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Wolfgang Hopfgartner mit Bezirksmedaille geehrt

Als Zeichen seiner Anerkennung verleiht der Bezirk Oberbayern an Menschen, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich um das öffentliche Wohl in Oberbayern verdient gemacht haben, die Bezirksmedaille.  In diesem Jahr zeichnet der Bezirk Oberbayern ungewöhnlich viele Vorbilder aus. Hintergrund ist, dass im vergangenen Jahr der Bezirk Oberbayern wegen der Coronapandemie auf Medaillenverleihungen weitgehend verzichtet hatte. Nun werden in diesem Jahr Personen für die Jahre 2020 und 2021 geehrt. Zu den Geehrten zählt Wolfgang Hopfgartner aus Burghausen.

Bezirkstagspräsident Josef Mederer sagte in seiner Laudatio:  

Unser nächstes Vorbild hat ein ehrenamtliches Engagement, das sich in seinen Spitz-namen niederschlägt: Wenn jemand in seiner Gemeinde vom „Klostermaulwurf“ berichtet oder ehrfurchtsvoll vom „Gedächtnis von Raitenhaslach“ spricht, ist Wolfgang Hopfgartner gemeint. Heimatpfleger ist für ihn nicht nur Ehrenamt, sondern eine Berufung, die er mit Leidenschaft lebt.

Vor gut vier Jahrzehnten begann er als Assistent des Stadtheimatpflegers Dr. Balthasar zu arbeiten. Nach dessen Rücktritt wurde er Heimatpfleger für den Ortsteil Raitenhaslach und dem Stadtheimatpfleger gleichgestellt. Der enorme ehrenamtliche Einsatz von Wolfgang Hopfgartner für die Erforschung des ehemaligen Zisterzienserklosters Raitenhaslach ist Grund für seinen Spitznamen „Klostermaulwurf“, denn er grub sich tatsächlich in die Geschichte des Klosters vor: Im Rahmen seiner baugeschichtlich-archäologischen Untersuchungen wurde das romanische Portal freigelegt sowie ein Teil des mittelalterlichen Kreuzgangs und schließlich ein historischer Kalkofen.

In vielen Ausstellungen teilte er sein Wissen mit der Öffentlichkeit, so bei der großen Jubiläums-Ausstellung „1200 Jahre Kloster Raitenhaslach” anno 1987 und der Schau anlässlich der 850. Wiederkehr der Besiedelung des ehemaligen Zisterzienserklosters Raitenhaslach im Jahr 1996. Seine Expertise war für die mehrjährige Sanierung des Klosters als TUM Akademiezentrum unentbehrlich.

Die Technische Universität München ehrte Hopfgartner dafür mit der „Karl Max von Bauernfeind-Medaille der TU München“. Mit dieser werden seit 1997 nur Menschen ausgezeichnet, die besonderes Engagement, innovative Ideen und wertvolle Anregungen erbringen. Wolfgang Hopfgartner ist der erste Ortsheimatpfleger, der die Bauernfeind-Medaille erhalten hat.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner ehrenamtlichen Tätigkeit ist die Erforschung der Stromgeschichte Burghausens und Raitenhaslachs. Hopfgartner erkannte als erster die Bedeutung des Kraftwerks Marienberg als hochrangiges Industriedenkmal. Er setzte sich mit großer finanzieller Unterstützung der Stadt Burghausen und viel Eigenleistung für den Speicherausbau des Gebäudes ein und konnte im Jahr 2004 das „Elektromuseum Marienberg“ eröffnen. Dieses ist hervorgegangen aus seiner mehr als 20-jährigen Sammeltätigkeit strombetriebener Geräte. Seitdem hat er ungezählte Führungen in die-sem von ihm geleiteten und betreuten, von wissenschaftlicher Seite sehr geschätzten Elektromuseum Marienberg geleistet.

Sein ehrenamtliches Engagement geht jedoch weit darüber hinaus. Als Beispiele möch-te ich den Erhalt und die Restaurierung von Kapellen und Grabsteinen in Raitenhaslach, Marienberg und Burghausen nennen, die Neuaufstellung von Bildstöcken, die Restaurierung von Dachglocken, die Restaurierung der Barockkrippe und Erforschung des Heiligen Grabes der Klosterkirche oder den Erhalt der Schule in Raitenhaslach: Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

Lassen Sie mich das Engagement unseres Vorbildes so zusammenfassen: Wolfgang Hopfgartner brennt für seine Heimat. Mit seiner Begeisterung hat er im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit viel für die Allgemeinheit getan. Wir brauchen mehr Menschen wie ihn. Lieber Herr Hopfgartner, Sie sind ein Vorbild – deshalb wollen wir Sie mit der Bezirksmedaille ehren.

Bericht und Fotos: Bezirk Oberbayern

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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