Corona-Krise

Weniger Hochzeiten in Bayern im Corona-Jahr 2020

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Im Corona-Jahr 2020 gaben sich in bayerischen Standesämtern insgesamt 61 138 Paare das Ja-Wort und damit 10,7 Prozent weniger Paare als im Vorjahr. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, handelt es sich hierbei um die niedrigste Zahl an Eheschließungen seit dem Jahr 2013 als 59 623 Paare den Bund fürs Leben eingingen. Den Tagesrekord meldeten die bayerischen Standesämter mit 1 955 Trauungen am 10.10.2020. Das durchschnittliche Heiratsalter der Männer belief sich auf 38,1 Jahre und das der Frauen auf 35,3 Jahre. Bei 1 260 Eheschließungen hatten die Partner das gleiche Geschlecht, wobei sich in 645 Fällen zwei Frauen und in 615 Fällen zwei Männer das Ja-Wort gaben.

Im Jahr 2020 wurden in bayerischen Standesämtern 61 138 Ehen geschlossen.[1] Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik waren das 7 363 bzw. 10,7 Prozent weniger Eheschließungen als im Jahr 2019, in dem sich 68 501 Paare das Ja-Wort gegeben hatten. Eine niedrigere Anzahl an Trauungen gab es im Freistaat zuletzt im Jahr 2013 (59 623).

Die vergleichsweise niedrige Anzahl an Eheschließungen im Jahr 2020 ist maßgeblich auf die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung zurückzuführen. Dementsprechend gab es im Vergleich zum Vorjahr in allen Regierungsbezirken Bayerns einen Rückgang der Eheschließungszahlen: die Spanne reichte von -8,5 Prozent in Unterfranken bis -11,8 Prozent in Oberbayern und Niederbayern. Auch im Jahr 2020 wurden die meisten Paare in den bevölkerungsstärksten Regierungsbezirken Oberbayern (21 109), Schwaben (9 441) und Mittelfranken (8 117) getraut. In den übrigen Regierungsbezirken wurden zwischen 4 995 bis 6 403 Eheschließungen registriert.

Insbesondere zu Beginn der Corona-Pandemie haben viele Paare auf eine Eheschließung verzichtet. So haben im April 2020, welcher vollständig in die Zeit des ersten Lockdowns fiel, mit 2 596 Eheschließungen fast 42 Prozent bzw. 1 860 Trauungen weniger stattgefunden als durchschnittlich im April in den Jahren 2016 bis 2019 (4 456). Auch im Mai 2020 gingen mit 5 241 Paaren knapp 33 Prozent weniger Paare den Bund fürs Leben ein als in den Vorjahren (7 811). Im Oktober 2020 haben mit 7 565 Eheschließungen dagegen etwa 22 Prozent mehr Trauungen stattgefunden als im Vergleichszeitraum der Jahre 2016 bis 2019 (6 183). Neben dem „Schnapszahltag“ 10.10.2020, der auf einen Freitag fiel und mit 1 955 Eheschließungen der beliebteste Hochzeitstag des Jahres 2020 war, haben vermutlich auch Nachholeffekte zur hohen Anzahl an Eheschließungen im Oktober 2020 beigetragen. Der beliebteste Heiratsmonat fiel mit genau 8 000 Eheschließungen im August jedoch auch in diesem Jahr wieder in den Sommer.

Im Durchschnitt waren die Männer 38,1 Jahre und die Frauen 35,3 Jahre alt, als sie sich das Ja-Wort gaben. Unterscheidet man nach der Art der Eheschließung, wurden in Bayern im Jahr 2020 bei 645 Ehen zwei Frauen, bei 615 Ehen zwei Männer und bei 59 878 Ehen eine Frau und ein Mann getraut. Die gleichgeschlechtlichen Eheschließungen haben damit einen Anteil von 2,1 Prozent an der Gesamtzahl der neu geschlossenen Ehen.

Der Großteil der Ehen im Freistaat wurde im Jahr 2020 zwischen Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit geschlossen (52 132 Ehen, 85,3 Prozent). Bei 7 122 Eheschließungen bzw. 11,6 Prozent der Hochzeiten hatte ein Partner eine ausländische Staatsangehörigkeit. Ehen zwischen zwei Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit machten mit 1 884 Trauungen bzw. 3,1 Prozent nur einen geringen Anteil der Eheschließungen aus.

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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