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ADAC: Zeichen setzen gegen Gaffen am Unfallort

„Sie wollen tote Menschen sehen? Kommen Sie!“ Mit diesen Worten schockte Polizeidirektor Stefan Pfeiffer 2019 Gaffer an einer Unfallstelle und wurde dadurch bundesweit bekannt. Im Herbst 2019 startete daraufhin BAYERN 3 zusammen mit dem ADAC in Bayern, der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) und dem Landesfeuerwehrverband Bayern (LFV) die Aktion „#Gaffen geht gar nicht“ – gegen Sensationsgier und für mehr Sicherheit auf den Straßen.

Mittlerweile wurden über eine Million Aufkleber mit dieser Botschaft verteilt, jetzt hat die Kampagne sogar den German Brand Award gewonnen. „Wir freuen uns riesig über die Auszeichnung in der Kategorie „Excellence in Brand Strategy and Creation“ als besonders wertvoller Beitrag für ein wichtiges, gesellschaftspolitisches Thema“, sagte Philipp Kurz, Leitung Marketing BAYERN 3, im Rahmen des hybriden Medientermins des ADAC Südbayern zum Thema Reisesommer 2021. „Auch die starke Nachfrage nach den Aufklebern zeigt das Interesse und Bedürfnis in der Bevölkerung, hier ein Zeichen setzen zu wollen“, so Alexander Kreipl, verkehrspolitischer Sprecher des ADAC Südbayern. Deshalb wurde jetzt nachgedruckt und die Aufkleber liegen weiterhin kostenfrei in allen 30 ADAC Geschäftsstellen und Reisebüros sowie den sechs ADAC Fahrsicherheitszentren in ganz Bayern zum Abholen bereit. Diesen Sommer werden sie nochmals für alle bayerischen Mitglieder im ADAC Clubmagazin MotorWelt beigelegt. Ziel: Bis Jahresende soll die Botschaft „Gaffen geht gar nicht“ knapp zwei Millionen Mal in Bayern verteilt sein. Flankierend wird BAYERN 3 die Kampagne in Radiospots, On-Air-Beiträgen und den Verkehrsnachrichten bis in den Herbst hinein hochfahren, bewegende Berichte über Betroffene und Hinterbliebene sollen regelmäßig für Aufmerksamkeit und Emotionalisierung des Themas sorgen.

Jetzt Aufkleber abholen und gemeinsam ein Zeichen gegen Gaffer setzen

„Mit #Gaffen geht gar nicht können wir mit unseren starken Partnern eine Botschaft platzieren, die uns als ADAC wichtig ist: ein respektvoller, rücksichtsvoller Umgang aller Verkehrsteilnehmer und mobilen Menschen – ganz egal, ob sie zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind“, freut sich Kreipl. Der ADAC als Mobilitätsdienstleister und Verbraucherschützer setze hier auf das Motto „Aufklären und überzeugen statt belehren.“ Jetzt hofft er auf viele Menschen, die sich auf den Weg zum ADAC machen und sich dort den Gratis-Aufkleber abholen: „Damit unsere gemeinsame Botschaft draußen auf den Straßen noch sichtbarer wird.“

Gaffen und fehlende Rettungsgasse behindern Einsatzkräfte

Unterstützt wird die Aktion auch von Unfallopfer Kerstin Weng, die mit Freund und Kind einen schlimmen Unfall mit einem Geisterfahrer hatte. „Viele Menschen sind vorbeigefahren, ohne zu helfen – manche haben sogar ganz dreist im Vorbeifahren gefilmt“, erzählt sie. Dabei müsse doch klar sein, dass man mit einem solch rücksichtslosem Verhalten ganz hart in das Leben anderer Menschen eingreift und auch die Rettungsmaßnahmen behindert. „Es gibt moralische Grenzen – diese müssen akzeptiert und dürfen nicht überschritten werden“, betont Pfeiffer. Zudem weist er darauf hin, dass auch das Bilden einer Rettungsgasse immer noch nicht gut funktioniere und die Rettungs- und Einsatzkräfte dadurch massiv behindert werden. Damit diese jedoch schnell und ohne Behinderung zum Unfallgeschehen kommen, muss die Rettungsgasse bereits bei stockendem Verkehr gebildet werden. Und so geht`s: Auf Autobahnen und Straßen außerorts mit mehreren Fahrstreifen je Richtung weichen die Fahrzeuge auf der linken Spur nach links aus, alle anderen orientieren sich nach rechts. Da auf die Polizei noch Notarzt, Feuerwehr oder Abschleppdienst folgen können, muss die Rettungsgasse so lange offenbleiben, bis der Stau sich auflöst.

Bericht und Foto: ADAC

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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