Ukraine-Hilfe

Ukraine–Spendenaktion des Chiemgaus geht weiter 

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Was von Euch kommt, kommt von Herzen und wird bei uns dringendst benötigt, zur Zeit haben wir allein im Wallfahrtsort Zarvanytsia bei 300 Einwohnern 200 Flüchtlinge und es werden täglich mehr“ – mit diesen Worten machte Pfarrer Firman auf die kriegsbedingte Notlage in der westukrainischen Diözese Ternopil mit mehr als 250 000 Flüchtlingen aufmerksam,  als er zusammen mit seinen Priesterkollegen Dutchak und Shafran kurzfristig zu einem Helferkreis-Treffen in das Priener Trachtenheim extra aus der Ukraine kam. Eingeladen hierzu hatten die Helferkreis-Vorsitzenden Kathi Schmid und Fritz Tischner, um sich für das bisher Geleistete mit einem Abendessen zu bedanken. Der Dank galt neben all den vielen Sach- und Geldspendern vor allem allen Helfern sowie den vielen Personen, Vereinen und Organisationen, die mit speziellen Veranstaltungen, Aktionen und Aufrufen Geldspenden sammeln konnten und sich so an der Finanzierung der Hilfstransporte aus der Chiemgauer Region in den bisherigen drei Monaten seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine beteiligten. Den drei Priestern aus der Ukraine war es ein Herzensbedürfnis, für die bislang aus dem Chiemgau erfahrene Unterstützung Vergelt´s Gott zu sagen und einen Einblick in die aktuelle Situation vor Ort zu geben.

Vorsitzende Kathi Schmid freute sich ob des großen Zuspruchs aus den Helferkreisreihen und über den überraschenden Besuch  aus Ternopil und sagte eingangs: „Seit mehr als 25 Jahren gibt es enge Verbindungen zur Diözese Ternopil und den dortigen Einrichtungen. War anfangs Hilfe für den Aufbau und die Ausstattung des Priesterseminars erforderlich, trat mit der Zeit die Hilfe für die Ausbildung der Priester im dortigen Priesterseminar in den Vordergrund. Dies zahlt sich nun aus, da diese ehemaligen Seminaristen jetzt in der kirchlichen Verantwortung stehen und wir mit ihnen bestens bekannte und verlässliche Partner zur Seite haben“. Unmittelbar nach Kriegsbeginn nahm der Chiemgauer Helferkreis Kontakt zu Pfarrer Firman auf und es begann eine riesige Sammel- und Spendenaktion im Priener Feuerwehrhaus. Bislang konnten 12 Fahrzeuge mit Hilfsgütern nach Ternopil gebracht werden. Um all dies von der Verpackung, Lagerung, Verzollung und Fahrt bewältigen zu können, bedurfte es vieler ehrenamtlicher Leute, die nunmehr zum aktuellen Austausch eingeladen wurden. Dabei bedankte sich auch Priens Bürgermeister Andreas Friedrich bei den Priener Vereinen und Bürgern für ihren Einsatz und ihre Großzügigkeit. Angesichts der von den ukrainischen Priestern gezeigten Bild-Eindrücke und der Aufnahmen, die Gemeinderat Johannes Dreikorn von seiner jüngsten Hilfslieferung nach Ternopil mitbrachte,  sagte der Priener Bürgermeister, der selbst schon einmal in Ternopil als Helferkreis-Mitglied zu Besuch war: „Wer diese Bilder sieht und human ist, der will helfen.”

Spendenaktion geht weiter

Auch fortan – so Kathi Schmid – gehen die Aktionen weiter, denn der Krieg und die Not erfordern einen langen Atem und ein weites solidarisches Herz. Derzeit werden in Zarvanytsja sowie in der Nähe des Priesterseminars einige alte Häuser so hergerichtet, dass noch weitere 70 bis 100 Flüchtlinge und vor allem Kinder Platz finden. Hilfsgüter werden auch demnächst wieder nach Ternopil gebracht. Nach neuesten Informationen ist  in der Ukraine kein Salz mehr zu bekommen. Dringend benötigt werden für die nächste Fahrt daher: Salz, Nudeln, Reis, Fleisch-, Wurst- und Fischkonserven, Cornflakes oder ähnliches (kein Müsli), Toilettenpapier und Waschpulver. Auch Schlafsäcke und Isomatten werden gebraucht.

Die nächste Fahrt soll bis Ende Juni stattfinden

Der Einkauf  von ganzen Paletten an benötigten Dingen durch den Helferkreis ist  nur dank der finanziellen Spenden an diesen möglich.  Das Spendenkonto lautet: Sparkasse Rosenheim, IBAN: DE44 7115 0000 0000 0535 38 SWIFT-BIC: BYLADM1ROS.

Die Sammelstellen für Sachpenden sind nach wie vor im Priener Feuerwehrhaus, Bernauer Straße 62, 83209 Prien am Chiemsee, Anlieferung ist möglich von Mo – Fr von 8 Uhr bis12 Uhr, Mo – Do von 13 Uhr bis 16:30Uhr  und in   Kolbermoor bei Tech Division GmbH, An der Alten Spinnerei 2 a , 83059 Kobermoor, Anlieferung von Mo – Fr von 9 Uhr bis 17 Uhr

 Priener Fahrrad-Spende für Priester Shafran

Eine Überraschung gab es beim Danke-Abend im Priener Trachtenheim für Pfarrer Shafran. Nachdem dem Helferkreis bekannt war, dass er vier Kilometer zu seiner Arbeitsstelle hat nahm Helferkreis-Mitglied Walter Freitag vom Priener Radfahrverein mit dem Priener   Christian Hefter von der Firma additive Kontakt auf und dieser erklärte sich spontan bereit, ein Fahrrad zu spenden. Der ukrainische Priester nahm dieses hilfreiche Geschenk natürlich mit großer Freude entgegen, da er sich nun das in der Ukraine sehr schwer zu bekommende und inzwischen sehr teure Benzin für sein Auto sparen kann.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Danke-Abend für die Ukraine-Hilfe Ternopil im Priener Trachtenheim

  1. Ternopil-Besuch in Prien von links: Priester Shafran, Kathi Schmid, Fritz Tischner, Priester Firman und Priester Dutchak.
  2. Bürgermeister Andreas Friedrich bei seinem Dank im Priener Trachtenheim
  3. Priester Shafran mit dem von Christian Hefter spendierten Fahrrad
  4. Tischgebet vor dem Abendessen mit einem Büffet, unter anderem ukrainischem Gulasch.

 Weitere Informationen: www.helferkreis-ternopil.de

 

 

 

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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