Natur & Umwelt

Eggstätt: Dank für praktizierten Kiebitzschutz

Mit seinem Balzruf kündigt er den Frühling an: der Kiebitz. Doch wie lange wird der Wiesenbrüter noch in unseren Feldern heimisch sein? Immerhin ist sein Bestand deutschlandweit in den letzten 40 Jahren um 93% zurückgegangen. Auf der Roten Liste des Freistaats Bayern ist schöne Vogel aus der Familie der Regenpfeifer in der Kategorie 2 als „stark gefährdet“ eingestuft. Grund genug den Kiebitz besonders zu schützen: Im Gemeindebereich von Eggstätt und Breitbrunn wurden jetzt wieder Landwirte ausgezeichnet, die sich besonders für den Kiebitzschutz einsetzen.

In Rosenheim startete schon 2009 das Projekt „Schutz der Kiebitze im nördlichen Landkreis Rosenheim“ und seit dem Jahr 2019 gibt es in den Landkreisen Altötting, Rosenheim und Traunstein das regionale BayernNetzNatur-Projekt „Netzwerke für den Kiebitz“. Eine wichtige Maßnahme ist der Schutz der Kiebitzgelege auf den landwirtschaftlichen Flächen. In den Gemeinden Breitbrunn und Eggstätt sind gleich zwei Brutgebiete vorhanden, die in sehr guter Zusammenarbeit der Landwirte mit den ehrenamtlichen Kiebitzbetreuerinnen der unteren Naturschutzbehörde geschützt werden. Die Vögel brüten nach ihrer Rückkehr aus den Überwinterungsquartieren in Spanien und Nordafrika auf dunklen, offenen Böden, die sie meistens nur noch in Maisäckern finden. Die Landwirte beachten die von den Kiebitzbetreuerinnen markierten Gelege der Bodenbrüter bei der Bewirtschaftung ihrer Felder, sodass die Küken schlüpfen können. Als Anerkennung für diesen praktizierten Artenschutz erhielten jetzt die Landwirte Josef Osterauer (nicht im Bild), Theresa Plank und Karl Stettner Gutscheine, die je zur Hälfte von den Gemeinden Eggstätt bzw. Breitbrunn und dem Landkreis Rosenheim finanziert wurden.

Eggstätts Bürgermeister Christian Glas bedankte sich zusammen mit seinem Breitbrunner Amtskollegen Anton Baumgartner, Margit Böhm von der unteren Naturschutzbehörde und Kiebitzbetreuerin Katharina Weinberger bei den Landwirtsfamilien für ihre tatkräftige Unterstützung beim Schutz der seltenen Vögel. Gemeinsam betonten sie auch gleichzeitig die Freiwilligkeit des Projektes: „Die Landwirte haben mit der Teilnahme an diesem Projekt keine Einschränkungen zu befürchten. Freiwillig und mit viel Herzblut geht es hier um den gelebten Artenschutz – zum Wohl der Kiebitze.“ Im Bereich Eggstätt/Breitbrunn wurden 2021 insgesamt fünf Gelege gezäunt, davon sind zehn Jungvögel geschlüpft und fünf flügge geworden.

Bei dem Gebiet südlich von Eggstätt handelt es sich um kein per Verordnung ausgewiesenes Bodenbrütergebiet, sondern um einen Bereich, in dem die Kiebitze vor Störungen besonders geschützt werden sollen. Das Areal, in dem die Kiebitze leben, wird deutlich mit Schildern gekennzeichnet. An die Erholungssuchenden wird appelliert auf den befestigten Wegen zu bleiben und die Hunde an der kurzen Leine zu führen, um die Tiere beim Brüten und der Aufzucht ihrer Jungen nicht zu stören und die Naturschutzarbeit zu unterstützen. Margit Böhm machte in ihrer Vorstellung des Kiebitzgebietes zudem auf die zunehmenden Probleme durch die anhaltende Trockenheit auf den Feldern aufmerksam. Gerade der Anlage von Feuchtflächen für die Küken werde deshalb vermehrt unterstützt und gefördert.

Bericht und Bilder: Gemeinde Eggstätt – www.urlaub-eggstaett.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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