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JHV bei FFW Aschau i. Chiemgau

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Nach jedem Einsatz habe ich zusammen mit meinem Stellvertreter den Stand der Ausbildung, die vorhandenen Einsatzmittel und die persönliche Schutzausrüstung hinterfragt“, erklärte Kommandant Michael Hofmann in seinem letzten Jahresbericht bei der Jahreshauptversammlung der Aschauer Feuerwehr im Cafe Pauli. „Ich bin bei der Verwaltung vorstellig geworden, habe den Finger in die Wunde gelegt, war besonders kritisch und war dadurch bei den Bürgermeistern nicht beliebt. Aber letztendlich fand ich beim Gemeinderat meistens Gehör, bis auf die berühmte Drehleiter – aber das ist ein anderes Thema. Gemeinsam konnten wir für die Feuerwehren viel erreichen Unser Laden ist gut in Schuss, wir können ihn beruhigt an unsere Nachfolger übergeben“.

Im Rahmen des Aschauer Feuerwehrkonzepts wurden bisher drei Fahrzeuge bestellt, das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs 20 (HLF 20) wurde im Juni 2017 als erstes ausgeliefert, es folgt im März der Gerätewagen für Sachrang und voraussichtlich Ende Oktober das Tanklöschfahrzeug 3000. In diesen sechs Jahren wurden nur für die Fahrzeuge der Feuerwehr vom Gemeinderat rund 840000 Euro bereit gestellt, die bei der Mannschaft bestens angelegt sind. Auch in den kommenden Jahren wird die Gemeinde einiges in die Feuerwehr investieren müssen, auch in Richtung Hubrettung.

„Die Aschauer Feuerwehr wurde im vergangenen Jahr 54 mal (Vorjahr 52) alarmiert“, erklärte Kommandant Hofmann in seinem peniblen Jahresbericht, „20 Mal mussten wir zu Bränden ausrücken, elf Einsätze galten Personen in Not und Gefahr, zwölf technische Hilfeleistungen, darunter drei Verkehrsunfälle, forderten die ganze Palette der Einsatzausbildung von den Feuerwehrleuten ab. Achtmal leisteten sie Sicherheitsdienst für die gesamte Dorfgemeinschaft. 62 Männer und Frauen leisten aktiven Dienst in der Aschauer Feuerwehr; zwei Kommandanten, zwei Zugführer und acht Gruppenführer stehen für die Führung zur Verfügung, 23 Atemschutzgeräteträger und 18 Maschinisten wurden bisher ausgebildet.

625 (617) Einsatzstunden waren für diese 54 Alarmierungen zu verzeichnen, dazu kamen 750 Übungsstunden; weitere 160 Stunden waren Maschinisten und Atemschutzgeräteträger bei Lehrgängen auf Landkreisebene eingesetzt, zwölf Stunden stand der Brandcontainer für die Einsatzkräfte zur Verfügung. Bei diesen 1622 (1497) Stunden Dienstzeit wurden die MTA Lehrgänge sowie die Wartungs- und Pflegearbeiten im Feuerwehrhaus und rundherum nicht einberechnet. Alleine die 1622 Einsatz- und Übungsstunden ergäben einen kalkulatorischen Wert von 56770 Euro, so Kommandant Hofmann, das leisteten die Aschauer Feuerwehrleute „für ein Dankeschön oder auch keins“.

Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung wurden Toni Anner junior, Christian Fischer und Michael Feistl in die aktive Mannschaft verpflichtet. Lorenz Hofmann wurde zum Oberfeuerwehrmann befördert. Tobias Brinkmann, Frank Simon, Hans Rucker und Franz Scheck erhielten die Streifen des Hauptlöschmeisters, der stellvertretende Kommandant Fabian Schneikart ist ab sofort Brandmeister.

„Die Aschauer Feuerwehr ist im Dorf ständig präsent“, stellte Vorstand Franz Scheck in seinem letzten Jahresbericht fest. Er dankte allen Mitgliedern für ihre Arbeit, sowie allen Gönnern und Spendern des Vereins; „der Verein nahm an allen Veranstaltungen in Aschau und rund ums Dorf teil; ein ganz besonderer Tag war die Fahrzeugweihe unseres HLF 20“. Der Verein erhielt großzügig Spendengelder aus dem gesamten Gemeindebereich, die – wie von den Spendern gewünscht – sofort wieder in die Ausstattung der Aktiven investiert wurden. „Die Aschauer haben in den vergangenen Jahren beim Hochwasser gesehen, was ihre Feuerwehr leisten kann und wollen mit ihrem Geld dabei helfen, dass es noch besser geht“. Scheck und Bürgermeister Solnar bedankten sich bei den Aschauern, für diese schnelle und unbürokratische Förderung der dorfeigenen Einsatzkräfte. Der Rathauschef lobte als Dienstherr der Feuerwehr den Feuerwehrverein auch für die Übernahme der Kosten von Ausrüstungsgegenständen und Material. Die Aschauer Vereinsführung sei immer bestrebt, die Ausrüstung und Ausbildung der aktiven Wehr auf dem neuesten Stand der Feuerwehrtechnik zu halten. „Unsere beiden Feuerwehren sind gut ausgestattet, beim Ehrenamt darf man nicht sparen“. Der Bürgermeister dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Sachrang und grenzüberschreitend mit der Tiroler Feuerwehr vom Niederndorferberg, sowie vor allem für die Jugendausbildung. „Wir bedanken uns für die Präsenz der Feuerwehr im täglichen Leben, ein Leben im Dorf ist ohne die Feuerwehr nicht möglich!“

Bericht und Foto: Heinrich Rehberg

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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