Leitartikel

Chris Wunder mit der Bezirksmedaille geehrt

Als Zeichen seiner Anerkennung verleiht der Bezirk Oberbayern an Menschen, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich um das öffentliche Wohl in Oberbayern verdient gemacht haben, die Bezirksmedaille.  In diesem Jahr zeichnet der Bezirk Oberbayern ungewöhnlich viele Vorbilder aus. Hintergrund ist, dass im vergangenen Jahr der Bezirk Oberbayern wegen der Coronapandemie auf Medaillenverleihungen weitgehend verzichtet hatte. Nun werden in diesem Jahr Personen für die Jahre 2020 und 2021 geehrt.  Zu den Geehrten zählt Chris Wunder aus Bad Endorf.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer sagte in seiner Laudatio:  

Wenn wir uns in Oberbayern umsehen und nach besonders herausragenden sozialen Vorbildern suchen, fällt das „soziale Wunder“ aus Bad Endorf ins Auge.

„Ein soziales Wunder“, so hatte die Lokalzeitung ihren Bericht über die Verleihung des Sozialpreises des Landkreises an das Ehepaar Wunder aus Bad Endorf betitelt. Das Ehepaar ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in der Gemeinde und mit ihrem ehrenamtlichen und sozialen Engagement ein leuchtendes Vorbild.

Will man zu den Anfängen des sozialen Engagements zurückgehen, muss man weit in die Vergangenheit schauen: Vor 55 Jahren war Christoph Wunder im Alter von nur 15 Jahren Gründungsmitglied der Jugendrotkreuzgruppe in Bad Endorf. Kurz danach trat er bereits als aktives Mitglied der Wasserwacht bei. Dem ehrenamtlichen Engagement blieb er in allen Lebenslagen treu. Zehn Jahre später engagierte er sich in der Unterstützung der Obdachlosenhilfe St. Bonifaz in München.

Nach dem beruflichen Wechsel in den medizinischen Bereich unterstützte Christoph Wunder inzwischen zusammen mit seiner Frau zahlreiche weltweit agierende Hilfsorga-nisationen. Beispiele sind im Jahr 2005 die Hilfslieferungen nach der Tsunami-Katastrophe in Sri Lanka, im Jahr 2006 die ARD/WDR-Hilfsaktion Nairobi und 2007 die Unterstützung der Organisation Cap Anamour.

Im Verein „Gomelhilfe” war Christoph Wunder ab 1997 Vorstandsmitglied. Zusammen mit seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern kümmerte er sich um die medizinische Ver-sorgung der Bevölkerung in der weißrussischen Stadt Gomel und im Sperrbezirk rund um das ehemalige ukrainische Kernkraftwerk Tschernobyl. Mit Hilfslieferungen wurden dringend benötigte Medikamente genauso wie Spielsachen nach Weißrussland gebracht. Immer wieder kamen Patientinnen und Patienten für lebenswichtige Operatio-nen und Behandlungen auf Initiative der Gomel-Hilfe auch nach Deutschland.

Doch nicht nur die weltweite Hilfe war und ist dem Ehepaar Wunder wichtig. Es enga-giert sich besonders auch vor Ort in der Marktgemeinde Bad Endorf für sozial schwä-chere Menschen. Margot Wunder trat 1992 dem BRK Sozialdienst bei und leitet diesen seit dem Jahr 2008. Zusammen mit ihrem Mann Christoph übernahm sie 2011 die Lei-tung des BRK-Kleiderladens in Bad Endorf. Ein Kleiderladen, der zugleich auch sozia-les Bindeglied und soziales Zentrum ist. Im Kleiderladen leisteten die Eheleute allein mehr als 15 700 ehrenamtliche Stunden.

Christoph Wunder kümmerte sich seit 2007 als Seniorenbeauftragter der Marktgemeinde um die Belange der älteren Generation.

Ab 2014 holte er auch die Organisation eines europäischen Forschungsprojektes für ein Senioren-Wandernotrufsystem nach Bad Endorf und leitet dies verantwortlich. Ehren-amtliches Engagement zeigt Christoph Wunder nun auch auf kommunalpolitischer Ebene: Seit 2018 ist er Mitglied im Gemeinderat. Das Ehepaar Wunder ist eine feste Größe in Bad Endorf. Die beiden kümmern sich, sie spenden Trost und Hilfe – kurzum: Sie engagieren sich vorbildlich.

Die Biografie von Margot und Christoph Wunder zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll soziales Engagement sein kann. Eine einzigartige und bei weitem nicht selbstverständliche Leistung in einem halben Jahrhundert! Sehr geehrter Herr Wunder, mehr als 50 Jahre ehrenamtliches Engagement im roten Kreuz, beim Sozialdienst, als Seniorenbeauftrag-ter oder auch im medizinischen Auslandshilfsdienst. Mit der Verleihung der Bezirksme-daille wollen wir dieses große ehrenamtliche Engagement würdigen und dabei die Leis-tungen ihrer Frau mit einbeziehen, die Ihnen stets den Rücken freigehalten, damit Ihr Engagement erst ermöglichte und mit der Sie ein ideales Team bilden.

Bericht und Fotos: Bezirk Oberbayern

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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