Leitartikel

Stellungnahme und Gebet der Bayerischen Gebirgsschützen

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Am Sonntag, den 3. Mai 2020 hätte im Rahmen der Festwoche Königsdorf auch der Patronatstag des Bundes der Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien – von der Gebirgsschützenkompanie Königsdorf ausgerichtet – stattfinden sollen. Der Patronatstag ist der höchste Feiertag der Bayerischen Gebirgsschützen, zu dem sich rund 4.000 Gebirgsschützen zu Ehren der Patrona Bavariae treffen, um mit einem gemeinsamen Festgottesdienst und einem Festzug diesen Ehrentag zu begehen.

Der Patronatstag darf in diesem Jahr aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht als zentrales Treffen der Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien stattfinden und wurde deshalb bereits abgesagt.

Landeshauptmann Martin Haberfellner nimmt dazu wie folgt Stellung:

Das setzt aber nicht das über 400 Jahre alte Patronat der Gottesmutter über Bayern außer Kraft, das wir Gebirgsschützen am Patronatstag begehen. Der Patronatstag ist unser höchster Feiertag im Schützenjahr. Das müssen wir auch in diesem schwierigen Jahr leben, das müssen wir mit den gegebenen Möglichkeiten zeigen

Deshalb regt er in Abstimmung der Landeshauptmannschaft an, dass die Gebirgsschützen aller Kompanien am Sonntag, 03. Mai 2020 um 10.00 Uhr gemeinsam daran denken sollten, dass jetzt der Festgottesdienst beginnen würde, und so sollten die Gebirgsschützen daheim das beigefügte von Herrn Weihbischof Wolfgang Bischof verfasste Gebet sprechen.

Die Kompaniehauptleute wurden gebeten, dieses Gebet an alle Schützen, Spielleute, Musikanten und Markentenderinnen in ihren Kompanien weiterzugeben.

Haberfellner: So können wir im „gemeinsamen“ Gebet unserer Landespatronin danken und um ihren Beistand bitten.

Ferner wurde den Kompanien vorgeschlagen, dass die Kompanien in Absprache mit den örtlichen Pfarrern am 3. Mai als Hinweis auf unseren Patronatstag ihre Kompaniefahne in der Kirche aufstellen, aufhängen oder sonst in geeigneter Weise präsentieren und so die besondere Verbindung zum Patronat der Muttergottes, zu Heimat, Tradition und Brauchtum demonstrieren. .

Auf der nachstehenden Seite finden Sie weitere Informationen zum Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen. Ebenfalls im Internet unter gebirgsschuetzen.org/patronatstag/

 Der Patronatstag

Am ersten Sonntag im Mai treffen sich alle Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien zum Patronatstag, dem Fest der Patrona Bavariae. Der Patronatstag wird jedes Jahr neu an eine Kompanie zur Ausrichtung übergeben. Die Entscheidung trifft die Bundesgeneralversammlung, in der alle Kompanien des Bundes vertreten sind. Es ist für jede Kompanie Ehrensache, in möglichst großer Stärke mit Spielmannszug und Musikkapelle beim Patronatstag dabei zu sein.

Hohe und höchste Vertreter des Öffentlichen Lebens aus Kirche und Staat, ehren die Gebirgsschützen durch ihre Anwesenheit. In der Regel zelebriert ein Bischof die Messe, der Bayerische Ministerpräsident kommt, ein Vertreter des Hauses Wittelsbach ist da und lässt Erinnerungen an vergangene Tage der Monarchie aufkommen. Die in Kameradschaft und in gemeinsamer Tradition mit den Bayern verbundenen Schützenbünde von Nordtirol, Südtirol und Welschtirol schicken Delegationen. Die gastgebende Gemeinde hat sich herausgeputzt. Die Hausbesitzer haben ihre Häuser beflaggt, die Fahnen flattern lustig im Wind, Böllerschüsse hallen von den Bergen wieder, Trommelschlag und Marschmusik klingen durch das festlich gestimmte Dorf.

Und was ist überhaupt der Patronatstag?

Antwort gibt uns der “liturgische Kalender”. Er weist am 1. Mai für die Katholiken das Marienfest “Patrona Bavariae” aus. Wenn wir wissen wollen, wie die Mutter Gottes zu diesem Festtag gekommen ist, so müssen wir schon zurück gehen in das Jahr 1598. Am 4. Februar dieses Jahres wurde Herzog Maximilian zum alleinigen Herrscher in Bayern ernannt. Seine Regierung begann der fromme Fürst mit einer Wallfahrt zur Heiligen Jungfrau nach Altötting. Unter Maximilian wird die Marienverehrung zum Staatskult und das Patronat Mariens über Bayern zum Staatsprogramm. Wichtige Staatsaktionen wurden auf Frauentage gelegt. Die Fahnen von Maximilians Armee hatten als Siegeszeichen das Bildnis der Madonna eingestickt. Sein Heer führte Maximilian 1620 am Weißen Berg mit dem Schlachtruf “ Maria” ins Feld. Die Taler von 1631 bekommen als erste das Marienbild aufgeprägt. Maximilian ernennt seine Maria zur “Patrona Bavariae”, der Schutzfrau Bayerns.

Die Menschen im katholischen Bayern haben die von Herzog Maximilian verordnete Marienverehrung mit offenem Herzen angenommen und intensiv gelebt. Und gerade bei den Gebirgsschützen, die ihre Tradition wesentlich auf das von Herzog Maximilian neu organisierte Landesdefensionswerk zurückführen, wird auch das Patronat der Mutter Gottes über Bayern in besonderer Weise gepflegt.

Brief des WeihbischofsWolfgang Bischof an die Gebirgsschützen

Liebe Gebirgsschützen,  die Umstände zwingen uns in diesem Jahr viele Ereignisse, die uns wichtig sind auf eine völlig neue Weise zu begehen. So war es in den vergangenen Wochen mit dem Osterfest, so wird es auch mit dem geplanten Patronatstag in Königdorf und wahrscheinlich mit zahlreichen anderen Veranstaltungen sein. So bedauerlich es ist, Vertrautes loszulassen, so chancenreich ist es neue Formen der Verbundenheit untereinander zu entdecken und auszuprobieren. Deshalb soll an dieser Stelle kein gewöhnliches Grußwort des Weihbischofs stehen, sondern der Vorschlag und die Bitte das untenstehende Gebet in geeigneter Weise am 3. Mai zwar räumlich getrennt voneinander, aber im Geiste vereint zu sprechen.

Gebet zum Patronatstag der Gebirgsschützen

 Barmherziger Gott! Du hast uns Gebirgsschützen Maria zur Fürsprecherin gegeben.

Wir verehren sie als unsere Patronin und als Schutzfrau unseres Landes Bayern.

Auf ihre Fürsprache bitten wir Dich in diesen Tagen der Corona-Pandemie:

Sei uns nahe in unseren Ängsten und Sorgen. Gib uns Zuversicht, wenn wir uns einsam fühlen. Stehe den Kranken und Sterbenden bei.

Lass uns verbunden bleiben mit unseren Schützenkameraden und Marketenderinnen. Gib uns den Geist der Hoffnung.

Lass uns erkennen, was heute wichtig ist und zählt.

Wir vertrauen auf Deine Treue zu uns Menschen. Schütze uns!

Vater unser

Gegrüßet seist Du Maria

Guter Gott, auf die Fürsprache unserer Patronin, der allerseligsten Jungfrau und Gottes Mutter Maria,

segne unseren Bund der Bayerischen Gebirgsschützen-Kompanien und unsere Gebirgsschützen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

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Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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