Leitartikel

25 Jahre FC-Bayern-Fan-Club „13 Höslwanger“ – Interview

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Heuer vor 25 Jahren, genau am 13. Januar 1995 versammelten sich 13 Höslwanger Freunde im dortigen Gasthof „Zur schönen Aussicht“ und hatten die Idee, einen FC-Bayern-Fan-Club zu gründen. Am 1. März war es dann soweit, 82 Mitglieder trugen sich bei der Gründungsversammlung ein, als Erster Vorstand wählte man den Wirt des Vereinslokals Hans Gehrlein. Dieser ist es bis heute geblieben und so trafen wir uns mit ihm zu einem Jubiläums-Interview in Corona-Zeiten.

  1. Wie war das damals, bei der Idee und Vereinsgründung?

Wir waren von Kindheit an schon glühende FC Bayern Fans. Wir verfolgten erst die Spiele am Fernsehen oder im Radio und ab Ende der 80ger Jahren auch live im Olympiastadion. Da war Mitte der 90 Jahre auch zu den Auswärtsspielen mitfahren wollten und wir gerade den Plan hatten zum CL Auswärtsspiel nach Göteborg zu reisen kam uns die überfällige Idee bei einer launigen Weihnachtsfeier einen FCB Fanclub zu gründen. Wir waren voller Begeisterung und total in Aufbruchsstimmung. Eine Wahnsinns-Zeit.

  1. Wie viele Mitglieder hat der Verein heute?

Derzeit haben wir ca. 3.700 Mitglieder aus ganz Deutschland und auch aus dem benachbarten Ausland. Der größte Anteil der Mitglieder kommt aus Höslwang und des gesamten Chiemgaus. Es gibt hier kaum eine Gemeinde wo man keinen „13 Höslwanger“ findet.

  1. Wie kann man Mitglied werden und was bietet das für Vorteile?

Mitglied bei uns kann ein jeder werden, der unsere Werte schätzt und auch lebt. Wir sind ein offener Familien-Fanclub, der sich über jede Mitgliedschaft sehr freut. Egal welchen Alters und welchen Geschlechts. Man kann bei uns im Fanclub aktiv an den Veranstaltungen Teilnehmen oder auch als passives Mitglied einfach ein Teil der 13 Höslwanger Familie sein. Wir Unterstützen mit unseren Beiträgen auch immer wieder wohltätige Zwecke und das gibt uns allen ein gutes Gefühl was nützliches zu tun.

  1. 25 Jahre: was waren da die Höhepunkte des Vereins vor Ort?

Zurückblickend auf die 25 Jahre gab es eine Menge Höhepunkte bei uns in Höslwang. Den meisten von uns ist noch das Traumspiel gegen den FC Bayern am Sonntag, 8. Juli 2007 auf dem Höslwanger Sportplatz in bester Erinnerung. Über 13.000 Zuschauer erlebten einen 13:0 Sieg der Münchner gegen die Höslwanger Fanauswahl. Es war ein unfassbares Spektakel für unseren kleinen Ort. Auch die legendären Weihnachtsfeiern mit prominieten Besuchen aus München sind noch in bester Erinnerung. Wir feierten unter anderem mit Uli Hoeneß, Gerd Müller, Arjen Robben, Franck Ribéry, Sammy Kuffour und Stephan Lehmann.  Es gab auch in den letzten 25 Jahren viele schöne Sommerfeste bei uns in Höslwang.

  1. 25 Jahre: was waren die Höhepunkte für Dich im Münchner Stadion?

Hier gab es viele großartige Spiele und unvergessene Fanclub-Erlebnisse. Die Arena-Eröffnung im Jahr 2005 war der Grundstein vieler Erfolge. Es gab viele unfassbar gute Fußballspiele und Siege in der Arena. Sehr emotional waren das letzte Spiel von Robben und Ribéry, wo beide nach Einwechslung noch mit herrlichen Toren glänzten. Auch das Abschiedsspiel von Bastian Schweinsteiger war großartig. Höhepunkt des Fanclubs war unter anderem, dass wir  als erste Fanvereinigung in die Hall of Fan aufgenommen zu werden. Auch der Halbzeit-Einlage auf dem Rasen, einen Biergarten im Wettkampf aufzubauen war eine Super-Sache. Unvergessen auch unser Support-Aktion im Oberrang gegen Aris Thessaloniki. Und nicht zuletzt die vielen Begegnungen mit Freunden und Mitgliedern rund um den FC Bayern sind unvergessen.

  1. 25 Jahre: war waren Deine Reise-Höhepunkte mit dem FC Bayern?

 Hier gab es ebenfalls viele Höhepunkte. Wahnsinn war die CL Reise 2001 zum Finale nach Mailand gegen FC Valencia. Die Reise dorthin und die Rückreise mit der anschließenden Feier bei uns im Gasthaus waren sensationell.

2006 wurden wir in Moskau am Roten Platz wegen eines Gruppenfotos von der russischen Polizei verhaftet. Gott sei Dank kam zufällig ein FCB- Funktionär mit dem russischen Botschafter vorbei. Der Botschafter machte den Polizisten klar, dass wir nichts Unrechtes im Schilde führen. Wir wurden wieder frei gelassen und gingen mit den Herren dann in das Mannschaftshotel in der Nähe des Roten Platzes. Hier gab es dann viele schöne Gespräche, unter anderem auch mit dem deutschen Rekordtorschützen Gerd Müller.

Unglaublich schön, war auch das CL Halbfinale 2012 gegen Real Madrid. Beim Spiel in Madrid gewannen wir nach Elfmeterschießen und erreichten damit das Endspiel „dahaom“ in München. Die anschließende Feier im Mannschaftshotel in Madrid wird so schnell nicht vergessen.

  1. Welche persönlichen Kontakte und Erlebnisse hattest Du mit Spielerstars, Funktionären?

 Bei den Reisen mit der Mannschaft und mit den Funktonären gab es immer wieder nette Begegnungen und Gespräche. Mit Bastian Schweinsteiger habe ich mich sehr gut verstanden oder mit dem ehemaligen Präsident Karl Hopfner. Da hatten wir einige schöne Diskussionen.

  1. Heuer kam als junger Trainer Hansi Flick gleich zum Triple-Gewinn – wie würdest Du ihn in der Trainer-Galerie einordnen?

Der Trainer Hanis Flick ist ein Phänomen. Was er aus den Jungs rausgeholt hat ist schon sensationell. Er hat es mit seiner Art geschafft die jungen und die gestanden Spieler zu einer Einheit zu formen. Was die in den letzten Monaten alles gewonnen haben ist schon alle Ehren wert.

  1. Welche Pläne hat der Verein und welche der Vorstand?

 Die Verantwortlichen des FCB stehen vor einer ganzen schweren Aufgabe. Man möchte weiterhin die Nummer1 in Deutschland sein und auch auf der Europäischen Bühne ein Wörtchen mitreden. Die Corona Pandemie hat jetzt alles ein bisschen verändert und man muss sehen wie alle damit zurechtkommen. Man sieht schon bei den Vertragsverhandlungen mit David Alaba, dass auch die Spieler und Berater in Zukunft ein bisschen umdenken müssen. Man wird hier die Schrauben ein bisschen zurückdrehen und sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen. Ich denke aber, man muss sich um den FCB keine Sorgen machen. Die Verantwortlichen machen einen sagenhaften Job und sie werden den Verein auch in unruhigen Gewässern in einen sicheren Hafen fahren.

  1. Welche Wünsche hast Du gerade in den Corona-Zeiten mit leeren Stadien?

 Was das Sportliche betrifft, kann man sich nicht mehr wünschen. Die Mannschaft macht das sehr gut. Es macht einfach Spaß, die Bayern anzuschauen.  Für nächstes Jahr wünsche ich mir, dass wir bald wieder unser Team Live in der Arena Unterstützen dürfen. Die Fans brauchen den Fußball aber auch der Fußball braucht die Fans. Hoffen wir mal, dass alles gut wird und wir bald wieder dabei sein dürfen.

  1. Was macht den Rekordmeister und Rekordpokalsieger auf Dauer aus?

Der FC Bayern ist ein Konstrukt von harter und mühevoller Arbeit über viele Jahre. Ob Verantwortliche, Mannschaft oder auch Fans. Jeder einzelne trägt seinen Teil dazu bei. Das macht den Verein FC Bayern so unwiderstehlich.  Man hat in den letzten Jahren auch die Weichen für die Zukunft gestellt. Wenn alle an einen Strang ziehen, dann werden wir auch weiterhin viel Freude mit unseren „Rot Hosen“ haben. Mia san Mia!!

Danke, Hans und weiter Dir, den „13 Höslwangern“ und dem FC Bayern alles Gute.

Das Interview führte: Anton Hötzelsperger – www.samerbergernachrichten.de

Foto/s: Hötzelsperger – Eindrücke vom Gastspiel des FC Bayern in Höslwang im Jahr 2007 (unter anderem mit den Atzinger Goaßlschnalzern) mit dem Ergebnis 13:0 für die Bayern – Repros: Bildereindrücke und Erinnerungen von Hans Gehrlein in Verbindung mit dem FC Bayern München.

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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