: neuer Priester und weniger Pilger

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Tuntenhausen (hö) – Die weitum sichtbare Basilika „Mariä Himmelfahrt“ von Tuntenhausen im Landkreis Rosenheim gehört zusammen mit Altötting und Andechs zu den bekanntesten Wallfahrtsorten in Bayern. Die Kirche von Tuntenhausen zählt gar zu den ältesten Frauenkirchen Altbaierns. Seit 1. September 2020 ist Richard Basta Pfarradministrator. Der vormalige Karmelitenpater von Kloster Reisach hat diesen Dienst an Gott und an den Pfarrverband Tuntenhausen-Schönau in ganz besonders wechselhaften Zeiten übernommen.

Besondere ganz unterschiedliche Zeiten für den neuen Seelsorgeleiter: einmal in Freude, dass er die am 24. November 2019 von Erzbischof Reinhard Kardinal Marx wiedereröffnete Basilika in schönstem Glanz und mit einer neuen Orgel übernommen hatte. Zum anderen aber fällt sein Beginn in die Beschränkungen der Corona-Pandemie hinein, was sich gerade bei großen Wallfahrtsorten ungut bemerkbar macht. In jedem Fall – so Pfarrer Basta bei einem vorösterlichen Gespräch in seinem Pfarrhof – ist er für die ihm in Tuntenhausen und Umgebung übertragende Aufgabe dankbar. Im März 2018 verließ er als Pater das Kloster Reisach und seinen Orden, ab da wirkte er bis August 2020 in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham in einem Pilotprojekt mit und im März 2020 inkardinierte er in der Erzdiözese.  Somit und seitdem gehört er dem Klerus der Erzdiözese an. Seine priesterliche Laufbahn begann im übrigen in seiner polnischen Heimat Wdowiec-Lublin sowie mit Studienzeiten in Krakau, am 6. Mai 2000 war seine Priesterweihe in Wdowiec, der Stadt, der auch Papst Johannes Paul II. entstammte. Gemeinsam mit Diakon Josef Hilger und mit der Pastoralassistentin Marion Höher betreut Pfarrer Basta im Pfarrverband die Pfarreien Schönau (mit angeschlossener Kuratie Hohenthann), Beyharting, Tuntenhausen und Ostermünchen sowie die eigenständige Kuratie Lampferding. „Zu unserer Betreuung und Versorgung gehören sechs Hauptkirchen und elf Nebenkirchen, alle zwei Wochen finden in diesen Kirchen Gottesdienste statt, das gilt es gut zu organisieren“ – so Pfarrer Basta, der es zutiefst bedauert, dass Corona das Wallfahrts- und Kirchenleben arg einschränkt. Natürlich fallen durch die viel weniger gewordenen Pilger auch Einnahmen für die Kirchenstiftung sowie auch für die örtliche Gastronomie und Wirtschaft weg, allein deshalb wäre es gut und wichtig, dass die „Wallfahrt wieder in Schwung kommt“.

Gewöhnlich: Rund 100 Wallfahrten – „Wallfahrt soll wieder in Schwung kommen“

Zum aktuellen Wallfahrts-Geschehen sagt Pfarrer Basta: „70 Plätze können wir zeitgleich in unserer großen Basilika anbeten für Leute, die gerne zu unserer Mutter Gottes beten, das bedeutet, dass große Wallfahrten nicht, aber einzelne Pilger und kleine Gruppen schon kommen können“. In gewöhnlichen Zeiten erfreut sich Tuntenhausen jährlich an rund 100 organisierten Wallfahrten, dazu kommen natürlich noch viele Einzelpilger. Die bekannteste Wallfahrt ist jene vom Katholischen Männerverein Tuntenhausen, die zweimal jährlich stattfindet. Der nächste Termin wäre der Freitag, 30. April 2021, zu diesem Termin wird der Vorsitzende Dr. Marcel Huber nur einen kleinen Kreis von Mitgliedern, Gläubigen und Ehrengästen einladen können. Pfarrer Basta ist kraft seines Priesteramtes der Leiter der Geschäftsstelle des Männervereins mit derzeit gut eintausend registrierten Mitgliedern. „Der Katholische Männerverein ist etwas ganz Wichtiges, denn bei den Zusammenkünften können sich die Männer in Begleitung ihrer Frauen über ihre Rollen als Ehepartner und Christen austauschen. Sowohl für Frauen als auch für Männer ist die Weitergabe des Glaubens in Familie und Beruf ein hohes Anliegen, Dank des Vereins und seiner Aufgaben können sie sich tiefer mit Kirche, Werte und Politik auseinandersetzen“ – mit diesen ersten Erfahrungen freut sich Pfarrer Basta, eine so rührigen kirchennahen Verein vor Ort zu wissen. Dankbar ist er auch über den Dienst von rund 20 Ministrantinnen und Ministranten, die – so deren Begleiter – immens fleißig bei Gottesdiensten und Wallfahrten zugegen sind, aber momentan keine gemeinsamen Gruppenstunden abhalten können.

Hohen Respekt und großen Dank zollt Pfarrer Basta im Gespräch in der frisch renovierten Basilika, wenn er sagt: „Was da Handwerker und Ehrenamtliche über Jahre geleistet haben ist bewundernswert, stellvertretend für alle will ich Kirchenpfleger Gerhard Selig nennen“ (über dessen Aufgaben beim Umbau und in der Zeit danach berichten wir noch gesondert).

Fotos:   Rainer Nitzsche – Pfarrer Basta und Basilika Tuntenhausen

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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