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Freizeit-Tipp: Hochmiesing nahe der Rotwand

Nördlich der Rotwand erhebt sich der Hochmiesing, ein breiter, massiger Buckel hoch über Geitau. Von dem eigenartigen Namen soll man sich nicht beirren lassen, denn er verdankt ihn von der Miesebene (Mieseben), das ist die flache Ebene im Tal rund um den Segelflugplatz. “Mies” bedeutet so viel wie “Moos”. Er ist nicht so stark frequentiert wie die Rotwand, obwohl er relativ leicht zu erreichen ist. Sein latschenbedeckter Gipfel ist recht ausgedehnt, flach, und bietet eine gute Fernsicht in alle Richtungen. Da wir eine Runde gehen wollen, erfolgt der Abstieg dann zur Großtiefenalm und zum Soinsee, einem weiteren Highlight dieser Runde.

Insgesamt ist diese Wanderung mit einem Forststraßenhatscher zwar etwas lang, jedoch technisch einfach und ohne besondere Schwierigkeiten. Wer es kürzer und einfacher mag, kann vom Spitzingsee mit der Taubensteinbahn (kein Winterbetrieb) auffahren und über das Taubensteinhaus und die Kleintiefentalalm auf einfachen Pfaden wesentlich kürzer zum Gipfel wandern (Höhenunterschied im Aufstieg 400 m).

Start:

Wanderparkplatz Geitau nähe Segelflugplatz 780 m, der Ort liegt zwischen Bayrischzell (Osterhofen, Wendelsteinbahn) und Aurach.

  • Wegpunkt für’s Handy: N47 41.238 E11 57.628

Die Tour:

Vom Wanderparkplatz in Geitau geht es zuerst einmal entlang des Segelflugplatzes flach dahin. Nach dem Ende des Flugplatzes passieren wir kurz hintereinander zwei Gabelungen und halten uns jeweils rechts, also nach Süden. Nach ca. 300 Metern zweigt rechts unser Weg in den Krottenthaler Graben Richtung Taubensteinhaus und Klientiefenthal-Alm ab (geradeaus ginge es weiter zur Niederhofer Alm). Die nächsten 5,5 km verlaufen nun etwas eintönig, meist durch Wald auf der Forststraße. Abkürzungen durch Steige gibt es nicht. Die Abzweigung auf 1450m zum Taubensteinhaus lassen wir rechts liegen. Nachdem sich das Gelände lichtet, erreichen wir die Kleintiefenthal-Alm. Hier endet die Fahrstraße und ein Schild verweist 50 Minuten zum Hochmiesing. Auf diesem guten Weg steigen wir über Wiesen zuerst zum Miesingsattel empor. Dort, auf 1700 m, zweigen drei Bergwege ab: Rechts führt der schwierige Kriegersteig zum Gipfel der Rotwand. Geradeaus geht es wieder bergab zur Großtiefentalalm und zum Soinsee, unserem späteren Abstieg. Den Gipfel des Hochmiesing erreichen wir auf dem linken, gut erkennbaren Weg durch Latschengassen in einer knappen halben Stunde.
Er ist sehr flach und bietet Platz für viele Wanderer. Trotzdem ist er bei weitem nicht so überlaufen wie die gegenüber liegende Rotwand. Der Blick reicht in unmittelbarer Nähe hinunter zum Soinsee, links darüber auf den Dürrmiesing und im Süden auf die dominierende Rotwand. Aufgrund seiner Höhe und der Lage direkt am Alpenvorland können wir bei guter Fernsicht Berge des Bayerischen Waldes entdecken, während wir nach Süden das Rofangebirge und den Alpenhauptkamm mit den Zillertaler Alpen entdecken.
Der Abstieg erfolgt wieder zum Miesingsattel, wo wir uns nun links halten und zur Großtiefentalalm absteigen. Von ihr aus folgen wir der Forststraße zum Soinsee. Der grüne Bergsee lädt im Sommer zu einem frischen Bad ein, so wie es einst auch der Problembär Bruno tat. Über die Schellenbergalm (im Sommer bewirtschaftet) führt die Forststraße nun weiter bis in die Nähe des Flugplatzes Geitau. Auf dem bekannten Weg gelangen wir dann zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Informationen kompakt:

  • Erreichter Gipfel: Hochmiesing 1882 m
  • Dauer: ca. 7 Std.
  • Höhenunterschied ca. 1120 hm
  • Schwierigkeit: leicht, aber lange Forststraße

Weitere Info und GPX-Track:  www.roberge.de/tour.php?id=1277.

Text und Fotos: Reinhard Rolle

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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