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Aktives Repair-Cafe in Aschau i. Chiemgau

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

„Ein Wasserkocher, der nicht mehr will, ein Laptop, das nur noch Fehlermeldungen bringt oder ein simpler Triangel in der geliebten Cordhose – alles kein Grund, dass man die Sachen sofort ausrangiert und durch neue ersetzt“. Beim „ersten Aschauer After-Corona-Repair-Cafe“ in der Aula der Preysing Grundschule kamen die Besitzer älterer kaputter Geräte aller Art mit Monteuren zusammen, die das Reparieren noch gelernt haben. So gelang es ihnen tatsächlich, einigen nicht mehr funktionierenden elektrischen Haushaltsgeräten wieder Leben einzuhauchen und auch die geliebte Cordhose kann weiterhin getragen werden – der Triangel ist kunstvoll vernäht. Lediglich ein alter Regulator aus der Gründerzeit, bei dem der Stundenschlag nicht mehr ging, muss den Weg zum Uhrmacher antreten; hier fand sich kein Fachmann für eine Reparatur. Markus Piller, der Projektleiter des Aschauer Repair Cafes ist der Ansicht, dass man Dinge nicht gleich wegwerfen sollte. Vielleicht kann man’s ja noch reparieren. Seit über zwei Jahren hat er sich in der Corona Pause – zusammen mit dem Seniorenbeirat Aschau – viele Gedanken um das Weiterverwenden von Gegenständen gemacht, die nicht mehr funktionieren, aber zum Wegwerfen einfach viel zu schade sind. In den kommenden Monaten soll das Repair Cafe weiter ausgebaut werden, künftig sollen die Spezialisten wieder an jedem ersten Samstag im Monat Anleitung zur Selbsthilfe geben oder die Reparaturarbeiten gleich selbst an Ort und Stelle durchführen. „Ehrenamtliche Fachleute stehen für die Besucher mit dem richtigen Werkzeug bereit und helfen ihnen dabei ihre mitgebrachten Gegenstände zu reparieren, wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe und stellen keine Konkurrenz zu professionellen Reparaturbetrieben dar“. Die Arbeit der Helfer ist kostenlos, lediglich wenn neues Material gebraucht und eingebaut wird, muss es auch bezahlt werden.

„Vieles können wir mit einfachen Mitteln wieder zum Laufen bringen, aber eine Garantie können wir nicht geben“. Bei weitem nicht alles kann wieder repariert werden, auch wenn der Besitzer meint, so groß könne der Schaden doch gar nicht sein. „Es gibt auch Dinge, die tatsächlich endgültig und irreparabel kaputt sind. Lebensgefährliche Reparaturarbeiten mit Isolierband und Lötkolben gibt es im Aschauer Repair Cafe nicht, niemand soll durch unsachgemäße Arbeiten gefährdet werden“.

„Alle Sachverständigen hatten den ganzen Nachmittag gut zu tun“, freute sich auf Nachfrage der Vorsitzende des Seniorenbeirats Philipp Ramming, „wir hatten eine ganze Palette Fachleute in der Aula der Preysing Schule: Elektrotechniker, Fachleute für Haushaltsmaschinen und für die Holzbearbeitung, dazu eine Schneiderin, eine Fachfrau fürs Stricken und Handarbeit, sowie für die Computerfreaks. Gerade die ältere Generation hat kein Verständnis dafür, etwas wegzuwerfen, bloß weil ein kleiner, eigentlich mit wenig Aufwand behebbarer Schaden die Funktion einschränkt. So landen jeden Tag viele verwertbare Gegenstände im Müll, die mit ein paar Handgriffen wieder funktionsfähig gemacht werden könnten – wenn der Eigentümer wüsste, wie das geht. Wir wollen das Wissen der Fachleute und die defekten Gegenstände zusammenbringen und versuchen unnötige Anschaffungen soweit wie möglich zu vermeiden“.

Gut angenommen wurde der Cafe-Bereich in der Aula der Preysing Schule. Während sich die Fachleute um die mitgebrachten Gerätschaften kümmerten, tranken die Besucher einen Kaffee zum Kuchen und vertrieben sich die Wartezeit beim Ratschen. „Wir wollen die Bastler und Tüftler durch ein gutes Angebot anlocken und nach dem Abschluss der Reparaturarbeiten zum Bleiben animieren“, so Markus Piller.

Das nächste Repair Cafe in Aschau öffnet am Samstag, 7. Mai um 14 Uhr in der Aula der Preysing Grundschule wieder seine Türen.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg – Das Aschauer Repair Cafe hat – nach langer Pause – wieder jeden ersten Samstagnachmittag in der Aula der Preysing Grundschule Aschau geöffnet

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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