Tourismus

Eröffnung von Römerstation in Breitbrunn

Mit einem feierlichen Festakt und einem bunten Rahmenprogramm sind die Römerstation in Unterkitzung und der Begegnungsplatz am Breitbrunner Sportgelände eingeweiht worden. Bürgermeister Anton Baumgartner konnte dazu eine stattliche Anzahl von Ehrengästen begrüßen.

Fernrohr mit Blick in die römische Vergangenheit Unterkitzings

In Unterkitzing ging Breitbrunns Dorfchronist Franz Burghardt auf die Entstehung der Römerstation ein. So erzählte er, dass der angrenzende Landwirt, Peter Dondl, im Jahr 1962 einen „Haufen Steine“ vorgefunden habe, die er für sein Feld verwendete. Worum es sich dabei handelte, habe damals noch niemand gewusst. Noch 1964 seien bei der Flurbereinigung vorhandene Feldraine und Unebenheiten einplaniert worden, so Burghardt. 1999 habe ein Wünschelruten-Gänger unter anderem einen bronzenen Löwenkopf gefunden. Der Rückschluss auf eine „Wohnstätte höhergestellter Personen“ riefen den ehemaligen Kreisheimatpfleger Ferdinand Steffan und Dr. Martin Pietsch vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege auf den Plan. Untersuchungen ließen Rückschlüsse auf Grundfesten eines Haupt- und eines Nebengebäudes einer „Villa Rustica“ zu. Zwei Kontrollbohrungen bestätigten das Ausmaß und die Bedeutung des Bodenschatzes. Die Gemeinde erwarb seinerzeit alle Römerfunde. Diese können in einer Vitrine im Rathausfoyer besichtigt werden.

„Weil das Areal weit abseits liegt und keinen regulären Zugang hat“, konnte man die Fundstelle nicht dokumentieren, „somit kam der Gemeinde das Leaderprojekt „Römerregion Chiemsee“ wie gerufen“, sagte Dorfarchivar Franz Burghardt bei dem Festakt. Nun können kann man sich an einer Informationstafel über die römische Geschichte Unterkitzings informieren und mit einem Fernrohr, welches genau auf die Fundstelle des historischen Gebäudes gerichtet ist, einen einzigartigen „Blick in die Vergangenheit“ werfen.

Sportgelände wird Begegnungsplatz für alle Generationen

Nach einem kurzen Gebet und dem Segen der Pfarrer Andreas Przybylski und Mirko Hoppe stand die offizielle Übergabe des Begegnungsplatzes und -weges am Breitbrunner Sportgelände auf dem Programm. Bürgermeister Baumgartner ging in knappen Sätzen auf die Entstehung des Sportgeländes ein. So habe der damalige Rathauschef Anton Ganterer Anfang der 1950er Jahre nach beherztem Verhandeln ein Stück landwirtschaftlichen Grundes an der Eggstätter Straße erwerben können. Dieses damals noch einfache Fußballfeld habe anfangs zwar seinen Zweck erfüllt und sei im Laufe der Jahre durch ein weiteres gepachtetes Grundstück zu einem akzeptablen Sportgelände erweitert worden. Jahrzehnte später konnte die in Kooperation mit der Nachbarkommune Gstadt fertiggestellte Chiemseehalle eingeweiht werden.

Nun konnte mit Hilfe der Leader-Förderung der nächste Schritt gemacht und das ganze Gebiet zu einem Begegnungsplatz für alle Generationen gestaltet werden. Dem Rathauschef und dem Gemeinderat, war es dabei wichtig, „dass die Entwicklung aus der Bevölkerung herauskommt“. So sei mit umfassender Bürgerbeteiligung ein Konzept – vorerst ohne finanziellen Rahmen – gestrickt worden. Eine kurzfristige Deckelung des Budgets fiel wieder weg, da es trotz erneuter Überarbeitung „nix zum Wegstreichen gab“, schmunzelte das Gemeindeoberhaupt.

Mit Matschspielplatz, Fitnessgeräten, Outdoorkicker, einem neuen Mehrzweckplatz für die Stockschützen, Spiel- und Kletteranlagen, Balancierbalken über den Bach und vielem Weiteren sind Orte und Treffpunkte für junge und ältere Bürgerinnen und Bürger geschaffen worden. Ein Riesenlob sprach Bürgermeister Baumgartner an die Vereine und ihre Mitglieder aus, die sich mit einer Menge Freizeit ehrenamtlich in die Planung und Umsetzung eingebracht haben.

Bei einem Spaziergang über den Begegnungsplatz nahmen die Gäste die Angebote in Augenschein. Danach ging es auf dem neu angelegten Weg entlang des Moosbachs in Richtung Dorfmitte zur Besichtigung des vom Gartenbauverein initiierten und ebenfalls im Rahmen des Leader-Projekts gebauten Pavillons.

Zurück am Begegnungsplatz wurde die von der Fußballabteilung organisierte Brotzeit genossen und die verschiedenen neuen Angebote zum Verweilen, Sporteln, Spielen, Erholen ausprobiert. (Nach einem Artikel von Tschali Wastl)

Bericht und Bilder: www.chiemgauer-seenplatte.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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