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Vögel des Chiemsees: Der Bruchwasserläufer

Jetzt im August ist mit dem Bruchwasserläufer ein typischer Durchzügler zu Gast, der alljährlich im Frühjahr und vor allem jetzt im Sommer Halt und Rast am Chiemsee macht. Das Gefieder des etwa amselgroßen Vogel ist oberseits dunkelbraun glänzend mit weißen Flecken. Kopf, Hals und Brust sind ebenfalls bräunlich-weiß gezeichnet, wohingegen der Bauch einheitlich weiß gefärbt ist. Auffallendes Unterscheidungsmerkmal ist der weiße Überaugenstreif, der weit hinter das Auge bis zum Nacken reicht. Der zur Gruppe der Watvögel zählende Bruchwasserläufer lässt sich insbesondere am Südufer im Irschener Winkel, am Lachsgang oder der Hirschauer Bucht beobachten. Hier stakst er im Flachwasser und die schlammigen Uferbereiche entlang, auf der Suche nach Nahrung in Form von Wasserinsekten, Würmern oder Schnecken. Oft sieht man die Vögel zu mehreren, wobei sie bei der Nahrungssuche größeren Abstand zueinander halten.

Der Bruchwasserläufer ist ein typischer Langstreckenzieher, der vor allem in den Tundrengebieten Skandinaviens und Russlands brütet. Hier hält er sich von Ende April /Anfang Mai bis spätestens Ende Juli auf, ehe er dann – mit einigen Zwischenstopps zur Auffrischung seiner Energiereserven – wieder in seine Winterquartiere in Afrika fliegt, die vor allem südlich der Sahara liegen. So legt der Bruchwasserläufer zweimal Jährlich eine Strecke von rund 6.000 bis 8.000 km zurück. Umso beindruckender, dass bei einzelnen Individuen ein Höchstalter von 11 Jahren bzw. 11 Jahren und acht Monaten nachgewiesen werden konnte.

Text: Dirk Alfermann (Gebietsbetreuer Chiemsee) – Bildrechte: Johannes Almer und Johann Zimmermann

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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