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Feierliche Eröffnung des neuen Rosenheimer Tierheims

Im September diesen Jahres wurde das lang herbei gesehnte neue Rosenheimer Tierheim in einem kleinen Teilnehmerkreis feierlich eröffnet. Aufgrund der mehrfach geänderten Corona-Regeln war zunächst nicht sicher, ob und in welchem Rahmen die Eröffnungsveranstaltung stattfinden konnte.

Neben den beteiligten Baufirmen waren auch der Landrat Otto Lederer, der Rosenheimer Oberbürgermeister Andreas März sowie Vertreter einiger Kommunen anwesend, mit denen der Tierschutzverein Rosenheim e.V. eine Fundtiervereinbarung hat. Im Anschluss an die Ansprachen des Oberbürgermeisters, der 1. Vorsitzenden Andrea Thomas und der Präsidentin des Bayerischen Landesverbands des Deutschen Tierschutzbunds segnete Herr Pfarrer Andreas Zach aus Rosenheim die neuen Gebäude feierlich ein.

Schon seit Januar durften die Mitarbeiter des Tierschutzvereins erfahren, wie komfortabel es sich in einem Neubau arbeiten lässt. Das bereits fertig gestellte U-förmige Tiergebäude wurde provisorisch mit allen Tieren bezogen. Die Pensionsabteilung der Hunde wurde vorübergehend als Kleintierstation eingerichtet und die Katzenpension als Katzenquarantäne.

Zu Beginn des Jahres begann dann auch der Innenausbau im Hauptgebäude. Dort befinden sich die Krankenstationen für Hunde, Katzen und Vögel, die Katzen-Quarantäneabteilung, eine Kranken- und Quarantänestation für Reptilien, die komplette Kleintierstation sowie zwei Büros und ein Veranstaltungsraum. Alle Planungen wurden im Vorfeld mit dem zuständigen Veterinäramt abgestimmt und entsprechen den Anforderungen an eine artgerechte Unterbringung der einzelnen Tierarten mit den jeweiligen abgetrennten Quarantäne- und Krankenstationen.

Im März dieses Jahres fand mit dem Abriss des völlig baufälligen Hundehauses ein Grund zum Feiern statt. Alle Betroffenen waren froh, dass dieser Schandfleck endlich vom vereinseigenen Grundstück verschwunden ist. Noch einige Wochen zuvor konnte man vom 1. Stock des neuen Hauptgebäudes auf das Dach des alten Hundehauses schauen, das ständig voller Wasser war und alle hatten gebangt, dass das Gebäude trotz der vielen eingezogenen Stützen doch noch vor dem geordneten Abriss zusammen bricht. Nachdem im Januar bei eisiger Kälte auch noch die Heizung komplett ausgefallen war, war es tatsächlich nicht mehr fünf vor zwölf, sondern das endgültige Aus. Vorstand und Mitarbeiter des Tierschutzvereins waren sehr erleichtert, dass das erste Gebäude bereits fertig war, um die Hunde in Sicherheit zu bringen.

Nach dem Abriss des Hundehauses konnte dann endlich mit den Kanalarbeiten begonnen werden. Außerdem begannen die Garten- und Landschaftsbau-Arbeiten rund um die Gebäude. Ein Hundeteich wurde auf dem großen Platz angelegt, ein Schildkrötenteich im Eingangsbereich und alle Wege rund um das Tierheim wurden gepflastert. Hier stehen noch viele weitere Arbeiten an.

Während der gesamten Neubauaktivitäten war es immer schwierig, die einzelnen Bauschritte aufeinander abzustimmen und zu koordinieren. So musste ja das Katzen- und Kleintierhaus abgerissen werden, um das vorgesehene Baufeld für den Neubau abstecken zu können. Deshalb war die Errichtung des Containerdorfs für die Katzen und Kleintiere unumgänglich. Die größte Herausforderung war die Fortsetzung des Betriebs während der Bautätigkeit ohne das Tierheim schließen zu müssen, denn das hätte bei der Anzahl der aufzunehmenden Tiere nicht funktioniert.

Insgesamt wurde hier eine große Projektleistung vollbracht, die dem Team aus Projektplaner, Architekten und den Fachplanern großen Einsatz abverlangte. Aufgrund der schwierigen Bodenbeschaffenheit im Zusammenhang mit den hohen Anforderungen an die Hygieneeinrichtungen musste hier immer wieder ein Spagat zwischen Anspruch und Realisierbarkeit gemacht werden.

Ende August konnte dann auch das zweite Gebäude bezogen werden. Zum Schluss wurde das Geld sehr knapp und leider konnten einige Innenarbeiten noch nicht ganz fertig gestellt werden. Auch kann erst zu einem späteren Zeitpunkt das Außengehege für die Kleintiere sowie die Vogelvoliere errichtet werden.

Trotzdem kann das Team des Tierschutzvereins Rosenheim e.V. allen Schützlingen schon jetzt ein modernes und artgerechtes Umfeld bieten, wofür alle sehr dankbar sind.

Nun gilt es nur noch, den Betrieb des Tierheims dauerhaft finanzieren zu können – die nächste Herausforderung für die Zukunft, da der Tierschutzverein Rosenheim e.V. nur mit Hilfe von vielen Tierfreunden die öffentlichen und gemeinnützigen Aufgaben stemmen kann.

Der Neubau des Rosenheimer Tierheims war nur durch einen zweckgebundenen Nachlass und eine weitere Erbschaft möglich. Ohne diese finanzielle Zuwendung hätte es keine Zukunft für das Tierheim gegeben. Die Baukosten beliefen sich aufgrund der hohen Anforderungen und des schwierigen Geländes letztendlich auf ca. 5 Mio netto, eine Summe, die der Tierschutzverein Rosenheim niemals mit Hilfe von Spenden hätte aufbringen können.

Nun gilt es nur noch, den Betrieb des Tierheims dauerhaft finanzieren zu können – die nächste Herausforderung für die Zukunft, da der Tierschutzverein Rosenheim e.V. nur mit Hilfe von vielen Tierfreunden die öffentlichen und gemeinnützigen Aufgaben stemmen kann. Bei ca. 600.000 Euro Ausgaben im Jahr werden bisher nämlich nur ca. 15 % durch Fundtierpauschalen der Kommunen gedeckt. Übrigens gibt es noch keinen Namen für das neue Tierheim, da die Gönnerin anonym bleiben wollte. Der Tierschutzverein Rosenheim e.V. würde sich auch sehr über einen Sponsor freuen, der dem neuen Tierheim einen Namen gibt.

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Anhang: Geschichte des Rosenheimer Tierheims

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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