Leitartikel

Samerberger Appell zum Thema Wolf

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Zu den aktuellen Vorkommnissen eines Wolfs oder mehrerer Wölfe im Hochriesgebeit sowie im angrenzenden Chiemgau und Tirol weisen die besorgten Bauern und Almbauern vom Samerberg und darüber hinaus auf die im Vorjahr aufgestellten Informationstafeln zu den neuen Samerberger Landwirtschaftswegen (Alm- und Tal-Wege) hin. Auf einer dieser Tafeln widmen sich die Samerberger dem Thema Wolf, Initiatorin und Tourismusvereins-Vorsitzende Roswitha Estermann erklärt hierzu, dass mit den Texten und vor allem auch mit dem Bild eines von einem Wolf gerissenen Pferdes alles gesagt und auf den Punkt gebracht ist, auf der Tafel heißt es:

Wölfe – nicht vereinbar mit Weidehaltung

Wölfe sind Fleischfresser – In ganz Deutschland breiten sich derzeit Wölfe sehr rasch aus, weil sie keine natürlichen Feinde haben. Fachleute geben den Bestand Ende 2018 bereits mit 100 Wolfsrudeln an und prognostizieren eine jährliche Zunahme der Population um 30%. Wölfe sind Fleischfresser, die Wild-, Nutz- und Haustiere jagen und grausam töten. Um satt zu werden, brauchen diese Raubtiere rund vier Kilogramm Fleisch pro Tag. Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde sind auf den Almen den Wölfen schutzlos ausgeliefert. In Nutztierherden verletzt und tötet der Wolf viel mehr Tiere als er frißt. Die unverletzten Tiere geraten in Panik.

Schutzhunde und Zäune zerstören Wanderparadiese

In machen Gebieten werden Herdenschutzhunde eingesetzt, um Weidetiere gegen Wolfsangriffe zu verteidigen. Herdenschutzehunde sind jedoch aggressiv und bedrohen auch die Menschen, die zur Erholung auf die Almen wandern wollen. Auch hohe Elektrozäune werden empfohlen, damit Wölfe nicht in Weideflächen eindringen können. Solche Zäune vergittern die Landschaft und können auf Almen im steilen Gelände mit Bächen, Gräben und Felsen nicht funktionssicher erstellt werden. In und an den elektrifizierten Zäunen verenden sehr viele Wildtiere. Weidetiere können langfristig nur noch in Ställten gefahrlos gehalten werden. Almweideflächen verlieren ihre Attraktivität als blühende Wanderparadiese und wachsen schließlich mit Waldbäumen zu. Der Verlust wertvoller Lebensräume für viele Tierarten ist die Folge.

Repro: Hötzelsperger – Informationstafel vom Samerberger Landwirtschaftsweg zum Thema Wolf

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

2 Kommentare

  • Vollkommen realistischer Kommentar.
    Ein Almbauer der auch Wanderer bewirtet hat auch auf das grosse Problem mit Almpersonal
    angesprochen-meist 1. Frage gibt es Bären oder Wölfe ??Meist erfolgt sofort Absage.
    Im Vorjahr hat ein grosser Beutegreifer auf der Steinberg und Dalsenalm jeweils eine Kälberkuh im Wert von 1750 Euro getötet und eines schwer verletzt– wurde lapidar vertuscht -die Geschädigten bekamen keinen Euro.

  • Herr Hötzelsperger,

    Danke für den zutreffenden Kommentar.
    Wir erinnern uns: Der ursprüngliche Grund für den Schutz von Wölfen war Artenschutz. Dieser hat sich seit 2004 erübrigt, seit die Wölfe nicht mehr auf der roten Liste der aussterbenden Arten der IUCN stehen. Es gibt keinen Grund diese Tierart weiter so vehement zu schützen! Ganz im Gegenteil. Zur Erreichung des Ziels “Artenschutz” ist kein einziges residentes Rudel in Deutschland notwendig! Deutschland hat beim Artenschutz bezüglich der Wölfe lediglich die Funktion eines Korridors zur Vernetzung der Populationen. Um diese Vernetzung zu erreichen muss lediglich ein geschlechtsreifer Wolf alle drei bis sechs Jahre Deutschland durchqueren. Dazu sind keine 2.000 Wölfe notwendig!

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