Brauchtum

Ehrungen beim Trachtenverein Hohenaschau

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Seit 80 Jahren sind Resi Georg und Helene Scheller Mitglied beim Trachtenverein „D´ Griabinga Hohenaschau. „Leider können beide heute nicht mit dabei sein“, so Vorstand Claus Reiter beim Adventhoagascht im Gasthaus Brucker. „Mit gerade einmal 17 Jahren traten sie 1937 in den drittältesten bayerischen Trachtenverein ein, damit sie an der großen Kreuzfahrt der „Wilhelm Gustloff“ teilnehmen konnten. Acht Aschauer Trachtenpaare wurden damals von der Organisation KdF ausgesucht, um den Gästen aus ganz Deutschland an Bord des Kreuzfahrschiffes Brauchtum aus dem Süden zu zeigen. Die beiden sind die letzten, die von der großen Fahrt des damaligen Traumschiffs noch berichten können“. Claus Reiter wird beiden ihre Ehrenurkunde zuhause überreichen.

20 Jahre darauf konnte der Hohenaschauer Trachtenverein nach dem Krieg dann schon wieder auf gefestigte Strukturen zurückgreifen, „für die jungen Leute gehörte es einfach wieder dazu, beim Trachtenverein aktiv zu sein“, erinnerten sich Rosemarie Anner und Irmgard Graf. Gretl Hefter konnte am Hoagascht nicht teilnehmen. Claus Reiter und übergab ihnen die Urkunde mit dem goldenen Abzeichen für 60 Jahre aktive Vereinsmitgliedschaft.

Gerhard Glaser und Andreas Pertl sind seit 50 Jahren Mitglied bei den Hohenaschauern und erhielten das goldene Abzeichen mit der Ziffer 50. Seit 25 Jahren sind Walter Fritscher, Hans Moosbauer und Andreas Wörndl Mitglieder im Aschauer Traditionsverein, sie erhielten das silberne Vereinsehrenzeichen.

„Jung und alt miteinander ist das Motto unseres Chiemgaualpenverbands und nur im Miteinander von jung und alt geht es im Vereinsleben. Es ist immer wieder etwas Besonderes“, so Vorstand Reiter, „wenn ein so „alter“ Verein wie die „Griabinga“ mit seinen 133 Jahren verdiente Vereinsmitglieder für ihre lebenslange Treue zum Verein und ihre ehrenamtliche Mitarbeit mit dem Ehrenzeichen und der Verdiensturkunde ehren darf“. Er bat alle sich nach dieser Ehrung nicht auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern sich auch weiterhin ums Vereinsgeschehen zu kümmern. Das Gaufest sei in diesem Jahr in Rottau, da wolle der Verein wieder groß aufzeigen.

Vorstand Reiter bedankte sich bei allen, die sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten um den Verein verdient gemacht haben. „Unser Verein – der drittälteste Trachtenverein in Bayern – könnte so nicht bestehen, wenn sich in über 130 Jahren nicht immer wieder Leute gefunden hätten, die bereit waren, auch im Stillen mitzuarbeiten – für „ein Dankeschön“ oder auch keins“.

Zum Adventshoagascht trafen sich die Hohenaschauer Trachtler im vollbesetzten Vereinslokal Gasthaus „Brucker“ zu ein paar besinnlichen und gemütlichen Stunden. Hartl Pehse stimmte alle mit heiteren und besinnlichen Geschichten auf die bevorstehende Vorweihnachtszeit ein, Musikwart Michael Stein holte zur musikalischen Umrahmung des Abends die Geschwister Rauch aus Atzing und eine Dirndlgruppe aus dem eigenen Nachwuchs in den Gasthaus Brucker.

Bericht und Foto: Heinrich Rehberg – Rosemarie Anner und Irmgard Graf (von links) sind seit 1957 Mitglied im drittältesten bayerischen Trachtenverein „D´ Griabinga Hohenaschau

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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