Kultur

Theaterfestival DRAMASURI im Priener Eichental

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Schatten alter Baumriesen, neben dem alten Wasserrad und an der Stelle, an der ein Wehr den Mühlbach vom Gebirgsfluß Prien abzweigt, schlagen Anfang August die Priener Bühnenkunst Förderer ein Zweimaster-Theaterzelt mit 180 Plätzen auf. Im Priener Eichental, in Gehentfernung vom Ortszentrum. Vom 3. bis zum 13. August finden dort 14 Theateraufführungen statt, flankiert von der einwöchigen Vogelfrei-Theaterwerkstattwoche mit generationenübergreifenden Workshopangeboten. Grünes Licht für Dramasuri gibt es erst seit Kurzem. So, wie das Festival im Kern „den Schatz an kreativen Bühnenkünstlerinnen und Bühnenkünstlern, den wir hier vor Ort und in den Region haben“ zeigen möchte, als dezidiert einheimisch verwurzelte Initiative unter Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins Priener Bühnenkunst Förderer e.V., so ist auch die Vorfinanzierung durch ein starkes bürgerschaftliches Engagement gestemmt worden. Die Genehmigungen sind eingeholt. Der Vorverkauf läuft. Der von langer Hand vorbereitete Spielplan umfasst neben dem Abendprogramm für Erwachsene auch viel Familientheater. Zur Premiere am Donnerstag, 3. August wird erstmals die zentrale Eigenproduktion des Festivals gegeben: „Das Maß der Dinge“ des 1963 in Detroit, Michigan geborenen Dramatikers Neil LaBute. Regie führt der Priener Schauspieler und Regisseur Alessandro Visentin. In der Satire geht es um ein Paar, bei dem die Dame ihr Herzblatt von einem schüchternen, jungen Mann in einen „Loverboy“ verwandelt – bis hin zur zynischen Schlußpointe: Was ist besser – eine hübsche Illusion oder eine grausame Wahrheit? Wie weit lassen wir uns manipulieren? Visentin hat für das Stück vier junge, grandiose Schauspieler gecastet, die allesamt bereits über viel Erfahrung auf der Bühne oder vor der Kamera haben: Julian Brodacz, Lilian Mazbouh, Marcel Kowalewski und Julia Gruber. Für Lilian Mazbouh ist der Weg kurz zu den Proben und zu den insgesamt sechs Aufführungen des Stücks. Sie lebt in Prien. Wie auch August Zirner, der zusammen mit seiner Frau Katalin Zsigmondy einen Tag nach der Festivalpremiere (Fr 4.8.) mit einer szenischen Lesung von Friedrich Hebbels „Judith“ thematisch direkt an den Stoff von „Das Maß der Dinge“ anschließt. Warum schlägt Judith Holofernes den Kopf ab? Was bedeutet das? Mehr Platz für Humor und leichtere Formen der Unterhaltung bietet „Mr. Oakvalley`s theatrale Leistungsschau“, ein „varietéhafter Wunderabend“ mit Musik, Geschichten, Kunststücken, zauberisch, skurril, überraschend und spontan. Auch hier sind hochkarätige, vorrangig einheimische Bühnenkünstler am Werk. Unter anderem Andreas „The Octopus“ Schantz. Emmeran Heringer und Stefan Pillokat alias „RigoL & tOrF, Mitglieder der legendären Band „Zwetschgendatschi“ und Julia Urban. „Der bayrische Jedermann“ in der Inszenierung der Theaterstrickerei ist das erste Gastspiel im Programm, gefolgt von „Der Kuss der Spinnenfrau“. Mit dieser Geschichte um Verrat, Mut, Freundschaft und Liebe ist ist die TheaterOFFensive Salzburg am Start. Für Kinder und Familien gibt es die getanzte Hommage an Karl Valentin „Karl & Valentin nomoi nei“ des Theaters Vogelfrei mit Emmeran Heringer und Andreas Schwankl. Dann das interaktive Märchen „Rotputtel und Aschenkäppchen“ von und mit Julia Urban und Jörg Herwegh, bei dem das junge Publikum zum Mitmachen gefragt ist, sowie die lustige musikalische Märchenerzählung das „Bayerische Tapfere Schneiderlein“ von und mit Heinz-Josef Braun und Stefan Murr auf die Bühne. Die beiden sind bekannt aus unzähligen Fernseh- und Kinofilmen. Heinz-Josef Braun war lange Jahre Bassist von „Haindling“. Wer sich selbst auf- oder hinter der Bühne erproben will, hat ebenfalls Gelegenheit hierzu: In Zusammenarbeit mit der Schule der Künste Frasdorf bietet das Theater Vogelfrei vom 7. bis 11. August die „Vogelfrei Theaterwerkstattwoche“ an: Unter Anleitung professioneller Künstler werden Kurse in Schauspielerei, Tanz, Akrobatik, multimedialem Puppenspiel, Bühnenbild, Kostüm und Maske sowie Musik und Geräusche angeboten, die in einer gemeinschaftlichen Aufführung von „Das Goldene Gwand“ am Abschlusstag münden. Dieses Stück wird eigens dafür geschrieben von Dani Wolf, der Gründerin und Leiterin des Vogelfrei-Familientheaters.

  • Was:               Theaterfestival Dramasuri
  • Wann:  3. bis 13. August 2017
  • Wo:                 Eichental, Prien am Chiemsee

www.dramasuri.de, www.buehnenkunstfoerderer.net

Infos und Anmeldung zu den Workshops: Julia Urban, Tel.  0159 03022059, vogelfreitheaterwerkstatt@gmail.com

Eintrittskarten DRAMASURI im Vorverkauf bei servus.heimat, Bahnhofstraße ab 17. Juli sowie an der Abendkasse. Freie Platzwahl.  Eintritt Abendveranstaltung: 21 Euro, bis 18 Jahre 14 Euro

Eintritt Nachmittagsveranstaltung und Matinee: 10 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Kinder.

Der Name „Dramasuri“ entspringt einer freien Wortschöpfung aus „Drama“ und „Ramasuri“ (bairisch-österreichische Ausdruck für „die Ausgelassenheit der Kinder und des Gesindes in Abwesenheit der Eltern“). Darüber hinaus steht „Suri“ im Bairischen für „Schwips, leichten Rausch“.

Anhang: Dramasuri Spielplan

Fotos:

  • DMDD_TKraus_1269.jpg: Zentrale Eigenproduktion: „Das Maß der Dinge“ von Neil LaBute, gespielt von Julian Brodacz, Lilian Mazbouh, Marcel Kowalewski und Julia Gruber. Regie führt der Priener Schauspieler und Regisseur Alessandro Visentin. Foto: Thomas Kraus (honorarfrei zum Abruck in Zus. mit Dramasuri)
  • kiju_rot3_urban_herwegh_flamm.jpeg: Die Priener Schauspielerin Julia Urban ist nicht nur eine Hauptorganisatorin von Dramasuri, sie tritt auch selbst auf

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DRAMASURI:

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist und Leiter der Gäste-Information Samerberg bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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