Corona-Krise

Bayer. Förderpreis für Corona-Therapiestrategie

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Der erste Förderbescheid im Rahmen der 50 Millionen Euro starken Bayerischen Therapiestrategie geht an die Pieris Pharmaceuticals GmbH aus Hallbergmoos. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die gesundheitlichen Folgen der Corona-Pandemie werden die Menschen und unser Gesundheitssystem noch lange begleiten. Bayerns Biotech- und Pharmaunternehmen sind deshalb ganz vorne mit dabei, um neue Medikamente und Therapien zu entwickeln. Mit der Förderung durch die Therapiestrategie des bayerischen Wirtschaftsministeriums geben wir finanziellen Rückenwind für besonders innovative Forschungsprojekte. Wir sind vom großen Potential des Wirkstoffes PRS-220 überzeugt und fördern deshalb die Medikamentenentwicklung der Pieris Pharmaceuticals GmbH mit 14,2 Millionen Euro.“

Die Bayerische Therapiestrategie fördert die Entwicklung von Medikamenten, mit denen sich potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen durch das SARS-CoV-2-Virus zielführend behandeln lassen sollen. Der Wirkstoffkandidat PRS-220 soll auf dessen Wirksamkeit bei der Behandlung von fibrotischen Lungenschädigungen als Spätfolgen einer COVID-19 Erkrankung geprüft werden. Bei mehr als einem Drittel der Patienten, die aufgrund eines schweren Verlaufs der akuten COVID-19 Erkrankung im Krankenhaus stationär behandelt werden mussten, wurden pulmonale fibrotische Anomalien festgestellt. Dies macht den Anticalin®-basierten Wirkstoff PRS-220 zu einem potentiellen Kandidaten für die Behandlung der Lungenfibrose in Folge einer SARS-CoV-2-Infektion, einer Indikation, für die es momentan keine zugelassenen Therapien gibt.

Das Biotech-Unternehmen Pieris Pharmaceuticals ging 2001 aus einer Ausgründung der TU München hervor und ist mittlerweile global tätig. Die Forschung und Entwicklung findet im oberbayerischen Hallbergmoos statt. Das Unternehmen entwickelt auf Basis seiner proprietären Anticalin®-Technologieplattform neuartige Biotherapeutika für die Behandlung von Krebs und Erkrankungen der Lunge, wie beispielsweise der idiopathischen Lungenfibrose.

Stephen S. Yoder, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Pieris: “Die Unterstützung der bayerischen Staatsregierung für die Entwicklung innovativer Medikamente ist außerordentlich bemerkenswert. Wir sind dankbar, dass wir im Rahmen der Bayerischen Therapiestrategie als einer der Zuwendungsempfänger für die klinische Entwicklung von PRS-220 ausgewählt wurden. Die Zuwendung ermöglicht es uns, die Kandidatenentwicklung signifikant zu beschleunigen und die klinische Untersuchung über das Krankheitsbild einer idiopathischen Lungenfibrose hinaus auszuweiten. Dadurch können wir einen Beitrag leisten, die globalen medizinischen Folgen der COVID-Pandemie zu adressieren“.

Wirtschaftsminister Aiwanger ergänzt: „Pieris Pharmaceuticals ist das erste von insgesamt sechs hochinnovativen Forschungsvorhaben bayerischer Biotech-Unternehmen, die vom Freistaat Bayern finanziell gefördert werden sollen. Die Antragsprüfungen laufen derzeit auf Hochtouren. Ich freue mich sehr, dass verschiedene mögliche Wirkstoffkandidaten im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Bayern entwickelt werden. Das zeigt einmal mehr die Stärke unserer Biotech- und Pharmabranche.“

Bayerische Unternehmen konnten nach dem im Dezember 2020 gestarteten Förderaufruf bis zum 31. Januar 2021 entsprechende Förderskizzen einreichen. Die durch ein unabhängiges fachliches Expertengremium empfohlenen Einreichungen wurden zur Antragsstellung aufgefordert.

Bericht und Bild: Bayerisches Wirtschaftsunternehmen – Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (links) übergibt den Förderbescheid im Rahmen der Bayerischen Therapiestrategie an Dr. Hitto Kaufmann, CSO und Leiter des Pieris Forschungs- und Entwicklungsstandortes. Foto: (c)StMWi/E.Neureuther

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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