Freizeit

Das Holler- und Kräutertal in Fischbachau im Leitzachtal

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das Leitzachtal als Holler- und Kräutertal: Mit diesem Thema beschäftigt sich der Arbeitskreis „Kräuter-Kraft-Natur“. Vor und zwischen traditionellen Fischbachauer Bauernhöfen wachsen viele Hollerstauden und Wildkräuter – beide stehen nicht nur auf dem Speiseplan, sondern gehören auch in die Hausapotheke.  Ziele des Arbeitskreises ist es, alte bayerische Handwerkskunst kennenzulernen, in die Welt der Wildkräuter und des Hollers einzutauchen, kulinarische Schmankerl zu genießen sowie kulturelle oder meditative Wanderungen zu erleben.

Holler, Kräuter und eine enge Verbindung zur Natur sind im Leitzachtal mit seiner ursprünglichen Schönheit tief verwurzelt. Auf den sanften Hügeln des Miesbacher Oberlandes oder vor der Kulisse des Mangfallgebirges finden sich viele Wildkräuter, so zum Beispiel Giersch, Löwenzahn, Kümmel, Schafgarbe oder Spitzwegerich. Lange Zeit wurden sie als Unkraut verkannt, doch inzwischen ist das Bewusstsein über ihre geschmackliche und heilsame Wirkung stark gestiegen. Der Holler, der im Leitzachtal oft zu finden ist, wird besonders verehrt. Schließlich versprechen sowohl seine Blüten als auch seine Beeren echten kulinarischen Genuss.

Seit sieben Jahren gibt es einen Arbeitskreis „Kräuter-Kraft-Natur“

Die Kraft der Kräuter hat im beschaulichen Leitzachtal eine lange Tradition. Seit Jahrhunderten werden Kräuter gesammelt, sowohl zur Nahrungszubereitung als auch für medizinische Zwecke bei Mensch und Tier. Besonders der Holler wurde als grüne Hausapotheke besonders geschätzt. An diese Tradition anzuknüpfen und den Feriengästen und Tagesausflüglern mit besonderen, an der Natur ausgerichteten Freizeitangeboten einen unvergesslichen Aufenthalt in Fischbachau zu bieten, das war die Idee von Josef Obermaier, dem Vorsitzendem des örtlichen Verkehrsvereins. Schnell hatte er engagierte Mitstreiter – von Kräuterexperten und Kräuterpädagogen über Landwirte und Künstler bis hin zu Therapeuten und Kommunalpolitiker – für die Idee gewinnen können.  Josef Obermaier, selbst Anbieter von „Urlaub auf dem Bauernhof“ und engagierter Kommunalpolitiker, war lange Zeit die treibende Kraft des Arbeitskreises. Zusammen mit   Bürgermeister Josef Lechner kümmerte er sich um die Finanzierung des Projekts. Tatkräftig unterstützt wurde er von Brigitte Abels, die mit ihrem außerordentlichen Engagement die Ideen des Arbeitskreises umsetzte. Sie entwarf Flyer, übernahm die Pressearbeit und viele Aufgaben bei der Organisation des ersten Hollerblütenfestes und der Kräutermärkte. Auch trug sie die Rezepte und Geschichten für das „Fischbachauer Hollerbuch“ zusammen, das im Frühjahr 2020 erschien. Der Arbeitskreis „Kräuter-Kraft-Natur – unser Leitzachtal“ ist seit fast sieben Jahren aktiv. Inzwischen hat Brigitte Appelt die Leitung des Arbeitskreises übernommen. Sie wird zusammen mit dem „harten Kern“ des Arbeitskreises weiterhin Ideen entwickeln und umsetzen, so dass es auch fortan Angebote rund um Leitzachtaler Kräuter geben wird. Interessantes hierzu wird in der alle zwei Monate erscheinenden Gästezeitschrift „Hollerbeerl“ festgehalten.

Der Kräutermarkt am Maria-Himmelfahrts-Tag ist der Höhepunkt

Zu den jüngsten Aktivitäten des Arbeitskreises gehörte am Festtag „Maria Himmelfahrt“ die Teilnahme an der Kräuterweihe bei der Wallfahrtskirche Birkenstein. Die dabei geweihten Kräuter wurden von den Arbeitskreismitgliedern Rita Fesl und Vroni Bernlochner auf dem anschließenden Kräutermarkt gegen Spenden abgegeben. Heuer kommen die Spenden dem Missionskreis Fischbachau zugute, der die Missionsarbeit von Schwester Leontine in Bolivien unterstützt, einer gebürtigen Fischbachauerin. Der Kräutermarkt am „Frauentag“ soll auch zukünftig der Höhepunkt des Arbeitskreises bleiben und wird inzwischen von der Touristinformation Fischbachau organisiert. Und bleiben soll auch der Respekt vor der Natur, nicht umsonst ist überliefert, dass früher die Leute vor einem Hollerbusch und aus Respekt den Hut gezogen haben.

Beitrag entstand in Kooperation mit dem Wendelstein Anzeiger – www.wendelstein-anzeiger.de

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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