Ukraine-Hilfe

Kardinal Marx: „Gerade jetzt Ostern feiern!“

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Erzbischof ruft dazu auf, Zeichen der Hoffnung auf die Überwindung von Tod und Gewalt zu setzen –  Auch wenn es angesichts des Kriegs in der Ukraine schwerfalle, die Osterbotschaft zu verkünden, sei dies „doch nötiger als je zuvor“, sagt Kardinal Reinhard Marx laut Manuskript in seiner Predigt in der Osternacht am Samstagabend, 16. April, im Münchner Liebfrauendom. Als das „Fest der Auferstehung, das Fest des Aufstands Gottes gegen alle Mächte des Todes und der Gewalt, das Fest der Überwindung der Gewalt“ stelle Ostern die „wahre, wirkliche Zeitenwende“ dar, so der Erzbischof von München und Freising.  Auf den ersten Blick könne man sich kaum einen größeren Widerspruch vorstellen als Ostern und Krieg, so Marx: „Auf der einen Seite das Fest des Lebens selbst, die Auferstehung aus dem Tod, das unzerstörbare Leben. Auf der anderen Seite die entfesselte Gewalt, Tod und Verderben, Vergewaltigung und Zerstörung.“ Es drohe ein Rückfall in „alte Feinbilder, in die Vorstellung von Gewalt und Gegengewalt, von Hass und Feindschaft zwischen Kulturen und Nationen“, mahnt Marx und warnt vor einer „Logik des Krieges“, der zufolge „menschliche Herzen, Köpfe und Seelen über Generationen durch Hass vergiftet“ werden würden. Natürlich hätten die Menschen das Recht, ihr eigenes Leben und das ihrer Mitmenschen, der vielen Unschuldigen zu verteidigen und zu schützen. Dennoch stelle sich die Frage, wie das weiter gehe: „Wo sind die Zeichen der Hoffnung? Wo erfahren wir die Zeitenwende, die uns einen Blick öffnet für das Leben, das stärker ist als der Tod?“

Ostern sei diese Zeitenwende: Dahinter verberge sich nicht nur eine Idee, es sei nicht nur ein Wunsch, sondern „in der Auferstehung Jesu Christi, in seiner Auferweckung vom Tod ist der Anfang dieses neuen Lebens wirklich gemacht, er ist geschichtliche Wirklichkeit geworden“, ist Kardinal Marx überzeugt: „Diese neue Welt ist schon da und sie wird sich durchsetzen. Dafür wollen wir Christinnen und Christen Zeuginnen und Zeugen sein.“ Auch in der gegenwärtigen Situation seien „Zeichen des Reiches Gottes“ zu erkennen, gibt Marx zu bedenken: „Wir sehen, wo Menschen zueinander finden, gerade jetzt; wo gegen den Hass eine Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität entsteht; wo Menschen am Osterfest aus allen Nationen und Kulturen zusammen die Eucharistie feiern, das Fest der Auferstehung.“ An Ostern sei eine neue Wirklichkeit entstanden, „die wir in unserer Mitte feiern und die wir den Mächten des Todes entgegenstellen. Diese Hoffnung braucht die Welt an Ostern 2022! Deshalb ist es so wichtig, mit ganzem Herzen, mit vollem Einsatz und großer Zuversicht Ostern zu feiern!“ (ck)

Bericht: Erzbischöfliches Ordinariat

Foto: Rainer Nitzsche

 

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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