Tourismus

Aktionstag Prientaler Flusslandschaft

„Wenn der Toni mit der Vroni“; 28 Mädchen und Buben der beiden vierte Klassen der Aschauer Preysing Grundschule machten sich gemeinsam mit Wanderführerin Petra Maria Knickenberg auf den Weg entlang der Prien. „Wir Menschen sind ja meistens ziemlich beschäftigt. Da ist so eine Auszeit am Fluss – an unserer schönen Prien – genau das Richtige, um zu entspannen, zu träumen und so manche Überraschung zu entdecken. Auf den Spuren von Vroni und Toni, den beiden Regenbogenforellen begegnen wir so manchen Weggefährten, die auf den ersten Blick nicht gleich sichtbar sind“, versprach die begnadete Erzählerin den Kindern. „Wir müssen mit dem Herzen schauen. Vielleicht entdecken wir irgendwo an der Prien Chessie, den Baumgeist, die Blumenfee Daisy oder sogar eine Elfe oder einen Drachen? Auch im Wasser bei den Glückssteinen wartet so manche Überraschung auf uns …“

Seit mehreren Jahren arbeiten die vier Gemeinden entlang der Prien – Aschau Frasdorf Prien und Rimsting – unter dem Slogan „Prientaler Flusslandschaft – das „blaue Gold“ aus den Chiemgauer Alpen“ ganz eng zusammen. Der Wildbach aus dem Spitzsteingebiet ist mit gut begehbaren Wanderwegen gesäumt und auf seinem gesamten Lauf erwanderbar.

Die vier Bürgermeister Peter Solnar aus Aschau, Jürgen Seifert aus Prien, Josef Mayer aus Rimsting und Peter Freund aus Frasdorf bedankten sich bei Herbert Reiter von der Tourist-Information Aschau und bei Nina Mroczek von der Prien Marketing dafür, dass sie das „Blaue Gold“ wiederentdeckt und aufpoliert haben. Sie wünschten den Buben und Mädchen einen schönen Vormittag entlang der Prien und viele interessante Begegnungen mit den Waldgeistern und Quellnymphen des Prientales.

Vor fünf Jahren wuchsen für das Blaue Gold überall an der Prien hölzerne Stelen an den Ufern empor, gestaltet von den Anliegern, von Vereinen und Institutionen. Auch die Kindergärten bemalten ein paar dieser Stelen und so fanden „die großen Schulkinder von 2019“ bei der Wanderung ihre eigenhändig bemalte alte Holzstele von 2014 wieder, an der der Zahn der Zeit schon bedenklich genagt hat. Die beiden Touristiker von Prien und Aschau versprachen, dass die maroden Holzstelen in den kommenden Wochen Zug um Zug ausgewechselt werden und schon bald wieder in alter Farbigkeit erstrahlen werden.

Und dann zogen die Kinder mit Petra Knickenberg los; schon nach ein paar Metern stockte der Zug wieder bei den großen Buchen im Kurgarten und die Erzählerin machte die Kinder mit dem Wesen der Bäume vertraut, erzählte von den vormaligen Bewohnern des Prientales den Kelten, für die hohe Bäume Heiligtümer und Sitz von Göttern waren. Auch heute noch verströmten große Bäume eine Kraft, die der Mensch empfinden könne. Weiter ging es entlang des Flussbettes auf eine Kiesbank; hier forderte die Führerin alle auf, sich mit einem Steinwurf von den Sorgen zu befreien und den Stein im Wasser zu versenken. Ein paar Zehnjährige versuchten sich lieber im Weitwurf und erprobten, ob sie ihren Stein samt allen Sorgen über den Fluss ans andere Ufer werfen könnten.

Die Feen, Elfen und Baumgeister hatten an diesem Vormittag alle etwas anderes zu tun und ließen sich von den Kindern nicht sehen; anstelle des Drachens war auch nur eine einzige Zauneidechse zu sehen, die es vorzog keine Bekanntschaft mit den Kindern zu machen und sich schnell unter den Steinen des Ufers versteckte.

Vielleicht zeigen sich die Märchenwesen jedoch bei den kommenden nächsten Führungen. Mit dem Thema „Entdecke die sagenhafte Märchenwelt der Priener Flusslandschaften“ und frei nach dem Motto „Runter vom Gas und rein in die Ferien…“ sind in den bevorstehenden Ferien an vier Terminen vor allem die Ferienkinder angesprochen, die sich mit Petra Knickenberg auf den Weg entlang der Prien machen wollen. Die Führungen sind immer dienstags, Start ist am 30. Juli um 16.30 Uhr in Prien, am 6. August um 16.30 Uhr in Aschau, am 27. August um 10 Uhr in Prien und am 3. September um 10 Uhr in Aschau, Treffpunkt ist jeweils bei der Tourist-Information, eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Führung dauert etwa eineinhalb Stunden, an passende Kleidung und Schuhzeug sowie an Sonnen- und Mückenschutz sollte gedacht werden.

Die vier Bürgermeister bedankten sich bei der Vorstellung des Programms, das entschleunigen und inspirieren will, für die ortsübergreifende Zusammenarbeit der Touristiker. Ein weiterer Dank galt Petra Knickenberg, die es unnachahmlich versteht, Kinder und Jugendliche an die Natur, an Geschichte und an heimatliche Geschichten heranzuführen und die Sinne und Phantasie der Buben und Mädchen zu schärfen und anzuregen. „Die Natur hält so viele Überraschungen und Geheimnisse bereit, die wir Schritt für Schritt entdecken können. Dadurch bringen wir frischen Schwung in unser Leben, den wir mitnehmen in unsere Sommerferien und danach in einen bunteren Alltag“, so Petra Knickenberg.

Bericht und Fotos: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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