Leitartikel

Bernauer Theatergenüsse

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die Volksbühne ist immer für eine Überraschung gut. Dieser Tage hat das Ensemble mit dem Stück „De drei Saubären“ von Thomas Brückner im gut gefüllten Kampenwandsaal Premiere gefeiert und die Erfolgstradition fortgesetzt.

Die urige, derb-komische Bauernkomödie bietet reichlich Stoff für Situationskomik und aberwitzige Szenen, was die die Akteure mit ihrer Spielleidenschaft und Wortgewalt aber noch steigern. Die Rollen sind wie zugeschnitten auf die Komödianten – eine großartige Ensembleleistung. Überragend die drei „Saubären“ Martin Weidenspointner, Willi Osterhammer und Mike Hartl und ihre Haushälterin Claudia Schlosser; aber auch die übrigen Spieler (Pfarrer Gerald Hofmann, die verwitwete Nachbarin Alexandra Bauer, Bürgermeister Robert Weingartner, die Wahrsagerin Irmi Fischer, die Versicherungsvertreterin Marianne Hintler und die reiche Witwe Monika Rechl) leben sich in dem Stück so richtig aus und zeigen großen Körpereinsatz. Lang anhaltender Beifall krönte die erste Aufführung. Nicht nur die Charaktere und Rollen sind stimmig, sondern auch das gelungene Bühnenbild, die verwendeten Requisiten, wie die zerrissene Kleidung oder die Möblierung der heruntergekommenen Bauernstube.

Der Inhalt des Stücks ist schnell erzählt: Drei unverheiratete Brüder leben auf ihrem abgewirtschafteten Hof ungewaschen und abgerissen, aber doch zufrieden dahin – drei echte Saubären und „Gloifen“ halt. So sehr sich die Haushälterin auch bemüht, keiner der Brüder denkt nur im Entferntesten ans Heiraten. Der Ort bewirbt sich auf Betreiben des Bürgermeisters für „Unser Dorf soll schöner werden“ und da steht der Hof, vor allem der heruntergekommene Stadel, im Weg. Abreißen oder Herrichten – für beides fehlt das Geld. Aber notfalls ein reiche Frau heiraten, das wäre nun wirklich der allerletzte Rettungsanker …

So übersichtlich die Handlung auch ist, was die Spieler in gut zwei Stunden alles an Einsatz, Gaudi und Sprachgewalt hineinpacken, ist echte Volksschauspielkunst und das Publikum quittiert es mit vielen Lachern und Zwischenapplaus. Und dennoch endet das Stück ganz anders, als man meint!

Weitere Aufführungen finden im Kampenwandsaal in Bernau donnerstags noch am 22. und 29. August, sowie am 5. und 19. September, sowie am Mittwoch, dem 11. September jeweils um 20 Uhr statt, Saalöffnung ab 19 Uhr. Tischkartenreservierungen sind bei der Tourist-Info, Telefon 08051/986820 oder bei Gerald Hofmann, Telefon 08051/7488 möglich. Anfragen auch per E-Mail an hofmann.bernau@t-online.de.

Bericht und Bilder: Georg Leidel

 

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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