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160 Jahre Krieger- und Reservistenverein Frasdorf-Umrathshausen

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der Krieger- und Reservistenverein Frasdorf-Umrathshausen feiert am Sonntag, 28. Mai sein 160-jähriges Bestehen. Zusammen mit den Frasdorfer Ortsvereinen und den Veteranenvereinen aus der Nachbarschaft begeht der älteste Frasdorfer Verein sein stolzes Jubiläum. 151 Mitglieder gehören dem Verein derzeit an, davon sind noch vier Teilnehmer des Zweiten Weltkriegs, ein Mitglied wurde für seine Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. „Über die Gründerzeit des Vereins im 19.Jahrhundert wissen wir recht wenig“, so Vorstand Hans Winkler, „schon neun Jahre nach der Gründung mussten im Jahr 1866 32 junge Frasdorfer in den Krieg gegen Preußen ziehen“. Und weiter erzählt er: Alle kamen wieder in ihre Heimat zurück. Im Krieg von 1870/71 dagegen fielen von den 48 Kriegsteilnehmern sieben Männer aus der Pfarrei Frasdorf im fernen Frankreich. Noch heute erinnert eine Gedenktafel an der Friedhofskapelle an ihre Namen und ihr Schicksal.
1872 erhielt der Verein seine erste Fahne, im Jahr 1900 seine zweite. 1907 feierten die Frasdorfer Veteranen bereits ihr 50-jähriges Jubiläum, im benachbarten Wildenwart fanden sich im selben Jahr die dortigen Veteranen zur Gründung ihres Vereins zusammen. Abrupt endete die „schöne Zeit vor Anno 14“, es begann der Erste Weltkrieg. Die Bücher der Frasdorfer Pfarrei berichten, dass 209 Frasdorfer im Lauf des Krieges einrücken mussten, 46 kehrten nicht mehr heim. „Die Soldaten- und Kriegervereine sind die großen Bewahrer des Friedens“, sagt Hans Winkler, „aus eigenem Erleben wissen sie, was ein Krieg bedeutet und wollen ihn für sich und ihre Nachkommen ein weiteres Mal verhindern“.
Nach dem Fronterleben des Weltkrieges erhielt der Frasdorfer Veteranenverein einen großen Zulauf; Vorstand wurde 1919 Benno Stettner aus Walkerting. Er führte den Verein 33 Jahre lang. Trotz seiner langen Amtszeit ist kaum etwas Schriftliches über das Vereinsleben aus der Zeit zwischen den beiden großen Kriegen des 20.Jahrhunderts überliefert.
Der Zweite Weltkrieg traf die Gemeinden hart: 108 Frasdorfer und 37 Umrathshauser verloren ihr Leben, die beiden Kriegerdenkmäler mussten erweitert werden, um die vielen Namen aufnehmen zu können.
1957 feierte der Veteranen- und Kriegerverein Frasdorf sein 100-jähriges Bestehen und die Weihe der dritten Fahne. 24 Vereine aus dem Rosenheimer Bezirk und Tirol folgten der Einladung und nahmen am Gründungsfest und den Feiern teil. Da die Krieger und Veteranen im Verein immer weniger wurden und die Reservisten der Bundeswehr zahlenmäßig einen immer größeren Anteil erhielten, beschloss der Verein 1974 sich in Krieger- und Reservistenverein Frasdorf umzubenennen. Die Aufgabe des Vereines, das ehrende Andenken an die gefallenen und vermissten Kameraden wach zu halten, sich um den Erhalt der Kriegerdenkmäler zu kümmern und die Kameradschaft zu pflegen, änderte sich dadurch nicht. 1979 und 2010 richtete die Gemeinde Frasdorf – und mit ihr der Krieger- und Reservistenverein Frasdorf-Umrathshausen – den Gedenkgottesdienst für die Gefallenen des Chiemgaus auf der Kampenwand aus. 1982 feierte der Verein das 125-jährige Bestehen in einem Festzelt gemeinsam mit dem Trachtenverein. 57 Krieger-, Reservisten und Veteranenvereine waren beim Fest mit dabei.

Der Krieger- und Reservistenverein Frasdorf-Umrathshausen sieht seine Hauptaufgabe darin, das ehrende Andenken an die gefallenen und vermissten Kameraden wach zu halten, sich um den Erhalt der Kriegerdenkmäler zu kümmern und die Kameradschaft zu pflegen. „Das 160-jährige Gründungsfest will der Krieger- und Reservistenverein Frasdorf-Umrathshausen zum Anlass nehmen, die Verbundenheit der heutigen Generation mit den vermissten und gefallenen Gemeindebürgern über alle Generationen hinweg zum Ausdruck zu bringen“, erklärt Hans Winkler. „Der besondere Dank soll den Angehörigen der Bundeswehr und den Reservisten gelten, die durch ihren Dienst aktiv zum Erhalt des Friedens in unserer Zeit beitragen“.
Am Festsonntag, 28. Mai stellen sich die Fahnenabordnungen der Ortsvereine und der Nachbarsvereine um 9.45 Uhr zum gemeinsamen Einzug in das Gotteshaus bereit. Der Festgottesdienst in der Pfarrkirche Sankt Margaretha beginnt um 10 Uhr, anschließend folgt ein Libera in der Pfarrkirche. Der Festzug mit der Musikkapelle Wildenwart führt von der Schulstraße über die Westerndorfer Straße und die Hauptstraße zur Lamstoahalle. Der Festverein trifft sich danach mit seinen Gastvereinen zum gemütlichen Beisammensein in der Festhalle.

Bericht und Foto: Heinrich Rehberg – Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist für den Krieger- und Reservistenverein Frasdorf-Umrathshausen der Erhalt der Denkmäler für die Gefallenen und Vermissten in allen Ortsteilen. So renovierte der Verein in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Frasdorf die Gedenktafel für die Soldaten, die kurz vor Kriegsende am 3. Mai 1945 am Ortseingang von Frasdorf ihr Leben verloren. Vorstand Hans Winkler und Fähnrich Peter Mayr präsentierten den Vereinsmitgliedern beim Jahrtag die frisch renovierte Marmorplatte. Als Vorbereitung auf das Gründungsfest kümmerten sich die Veteranen in diesem Jahr zusammen mit der Kirchenverwaltung um das Frasdorfer Kriegerdenkmal.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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