Sport & Freizeit

Wandertipp: Hemmersuppenalm und Eggenalm

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Das Gebiet unterhalb des Fellhorns ist eines der wenigen, das für jede Freizeitbeschäftigung in den Bergen und zu jeder Jahreszeit geeignet ist. Seien es die gemäßigten Wanderer, die geübteren Bergsteiger oder die Mountainbiker – hier kommt jeder auf seine Kosten. Im Winter ist die Hemmersuppenalm, das ist der Name des Almgebietes oberhalb der Hindenburghütte, ein einziges Langlaufparadies mit Loipen in jedem Schwierigkeitsgrad. Dazwischen sind Wanderwege für Fußgänger angelegt. Schneeschuh- und Skitourenfreunde steigen von der Hemmersuppenalm aus gerne auf einfachen Wegen zur Eggenalm und weiter zum Fellhorn auf. Die Eggenalm ist das gut 200 Höhenmeter weiter oben gelegene Almgebiet direkt am Fuß des Fellhorns.

Aufstieg zum Straubinger Haus

Start ist beim Parkplatz Blindau bei Reit im Winkl. Hier steigen wir in einen der Kleinbusse ein, die täglich im Halbstundentakt vom Parkplatz Blindau bis zur Hindenburghütte (1206 m) auffahren. Dadurch ersparen wir 1,5 Stunden Anstieg. Von der nach dem früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannten Hütte aus wandern wir auf dem zunächst noch asphaltierten Weg leicht bergauf, bis wir nach wenigen Minuten die Hochfläche mit dem eigentlichen Almgebiet erreichen. Hier zeigen uns diverse Schilder verschiedene Ausflugsziele an. Wir schlagen den Weg Richtung „Annakapelle / Straubinger Haus“ ein. Auf halbem Weg, nach wenigen Minuten, zweigt rechts der Weg zum Sulzner Kaser ab. Bevor wir aber hier abbiegen, lohnt es sich, noch einen kurzen Abstecher von 400 Metern zur schönen Almkapelle St. Anna zu gehen, die 1906 aus Bruchstein erbaut wurde. Zurück zur vorangegangenen Abzweigung, schlagen wir jetzt den Weg zur Straubinger Hütte ein. Wir schlendern am Sulzner-Kaser (1245 m) vorbei und betreten anschließend einen Wald. Zuerst noch breit und ohne Steigung, wird der Weg bald schmaler, steigt aber nur langsam an. Bei einer Verzweigung weist ein Schild den Weg zum Straubinger Haus. Dreimal ist der Pfad für wenige Meter steil, ansonsten bleibt er harmlos, wobei man natürlich aufgrund der Wurzeln und Steine trittsicher sein sollte. Nach einer knappen Stunde Gesamtgehzeit erreichen wir wieder baumfreies Gelände und stoßen in Grenznähe auf einen Wegweiser. Wir befinden uns hier in einem Karstgelände und müssen stellenweise aufpassen, nicht in eines der kleinen Bodenlöcher, teils metertief zwischen den Karren, zu stolpern. Vom Wegweiser aus steigen wir noch eine halbe Stunde bergauf und erblicken dann hinter einer Erhebung ein Dach. Es gehört zu der Kapelle, die hier auf der Eggenalm zusammen mit mehreren Almgebäuden und dem Straubinger Haus schon fast den Charakter einer kleinen Siedlung hat. Das Straubinger Haus gehört der gleichnamigen Alpenvereinssektion und bietet von seiner Terrasse aus einen schönen Blick auf den Wilden Kaiser. Die Hütte auf 1551 m gilt als kinderfreundlich, es gibt genug Spielgelegenheiten, auf dem kleinen Spielplatz steht sogar ein Trampolin.

Aufstieg zum Fellhorn-Gipfel

Der Gipfel des Fellhorns kann ab dem Straubinger Haus unschwer, sogar leichter als der oben beschriebene Aufstieg ab der Hemmersuppenalm, in einer Dreiviertelstunde erreicht werden. Hierzu folgen wir dem Wegweiser vor der Hütte und steigen auf den südöstlich vorgelagerten Wiesenrücken. Auf seiner höchsten Erhebung angekommen, sehen wir zwar noch weit entfernt, aber nicht mehr sehr hoch, das Gipfelkreuz. Der Weg ist nicht zu verfehlen, er führt bis zum höchsten Punkt über welliges und baumfreies Gelände und steigt nur mäßig an. Bereits vor dem Gipfel fällt unser Blick rechter Hand immer wieder auf das Kaisergebirge in seiner ganzen Ausdehnung, rechts davon kommt der lange Rücken des Unterberghorns ins Blickfeld. Falls wir im Winter aufsteigen, sollten wir das Warnschild wegen der Schneewechte beachten, die sich hier jeden Winter bildet. Also bei Schnee nicht zu weit links halten! Neben dem Gipfelkreuz (1764 m) steht eine Schautafel, die uns die Lage der wichtigsten sichtbaren Gipfel aufzeigt. Besonders auffallend sind die Chiemgauer Alpen mit dem Sonntagshorn, die Loferer Steinberge und die nahe Steinplatte. Nach Süden hin fällt das Fellhorn steil ab.

Der Abstieg vom Fellhorn zur Eggenalm und weiter zum Hindenburghaus erfolgt auf dem Aufstiegsweg. Von dort nehmen wir wieder den Shuttlebus in Anspruch.

Angaben zum Weg: Wegcharakteristik: leicht, Forststraße und BergsteigGehzeit: Aufstieg 1 Std. 30 Min., Höhenunterschied: 370 hm, Orientierung: einfach

Aus dem Wanderführer „Familienwandern – Bayerische Alpen und Tirol“ https://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3475548305/robergede-21

Bericht und Bilder: Reinhard Rolle / roBerge.de

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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