Natur & Umwelt

Prutting: Der besondere Zauber von Burger Moos am Hofstätter See

Es ist ein Idyll, das vor der Haustür liegt: Das Burger Moos am Hofstätter See. Gerade jetzt im ausklingenden Sommer und im nahenden Herbst entfaltet es seinen ganz besonderen Zauber.

Oft zieht es uns auf der Suche nach spannenden Freizeitangeboten und Naturerlebnissen weit hinaus in die Welt. Dabei liegen die kleinen Paradiese oft direkt vor unserer Nase. Wie das Burger Moos in Prutting. Auf dem Moorlehrpfad, der am Strandkiosk in Forst am See startet und entlang des Hofstätter Sees dann ins Moor führt, entdecken Besucher eine Landschaft, die in ihrer Art nicht nur
in unserer Region wohl einzigartig ist.

Das Burger Moos bietet Vielfalt in jeder Hinsicht. So liegen hier nahezu alle Moor-Typen direkt nebeneinander, aufmerksame Beobachter finden zudem rund 70 seltene und bedrohte Pflanzenarten der Roten Liste Deutschlands. Weil das Burger Moos nicht wie viele andere Moore durch Torfstiche und Landkultivierung entwässert wurde, zählt es heute zu den besterhaltenen Wildnismooren in Mitteleuropa. Dieses Biotop konnte in über 10.000 Jahren wachsen und beherbergt so noch viele Relikte aus der Eiszeit. Denn der einstige Inngletscher hat sich zwar aus der Gegend längst zurückgezogen, geblieben sind jedoch einige seltene Pflanzen und Tiere als Überbleibsel aus frostigen Zeiten.

14 Informationstafeln geben Orientierung

Wer sich auf den Weg durchs Moor ohne eine Führung – die in den Sommermonaten angeboten wird – begibt, kann die Schönheiten dieser einzigartigen Natur trotzdem gut selbst entdecken. Entlang der dreieinhalb Lehrpfad-Kilometer durch wilde, unberührte Moorlandschaft stehen 14 reich bebilderte Informationstafeln, die viele Aspekte dieses Sumpfgebietes anschaulich erklären.

Von der Entstehung von See und Moor geht es zu Verlandung und Torfbildung bis zur Erläuterung der wichtigsten Moortypen. Auf der beliebten Beobachtungskanzel am Wegesrand kann man sich einen größeren Überblick über das Feuchtgebiet verschaffen – hier kann man Moose, Seggen, Schilf und Latschen betrachten. Besonders idyllisch: quer durchs Moor führt ein uralter Knüppeldamm, auf dem man über die Tafeln viel Wissenswertes über die Tierwelt und das Leben im Moor mitbekommt. Hier erfahren die Besucher auch, warum es im Moor fleischfressende Pflanzen gibt und weshalb sich Moorleichen Jahrhunderte lang erhalten haben – das ist natürlich vor allem für Kinder und Schüler spannend.

Optimale Kombination: Moorlehrpfad und Badeausflug

Während Moorbesucher für den Besuch des Pfades ungefähr eine gute Stunde brauchen, nutzen viele Familien diesen Ausflug auch zu einem längeren Aufenthalt in diesem Kleinod. Es wäre ja auch zu schade, wenn man bei gutem Wetter auf ein Bad im besonders warmen Moorsee verzichten würde. Ebenfalls bei vielen Menschen beliebt ist dann die komplette Seeumrundung, die man abschließend mit einer Brotzeit mit Blick auf den See oder in einer der nahegelegenen Wirtschaften veredeln kann.

Und es soll nicht selten vorkommen, dass sich viele einheimische Besucher nach diesem Ausflug ins Burger Moos am Ende die zwangsläufig aufkommende Frage stellen: „Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“

Text: af – Bilder: Leitsmüller bzw. Vogl (Luftaufnahme)

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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