Tourismus

Jubiläum und Modernisierung auf der Hochries

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

“So fröhlich wie heute sind wir schon lange nicht mehr auf der Hochries zusammen gekommen“, mit diesen Worten hieß Franz Knarr, Vorsitzender der Alpenvereinssektion Rosenheim zusammen mit Samerbergs Bürgermeister Georg Huber etwa zwei Dutzend Gäste willkommen, um die Hochriesbahn zu feiern. Einmal galt es auf zehn Jahre der Übernahme der Bahn durch Gemeinde und Alpenverein zurück zu blicken und dann durften die Verantwortlichen stolz darauf anstoßen, dass die Modernisierungen der Kabinenbahn erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Herzstück der Sanierung war der Hauptantrieb und die neue Steuerung, das kostete nach Angaben von Hochriesbahn-Geschäftsführer Andreas Müllinger 1.035.000 Euro. Mit weiteren Kosten aufgrund von brandschutztechnischen und sonstigen Auflagen sowie baulichen Veränderungen kamen die in den vergangenen Monaten geleisteten Arbeiten auf eine Summe von 1,1 Millionen Euro, die die Hochriesbahn ohne Fremdmittel bestreiten konnte. Die Bahn schaffte dies nur, weil in den letzten zehn Jahren schwarze Zahlen geschrieben und Rücklagen gebildet werden konnten.
„Dieses positive Ergebnis kam auch zustande, weil man einen strikten Sparkurs umsetzte und sich die Bahn vom unrentablen Winterbetrieb verabschiedete“, so Franz Knarr.
Der DAV-Chef weiter: „Hätten wir vor zehn Jahren die Bahn nicht fünf Minuten vor Zwölf vor der Insolvenz gerettet, wäre das eine touristische Katastrophe für die gesamte Region geworden. So aber haben wir mit dem Engagement der Sektion und der Gemeinde, mit tüchtigen Mitarbeitern und guten Partnern und Kunden der Hochriesbahn eine neue Zukunft gegeben“.

Betriebsleiter Thomas Kutzenbichler erklärte an der Mittelstation den neuen Hauptantrieb, den Notantrieb, die Steuerung und die modernisierte Elektronik: „Jetzt fahren wir mit 15 Prozent weniger Energieverbrauch und komfortabler, die Geschwindigkeit beträgt weiterhin sechs bis zehn Meter in der Sekunde, in fünf Minuten sind wir in der Regel von der Mittelstation zur Bergstation unterwegs.“

Geschäftsführer Andreas Müllinger erinnerte daran, dass die Großkabinenbahn als zweispurige Pendelbahn in den Jahren 1972 und 1973 durch den Hersteller Pohlig-Heckel-Bleichert aus Köln gebaut wurde. Der damals eingebaute Hauptantrieb hat dann bis zu seinem Ende genau 46 Jahre wertvollen Dienst geleistet. Im vergangenen Winter und Frühjahr war es dann die Firma Frey Austria mit Sitz in Innsbruck, die mit Siemens-Technik den neuen Hauptantrieb inklusive Steuerung und Notantrieb nach heutigen Anforderungen einbaute. Wie Müllinger weiter ausführte, seien mit der Sanierung der Gebäude im elektrischen Bereich, mit der Sanierung der Laufwerke, der Kabinen und der Tragseilbremse weitere Investitionen in der Zukunft geplant.
Das freudige Ereignis der Wiederinbetriebnahme der Hochriesbahn passt – so Bürgermeister Georg Huber- in das 2020 zu feiernde Jubiläum „50 Jahre Gemeinde Samerberg“. Dieses Jubiläum, die Hochriesbahn und die seit über 100 Jahren auf der Hochries aktive Alpenvereinssektion Rosenheim lassen zuversichtlich nach vorne schauen. „Das war nicht immer so“, erklärte Huber rückblickend: „Die Ehe zwischen dem Alpenverein und der Gemeinde vor zehn Jahren war keine Liebesheirat, es war vielmehr eine Zweck-Ehe, doch mit den gemeinsamen Herausforderungen und den Erfolgen ist auch die Zuneigung gewachsen“. Die wechselhafte Geschichte der Hochriesbahn habe dem Samerberg viel abverlangt, so Bürgermeister Huber: „Die Historie liest sich manchmal wie ein Unterhaltungsroman, zuweilen auch wie ein Krimi, nun sei ein schönes Kapitel neu hinzugekommen“.

Ein besonderer Dank galt auch den Wirtsleuten von der Hochries-Gipfelhütte Manuel Hohenegg und Sarah Dienstbeck, denn sie sorgten im überaus schneereichen Winter dafür, dass die Hochrieshütte stets umsorgt und vor größeren Schäden bewahrt wurde. Mit Blumen bedankte sich Franz Knarr dann bei den Wirtsleuten und Bürgermeister Georg Huber lud dann zusammen mit der Leiterin der Gäste-Information Samerberg Monika Schimanski die Gäste aus den Reihen des Gemeinderates, der Vorstandschaft vom Tourismusverein, von der Bergwacht, von den Drachenfliegern und vom Bikepark zu einer Brotzeit ein.

Mit wegweisenden Ideen und straffer Finanzplanung brachte sich Dieter Vögele als Schatzmeister der Sektion Rosenheim maßgeblich in die 10-jährige Erfolgsgeschichte ein. Er konnte leider bei der Feierlichkeit nicht mit dabei sein, sodass ein offizieller Dank bei nächster Gelegenheit erfolgen wird.

Foto/s/: Hötzelsperger – Eindrücke von der Feier „10 Jahre Übernahme Hochriesbahn“ und Modernisierung Kabinenbahn
– Franz Knarr (li.) und Georg Huber bei der Begrüßung an der Talstation
– V.l. an der Mittelstation: Betriebsleiter Thomas Kutzenbichler, Franz Knarr, Andreas Müllinger und Georg Huber
– Blumen für Manuel Hohenegg und Sarah Dienstbeck, den Wirtsleuten auf der Hochries von Alpenvereins-Vorsitzenden Franz Knarr (re.)

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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