Natur & Umwelt

BaySG und LfL packen den Klimaschutz auf Moorstandorten gemeinsam an

Das Problem ist bekannt: trockengelegte Moore setzen klimaschädliche Treibhausgase frei. Obwohl sie nur knapp vier Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Bayern ausmachen, verursachen sie fast ein Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen der bayerischen Landwirtschaft. Der Wasserstand muss angehoben und die Bewirtschaftung umgestellt werden, um Emissionen landwirtschaftlich genutzter Moore zu mindern. Wie dies gelingen kann, untersucht das Projekt „Moorverträgliche Bewirtschaftungsmaßnahmen“ unter Federführung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Auf der Versuchsstation Karolinenfeld der Bayerischen Staatsgüter (BaySG) werden in einem innovativen Ansatz die vorhandenen Dränagesysteme, ehemals zur Entwässerung der Flächen angelegt, so gesteuert, dass die Flächen regelbar vernässt werden können. Nur für die Mahd und andere Bearbeitungsschritte wird der Wasserstand zeitweise so weit abgesenkt, dass eine Bewirtschaftung möglich ist.

Dabei ergeben sich vielfältige Fragestellungen: Welche Futterpflanzen liefern trotz hoher und wechselnder Wasserstände verwertbare Erträge? Wie ist die Tragfähigkeit der Böden? Und welche Maschinen eignen für die Bewirtschaftung? Ein wichtiger Aspekt ist die Erprobung völlig neuer Nutzungsrichtungen von Paludikulturen. Messungen der Treibhausgasemissionen durch die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf stellen die Erfolgskontrolle der eingeleiteten Maßnahmen dar.

LfL-Präsident Stephan Sedlmayer und BaySG-Geschäftsführer Anton Dippold informieren sich bei einem gemeinsamen Besuch in Karolinenfeld über den aktuellen Stand des Projektes. „Unser Ziel ist es, Moorbodenschutz und landwirtschaftliche Nutzung zu vereinen. Dazu bündelt die LfL gemeinsam mit der BaySG, Partnern aus Hochschulen und bundesweiten Einrichtungen ihre Forschungsaktivitäten am Standort Karolinenfeld“, so LfL-Präsident Sedlmayer. „Wir werden den BaySG-Standort Karolinenfeld entsprechend den neuen Anforderungen umgestalten und so für die Forschung zum landwirtschaftlichen Moorbodenschutz ein optimales Umfeld schaffen“, so BaySG-Geschäftsführer Dippold. „Als Staatsgut haben wir darüber hinaus die Aufgabe, vorbildhaft und beispielgebend für die landwirtschaftliche Praxis zu arbeiten.“

Das Projekt wurde bereits 2021 gestartet. Mittlerweile sind Grundwasserpegel in Betrieb genommen worden. Seit dem Jahreswechsel erfasst ein Messwehr großflächig den Gebietswasserhaushalt und in den Dränagen wurden Vorrichtungen zur geregelten Wasserstandsanhebung verbaut. Landwirte und Landwirtinnen, die angrenzende Flächen bewirtschaften, sind über die Ziele und Risiken des Vorhabens informiert und stehen im Austausch mit den Projektmitarbeitenden.

Weitere Informationen zum Projekt „Moorverträgliche Bewirtschaftungsmaßnahmen“ unter www.lfl.bayern.de/moorbewirtschaftung.

Bericht und Foto: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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