Corona-Krise

Rosenheims italienische Partnerstadt in Zeiten der Pandemie

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Große Teile Italiens bleiben bis nach Ostern im Lockdown. Die strengen Regeln der „zona rossa“ gelten auch in Rosenheims Partnerstadt Lazise mindestens bis zum 6. April.

 In den vergangenen Wochen ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Italien auf Werte um 25.000 gestiegen, wobei vermehrt Virusmutationen auftreten. Deshalb hat die italienische Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi beschlossen, erneut drastische Einschränkungen des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens über weite Teile des Landes zu verhängen. Die Provinz Verona, in der Rosenheims Partnerstadt Lazise liegt, weist zum 23. März 2021 eine 7-Tage-Inzidenz von 243 pro 100.000 Einwohner aus. Die übergeordnete Region Veneto wurde als „zona rossa“ eingestuft. Das bedeutet, dass selbst außerhalb der landesweit gültigen Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr die eigene Wohnung nur wegen eines triftigen, in einer mitgeführten Selbstauskunft schriftlich festgehaltenen Grundes verlassen werden darf. Dazu zählen Berufstätigkeit, medizinische Notfälle oder sonstige Notwendigkeiten wie etwa der Einkauf von Lebensmitteln. Sportliche Betätigung ist erlaubt, sofern sie alleine und nahe der eigenen Wohnung erfolgt. Private Besuche sind untersagt.

Kindergärten sowie Grund- und weiterführende Schulen sind geschlossen, es findet Distanzunterricht statt. Friseursalons sind geschlossen, Lebensmittelgeschäfte, Buchhandlungen, Sportartikel- und Wäschegeschäfte hingegen geöffnet. Restaurants dürfen Speisen und Getränke nur bis 22 Uhr zum Mitnehmen anbieten, für Bars gilt die gleiche Regelung, allerdings nur bis 18 Uhr. Alle Museen, Theater und Kinos sind geschlossen. Das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes ist im gesamten öffentlichen Raum verpflichtend, mit Ausnahme von Kindern unter 6 Jahren. Für die Ostertage wurde zusätzlich bereits eine italienweite „zona rossa“ angekündigt, was für den Tourismussektor am Gardasee erneut hohe Einbußen bedeuten wird. Bereits im vergangenen Jahr gab es nach Angaben der Camera di Comercio di Verona einen Rückgang um 63 Prozent bei den ausländischen und 24 Prozent bei den inländischen Touristen. Insgesamt wurden 2020 am Gardasee 7,6 Millionen Tagesaufenthalte weniger verzeichnet als im Vorjahr.

Für Einreisende aus Deutschland gilt derzeit die Voraussetzung eines negativen PCR- oder Antigentests, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Da das Überschreiten von Regionengrenzen in Italien derzeit nur aus dringenden Gründen erlaubt ist, kann die Einreise für einen Urlaubsaufenthalt im Veneto nach Angaben des Auswärtigen Amtes trotz eines negativen Testergebnisses verweigert werden. In Bussolengo, Malcesine und Caprino Veronese existieren Covid-19-Teststellen, teilweise als Drive-in. Testen lassen kann sich, wer von einer Behörde oder einem Arzt dazu aufgefordert wurde oder wer eine Warnung über die App „Immuni“ erhalten hat. Wer positiv getestet wird, muss sich in Quarantäne begeben. Diese kann bei Symptomfreiheit nach mindestens 10 Tagen durch einen negativen Test aufgehoben werden.

Um wieder zu mehr Normalität zurückkehren zu können und den für viele Einwohner Lazises existenziell wichtigen Tourismus neu zu beleben, werden große Hoffnungen auf das Impfprogramm gesetzt. Hier priorisiert man in Italien – ähnlich wie in Deutschland – Senioren und besondere Risikogruppen, außerdem Sicherheitskräfte, Lehr- und Sanitätspersonal. In der Region Veneto haben bis zum 24. März 2021 4,25 Prozent der Bevölkerung die vollständige Impfung erhalten. In der Umgebung von Lazise bestehen Impfzentren in Verona, San Bonifacio, Legnago und Bussolengo.

Bericht: Stadt Rosenheim

Foto: facebook.com/comunedilaziseofficial

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

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Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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