Corona-Krise

Bayer. Schutzmasken-Versorgungssicherheit

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Die niederbayerische Zettl Group aus Weng im Landkreis Landshut kann ab sofort FFP2-Atemschutzmasken herstellen. Die notwendige Zertifizierung wurde im Beisein von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber überreicht. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat den Zusammenschluss mehrerer bayerischer Unternehmen zum so genannten Maskenverbund Bayern und die Aufnahme einer bayerischen Maskenproduktion von Beginn der Coronakrise an unterstützt: „Das Ziel einer eigenen bayerischen Produktion von medizinischer Schutzausrüstung ist jetzt Realität geworden. Wir erleben heute einen wegweisenden Schritt in Richtung bayerischer Selbstversorgung mit der Inbetriebnahme einer vollautomatisierten Fertigungsanlage für zertifizierte FFP2-Masken hier in Weng. Als Wirtschaftsminister freue ich mich sehr, dass wir im Freistaat Unternehmen wie Zettl haben, die in Krisenzeiten bereit sind, in neue Geschäftsmodelle zu investieren.”

Aiwanger betont: “Die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik war erfolgreich. Vom Vliesstoff bis zur fertigen Maske mit DEKRA-Zertifizierung haben die Unternehmen im Maskenverbund Bayern in wenigen Monaten eine funktionierende Produktion und Lieferkette aufgebaut. Dadurch ist sowohl für die Gesundheit der Bevölkerung als auch für die Arbeitsfähigkeit der Wirtschaft eine große Leistung vollbracht worden. Wir sind damit nicht mehr von überteuerten Importen abhängig. Ich danke im Namen der bayerischen Staatsregierung allen Beteiligten für diese großartige Leistung.“

Laut Prüforganisation DEKRA ist die Maske von Zettl das beste Produkt seit Beginn der Coronapandemie. Herkömmliche FFP2-Masken filtern bis zu 94 Prozent der Partikel. Die Maske von Zettl filtert 99 Prozent und ist damit nahezu so gut wie eine FFP3-Maske – es fehlen nur 0,01 Prozentpunkte zur höheren Einstufung. Die Maske ist zudem ab sofort der Benchmark für die DEKRA bei der Zertifizierung für Atemschutzmasken.

Mit der Inbetriebnahme der Fertigungsanlage können monatlich 2,5 Millionen Masken des Modells „Zettl Futurus“ hergestellt werden. Mit Beginn des nächsten Jahres steigt die Produktion auf 6 Millionen, langfristig soll die Kapazität bei bis zu zehn Millionen Masken pro Monat liegen. Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat den Zertifizierungsprozess begleitet. Bayerns Umwelt- und Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber: “Corona hat uns gezeigt: Wir brauchen bei Schutzgütern eine heimische Produktion zur Krisenvorsorge. Wir stehen in der Verantwortung, der Freistaat muss seine Bürger verlässlich schützen. Wir haben jetzt zusammen mit der Wirtschaft eine Win-Win-Situation geschaffen, von der die Menschen in Bayern nachhaltig profitieren. Die Produktion von FFP2-Masken in Bayern ist eine Erfolgsgeschichte, in sechs Monaten von der Idee zum zertifizierten Produkt. ‘Made in Bavaria’ gilt jetzt auch für Schutzmasken. Ein großer Erfolg, den wir in engem Schulterschluss – Unternehmen, Politik, Wissenschaft, medizinische Einrichtungen – erreicht haben. Mit der Bayerischen Prüfstelle für Schutzgüter  und den Gewerbeaufsichtsämtern können wir zudem unsichere und ungeprüfte Waren so schnell wie möglich aus dem Verkehr ziehen. Der Schutz der Bevölkerung hat oberste Priorität.”

Reinhard Zettl, Geschäftsführer der Zettl Group: „Wir wollen eine bayerische Produktion von Atemschutzmasken mit neuem Qualitätsstandard und besseren Produkteigenschaften etablieren. Dieses Ziel haben wir mit der Prüfung und Zertifizierung durch die deutsche Prüforganisation DEKRA, einer rein deutschen Lieferkette und mit den jetzt verfügbaren Produktionskapazitäten erreicht. Somit machen wir Bayern teilweise auch wieder unabhängig vom Weltmarkt. Alle zur Erstellung der Produkte notwendigen Lieferanten sind ausschließlich in Bayern oder Baden-Württemberg angesiedelt. Durch diese lokale Lieferkette sind die Materialversorgung, eventuelle Reparaturen sowie die Ersatzteilversorgung der Anlagen jederzeit sichergestellt.“

Die Unternehmen Sandler in Schwarzenbach an der Saale, PIA Automation in Amberg und Zettl Group haben im Mai 2020 den Maskenverbund Bayern gegründet und gezeigt, was unternehmerische Initiativen ohne bayerische Subventionen erreichen. Bereits im August wurde eine neue Produktionsanlage für Masken-Vlies bei der Firma Sandler in Betrieb genommen.

Bericht: Bayerisches Wirtschaftsministerium

Foto: Von links: Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Firmenchef Reinhard Zettl und Umwelt- und Verbraucherminister Thorsten Glauber. Fotonachweis: (c) StMWi / E. Neureuther

Redaktion

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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