Gastronomie & Wirtschaft

Vorstellung: Priener Wirtschafts-Referent Gunther Kraus

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Vor fünf Jahren rückte der Priener Gunther Kraus in den Marktgemeinderat von Prien nach, drei Jahre später wurde er Nachfolger von Klaus Löhmann als Wirtschafts- und Tourismusreferent. Zu Beginn der neuen Wahlperiode trafen wir den 44jährigen Nachwuchs-Kommunalpolitiker im Priener Kurpark  zu einem Interview. Dabei stellte er sich auch einigen Fragen zu aktuellen Herausforderungen.

Gunther Kraus, in Prien geboren, in Prien zur Schule gegangen (Franziska-Hager-Schule und dann Abitur im Ludwig-Thoma-Gymnasium) studierte nach dem Bundeswehrdienst an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Rechtswissenschaften. Seit 16 Jahren ist er selbstständiger Rechtsanwalt mit Kanzleisitz in Prien. Erfahrungen im ersten Teil seiner Zugehörigkeit im Priener Gemeinderat sammelte Kraus als Mitglied im Bau- und im Rechnungsprüfungsausschuss, für seine CSU-Fraktion war er am Markenbildungsprozess beteiligt. Kraft Amtes ist er aktuell Mitglied im Wirtschafts- und Tourismusausschuss sowie im Aufsichtsrat der Prien Marketing GmbH und Chiemsee Marina GmbH.

„Ehrenamtlich war und bin ich vielfältig aktiv, insbesondere in der Katholischen Kirche vormals als Ministrant von 1986 – 2012, dann im Pfarrgemeinderat und in der Kirchenverwaltung sowie als Kirchenschweizer, Lektor und Kommunionhelfer Im politischen Bereich war ich unter anderem Ortsvorsitzender der Jungen Union Prien 1996-1998 und Beisitzer im CSU-Ortsvorstand Prien“ – so Kraus auf die Frage zum ehrenamtlichen Engagement.

Weitere Fragen beantwortet Kraus wie folgt:

Frage: Was ist der Kern vom Aufgabengebiet des Referates?

Antwort: Hauptaufgabe ist es, Ansprechpartner und Vermittler zwischen Kommunalpolitik, Verwaltung, PrienMarketing, ChiemseeMarina und örtlichen Betrieben zu sein.

Frage: Welche Ideen und Pläne gibt es für die neue Legislaturperiode?

Antwort: Überregional wünsche ich mir eine bessere Vernetzung der Tourismusorte. Die Trennung der Tourismusverbände an der Landkreisgrenze ist für die Vermarktung der Marke „Chiemsee“ hinderlich. Ich hoffe, dass mit neuen Akteuren an der Spitze hierfür endlich eine Lösung gefunden werden kann. Derzeit arbeiten wir mit der Prien Marketing GmbH und den Prien Partnern an der Etablierung eines Gutscheinsystems zur Förderung der örtlichen Betriebe. Damit sollen Impulse für einen Einkauf „vor Ort“ statt im Internet gegeben werden.

Frage: Nächstes Jahr 2021 ist Landesausstellung auf Herrenchiemsee, was heißt das für Prien?

Antwort: Richtig: Die Landesausstellung  steht derzeit bei uns besonders im Focus, die hoffentlich auch trotz der Corona-Pandemie stattfinden kann. Im Vorfeld dazu sollen in Prien einige Projekte zu Ortsverschönerung und Verbesserung der Infrastruktur umgesetzt werden. Hier nenne ich insbesondere das Aufhübschen der sogenannten „Priener Platzl“ und den von mir unlängst im Marktgemeinderat eingebrachten Antrag zur Verbesserung der Versorgung mit kostenlosen WLAN an besonders frequentierten Orten wie den Schären oder dem Marktplatz. Besondere Unterstützung verdient auch die Welterbebewerbung für Schloss Herrenchiemsee.

Frage: Was ist Ihr Tourismus-Leitidee?

Antwort: Das Bereichernde des Tourismus wieder ins Bewusstsein zu rufen – wir profitieren nämlich von unseren Gästen, und zwar nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem auch kulturell.

Frage: Das Amt des Wirtschaftsreferenten hatten Sie schon im vorherigen Gemeinderat für einige Zeit übernommen – welche angefangenen Aufgaben werden jetzt fortgeführt?

Antwort: Mir ist die kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Markenleitbildes wichtig. Es geht darum, Prien nach innen und außen stetig zu verbessern und so zur lebenswertesten Seegemeinde im Alpenraum zu machen.

Frage: Prien ist ein zentraler Tourismusstandort – welche Auswirkungen hatte die Corona-Krise bis jetzt?

Antwort: Während des „Lockdowns“ war ein massiver Einbruch der Gästezahlen zu verzeichnen. Für den Zeitraum Januar bis Mai (also unter Einbeziehung des noch nicht von den Coronamaßnahmen betroffenen Jahresanfangs) gab es bei den Ankünften einen Rückgang um 68% im Vergleich zum Vorjahr, bei den Übernachtungen gar um 72%, mit entsprechenden Umsatzeinbußen im Gastgewerbe, aber auch im Einzelhandel. Auch gemeindliche Einrichtungen sind betroffen, etwa der mehrwöchige Stillstand im Prienavera, welches jetzt zwar wieder geöffnet hat, aber natürlich auch nur mit reduzierter Gästezahl zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Seit Aufhebung der Reisebeschränkungen Ende Mai laufen die Buchungen wieder auf Hochtouren.

Frage: Mit welchen Maßnahmen und Partnern will Prien wegen Corona-Einbußen gegensteuern?

Antwort: Wir müssen die Lehren aus der Coronapandemie ziehen und auch daraus folgende Chancen erkennen. Ich denke etwa an die Verbesserung von Online-Buchungssystemen oder die Unterstützung der Initiative der PrienPartner zur Vernetzung örtlicher Handel – Onlineauftritt.

Frage: Wie schauen die Planungen für König-Ludwig-Saal in Bezug auf den Tagungsort Prien aus?

Antwort: Der König-Ludwig-Saal ist primär ein Bürgersaal für Veranstaltungen wie Hochzeiten, Schul- und Vereinsveranstaltungen, Kabarett etc. und damit auch sehr gut ausgelastet. Er ist nicht speziell für Tagungen vorgesehen.

Das Gespräch führte Anton Hötzelsperger

Foto: Hötzelsperger – Wirtschaftsreferent Gunther Kraus im Priener Kurpark

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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