Leitartikel

Am 20. Mai ist Weltbienentag

„Es gibt nix Schöneres, als am Abend auf der Hausbank zu sitzen und die Tiere zu beobachten“, schwärmt Markus Enzinger über seinen tierischen Neuzugang. Ein paar Ferkel, Hühner und Puten gibt es schon auf dem Hof direkt bei der Kirche in Thundorf im Berchtesgadener Land – alles in kleiner Zahl, alles ausschließlich zur Selbstversorgung. „Viecher sind meine Leidenschaft, ich mag einfach, wenn es ihnen gut geht “, sagt der 31-Jährige. Vor gut einem Monat sind nun ein paar tausend Bienen dazugekommen. Sein erstes Bienenvolk hat der Milchtechnologe direkt aus der Arbeit mitgenommen. Wie die Bienen kam auch die Initialzündung fürs Imkern aus der Molkerei Berchtesgadener Land. Am heutigen Weltbienentag erzählt der frisch gebackene Imker, wie es dazu kam und wie es ihm in den ersten sechs Wochen als Bienenbesitzer ergangen ist.

Fünf Bienenkästen stehen bei der Molkerei Berchtesgadener Land in Piding. Um die Bienen kümmert sich der stellvertretende Produktionsleiter und Imker Paul Althammer zusammen mit den Auszubildenden der Molkerei. Als Markus Enzinger 2005 seine Ausbildung zum Molkereifachmann begonnen hat, gab es das Bienenprojekt für die Azubis bei „Berchtesgadener Land“ noch nicht. Das hat Paul Althammer – nachdem er selbst mit dem Imkern begonnen hatte – 2016 eingeführt. Seine Begeisterung für die Bienen erreicht in der Molkerei aber nicht nur die Auszubildenden. Auch seinen Kollegen Markus Enzinger hat er mit seiner Leidenschaft fürs Imkern angesteckt. „Wir waren zusammen im Auto unterwegs zu einem Termin wegen unserer neuen Flaschenabfüllanlage. Paul und Helmut Strohmaier aus der Werkstatt, der sechs Bienenvölker zuhause hat, haben sich übers Imkern unterhalten und mich hat das total fasziniert“, erinnert sich der Thundorfer, für den seine Tiere am Hof Hobby und Herzensangelegenheit zugleich sind. Das wusste auch Paul Althammer und versprach dem Kollegen eines der Ableger-Völker, sofern die im Sommer 2020 gebildeten jungen Völker gut durch den Winter kommen würden. Tatsächlich durfte sich der stellvertretende Abteilungsleiter Flaschenabfüllung dann ein Volk aussuchen. Er hat sich für die „Berchtesgadener Land Bienen“ entschieden, das ruhigere Völkchen. Natürlich half Althammer beim Umzug der Bienen von der Molkerei in Piding auf den Hof in Thundorf Mitte April. Und auch jetzt steht Paul Althammer dem Jungimker immer mit Rat und Tat als Pate zur Seite. „Er gibt mir Bescheid, wenn er was bei den Bienen macht und dann schau ich mir das bei ihm ab“, sagt Enzinger. Schließlich wohnen die beiden Kollegen nicht weit voneinander entfernt.

Auf kurze Wege dürfen sich auch seine Bienen freuen. Der Elternhof mit großem Obstgarten liegt nur einen Kilometer Luftlinie entfernt. Die Vorstellung, dass seine Bienen seinen Eltern einen Besuch abstatten, dort Nahrung finden und gleichzeitig für mehr Früchte sorgen, gefällt dem heimatverbundenen Molkerei-Mitarbeiter. Die Einheit von Natur, Tier und Mensch zu verstehen und zu pflegen, spiegelt sich in seiner Lebensweise am Hof wider und führte ihn jetzt zu den Bienen: „Ich möchte mir vor allem durchs genaue Beobachten der Tiere mein Wissen aufbauen.“ Spannend und beruhigend zugleich findet es der Jungimker nach Feierabend seinen Bienen zuzusehen. Im Sommer plant Enzinger einen ersten Ableger von seinem eigenen Volk zu bilden und hofft, dass alle seine Bienen dann gut über den nächsten Winter kommen. Und wenn‘s ganz gut läuft, sucht sich der Thundorfer in ein paar Jahren einen Kollegen in der Molkerei, dem er dann sein erstes Bienenvolk bringt.

Bericht und Foto: Milchwerke Berchtesgadener Land

Bildunterschrift: Nicht nur beim Umzug eine große Hilfe: Paul Althammer steht seinem Kollegen Markus Enzinger aus der Molkerei beim Imkern mit Rat und Tat zur Seite.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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