Leitartikel

Samer vom Samerberg halten die Geschichte in Erinnerung

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das Jubiläum „400 Jahre Soleleitung und 400 Jahre Salinstadt Traunstein“   war heuriger Höhepunkt für die Samer vom Trachtenverein Hochries-Samerberg. Drei Tage war die Historische Samergruppe unterwegs und erinnerte auf anschauliche Weise an Zeiten, an denen von Bad Reichenhall und später von Traunstein aus mit Rössern das Salz über den Chiemgau weit hinaus transportiert wurde. Die Männer vom Samerberg berichteten nach ihrer Heimkehr zum Samerberg und hielten zugleich auch Ausblick auf zukünftige Aktivitäten der Samer.

Zur Geschichte erklärte Hans Sattlbeger, Ehrenvorsitzender des Trachtenvereins und langjähriger Samer-Beauftragter: „Die Samerberger hatten das Privileg zum Salz-Säumen, das war ein Privileg für den Salz- und Warentransport nur auf dem Pferderücken. Der Name Samer und Samerberg (früher Rossersberg) kommt vom Sam und ein Sam war eine Gewichtseinheit von eineinhalb Zentnern (75 kg). Zwei Sam wurden auf einem Pferderücken transportiert, was somit drei Zentnern entsprach. Um 1762 wurde das Privileg von Kurfürst Maximilian aufgelöst, das war dann das Ende für die Samer und für die Säumerei, was zur Folge hatte, dass sich die Samer verstärkt mit ihren Rössern dem Schiffs-Treideln auf dem Inn und auf der Donau zuwandten“.

Und zum Verlauf des Einsatzes beim Traunsteiner Salz-Jubiläum beschreibt Michael Sattlberger, der beim Grainbacher Trachtenverein Vorsitzender der Samer-Gruppe ist, die erste Tagestour wie folgt: „Mit sieben beladenen Sam-Rössern und 13 Mann machte sich die Historische Samergruppe auf den Weg vom Holzknechtmuseum in Ruhpolding auf Feld- und Kieswegen nach Inzell, von dort über den Salinenweg nach Hammer, wo die Samer nach dem etwas anstrengenden, etwa 20 Kilometer langen Tagesmarsch mit einem Festabend belohnt wurden“. Nach der Übernachtung in Hammer zogen die Samer am zweiten Tag weiter über den Salinenweg nach Siegsdorf, hierzu erklärte Michael Sattlberger: „An jedem Ort waren viele interessierte Zuschauer und die Samer wurden von den Organisatoren, Bürgermeistern und mit Musik und Theaterstückl herzlich empfangen und verköstigt bevor sie auf dem Soleleitungsweg nach Traunstein weiter marschierten. Der Empfang vor der Stadt sowie der Einmarsch mit dem Trommlerzug und den Fanfarenbläsern in die Salinenstadt zum neu errichteten Salinplatz war mehr als beeindruckend. Der Oberbürgermeister bedankte sich bei den Samern und bei den vielen Zuschauern“.  Dem Empfang der Stadt Traunstein folgten eine weitere Übernachtung in Hammer und am Sonntag, dem dritten Tag nach dem Festgottesdienst der Festzug durch die Stadt. Wie die Samer weiter sagten, wurden sie im Aubräu gut gestärkt, so dass sie sich wieder auf den Heimweg machen konnten. „Es waren wirklich drei schöne, interessante und vor allem immer lustig ausklingende Tage“, so Peter Sattlberger von der Samergruppe; er kündigte zugleich als Vorstand des Grainbacher Trachtenvereins folgende zukünftigen Samer-Aktivitäten an. Beim heurigen Trachten- und Schützenzug zum Münchner Oktoberfest am Sonntag, 22. September beteiligt sich der Historische Samerzug mit der Musikkapelle Samerberg, mit dem Trachtenverein Hochries-Samerberg sowie mit einem Treidelzug mit einer von Michael Sattlberger nachgebauten und auch beladenen Inn-Plätte. Für das Jahr 2020 ist eine Postkutschen-Tour über die Alpen von Bozen zum Samerberg in Planung. Die verschiedenen Stationen an ehemaligen Posthalterstellen werden dabei mit immer wechselnden Pferden bewältigt.

Fotos: Josef Reiter – Eindrücke  von der Mitwirkung des Historischen Samerzuges anlässlich 400 Jahre Soleleitung und 400 Jahre Salinenstadt Traunstein.

Nähere Informationen: www.trachtenverein-grainbach.de

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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