Corona-Krise

Rosenheimer Kardiologietag 2022: „3H statt 3G“

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Nach zweijähriger Corona-Zwangspause fand jetzt endlich wieder der Rosenheimer Kardiologietag des RoMed Klinikums Rosenheim im Kultur- und Kongresszentrum mit rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Präsenz statt. Statt 3G-Regel tat sich der diesjährige Kongress durch „3H“ hervor: Herz, Hirn und Humor.

So drückte der Gastgeber, Chefarzt Prof. Dr. Christian Thilo, der ärztlichen Fortbildungsveranstaltung durch seine herzliche, humorvolle und gewinnende Art seinen Stempel auf. „Hirn“ bewies er durch seine hervorragende Auswahl an hochkarätigen Referenten, wie Prof. Dr. Wolfgang von Scheidt vom Universitätsklinikum Augsburg und Prof. Dr. Kyoung-Ryul Julian Chun vom Agaplesion Markus Krankenhaus Frankfurt, und aktuellen Vortragsthemen, die spannend, wissenschaftlich fundiert und mit Herzblut präsentiert wurden.

Eines von vielen inhaltlichen Highlights war der „Live-in-a-box“ Case einer Kryoablation von Co-Gastgeber Dr. Jan Kaufmann, der sich bei diesem Eingriff filmen ließ. Die Kryoablation ist eine minimalinvasive Technologie zur Behandlung von Vorhofflimmern mit einem Ballon, der aufgeblasen und mit einem Gas gekühlt wird. Dadurch wird das für die Arrhythmie verantwortliche Areal im Herzen gezielt unterkühlt. Die so entstehende Narbe führt zur elektrischen Isolation und behebt die Herzrhythmusstörung. Dieses Ablationsverfahren wird seit 2018 im RoMed Klinikum Rosenheim routinemäßig zur Behandlung von Vorhofflimmern angewandt. Es ist die wirkungsvollste Methode zur Therapie von anfallsartigem Vorhofflimmern, der häufigsten Herzrhythmusstörung des Menschen. Das RoMed Klinikum verfügt über die derzeit modernste Konsole zur Kryoablation und nachweislich große Expertise auf dem Gebiet der Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Ein weiterer Höhepunkt des Kongresses war die Vorstellung einer Produktneuheit: Die Firma Hamberger Sanitary präsentierte zum ersten Mal im Rahmen des Kardiologietages einem größeren Publikum einen WC-Sitz, der ein 6-Kanal-EKG aufzeichnen kann. Drei der Kongressteilnehmer durften sich als Gewinner einer Losaktion glücklich schätzen, diesen WC-Sitz am eigenen Leib bzw. Po zu testen.

Nicht nur für das ärztliche Auditorium war einiges geboten, auch für die Rosenheimer Bevölkerung: In einem London Bus im Salingarten konnten sich Interessierte mittels Blutzucker-, Blutdruck- und EKG-Messung über ihr eigenes kardiovaskuläres Risikoprofil und über geeignete Präventionsmaßnahmen informieren. Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Rauchen und Diabetes mellitus (hoher Blutzucker) zählen nach wie vor zu den hauptsächlichen Risikofaktoren für die Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung und erhöhen die Herzinfarkt- und Schlaganfallwahrscheinlichkeit. Eine frühzeitige Prävention durch Kontrolle dieser Risikofaktoren senkt nachweislich die Sterblichkeit. „Rundum war es eine gelungene Veranstaltung, die Lust auf einen nächsten Kardiologietag in einem Jahr macht!“, resümierte Chefarzt Prof. Dr. Thilo und dankte allen Beteiligten, die die Veranstaltung mit „4H“ – Herz, Hirn, Humor und Hand organisiert hatten.

Bild: RoMed Kliniken – (v.l.n.r.): Chefarzt Dr. Uwe Biller, Innere Abteilung, RoMed Klinik Wasserburg am Inn, die Gastgeber und Referenten der Medizinischen Klinik 1 des RoMed Klinikums Rosenheim: Oberarzt und Leiter der Elektrophysiologie Dr. Jan Kaufmann , Chefarzt Prof. Dr. Christian Thilo, Leitender Oberarzt Dr. Stefan Gozolits, Oberarzt Dr. Matthias Keller sowie die Referenten der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München: Prof. Dr. Michael Joner, Leitender Oberarzt und stv. Direktor und Oberärztin Priv.-Doz. Dr. Teresa Trenkwalder sowie von der Augustinum Klinik München Prof. Dr. Oliver Husser, Chefarzt der Kardiologie und Intensivmedizin.

Weitere Information:

Mit 622 Betten ist das RoMed Klinikum Rosenheim das größte Haus im RoMed-Klinikverbund. Rund 2.000 Mitarbeiter versorgen jährlich knapp 29.000 Patienten stationär und ca. 49.500 ambulant. Eine Vielzahl eng verzahnter Fachabteilungen gewährleistet die umfassende medizinische Versorgung von Menschen in allen Lebensphasen. Auch die Schwerstkrankenversorgung sowie die Versorgung akuter Notfälle als regionales Traumazentrum ist auf höchstem qualitativen Niveau gesichert. Das Klinikum ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit überregionalem Versorgungsauftrag.

Die zertifizierten Einheiten für Brustschmerz (Chest Pain Unit) und Schlaganfälle (Stroke Unit) bieten ein hervorragendes Behandlungsspektrum für die sofortige und bestmögliche Versorgung aller Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten. Brustzentrum, Gynäkologisches Zentrum, Onkologisches Zentrum und Viszeralonkologisches Zentrum für Darm, Magen und Bauchspeicheldrüse stehen für hochspezialisierte Therapiemöglichkeiten für Menschen mit Krebserkrankungen. Das Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe ist personell und diagnostisch optimal für die Begleitung von Risikoschwangerschaften und die herausragende Versorgung auch der kleinsten Früh- und Neugeborenen ausgestattet. In weiteren Kompetenzzentren werden unter anderem Diabetes, Adipositas, Asthma und Schilddrüsenerkrankungen behandelt. Das gesamte Qualitätsmanagement ist nach ISO DIN 9001 zertifiziert.

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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