Kultur

Quadro Nuevo und Prof. Harald Lesch im Lokschuppen

Anton Hötzelsperger
Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

Es ist eine einzigartige Premiere für das Ausstellungszentrum Lokschuppen: Erstmals bietet ein philosophisch-musikalischer Abend im KU’KO Rosenheim den Vorgeschmack auf eine Ausstellung. „Konzert & Talk“ heißt das Motto am 23. September um 20:00 Uhr, wenn Prof. Dr. Harald Lesch auf die Echo-Gewinner Quadro Nuevo trifft. Drei Tage vor dem Start der Ausstellung „Saurier – Giganten der Meere“ im Lokschuppen können sich die Besucher auf eine besondere Reise durch die Erdgeschichte freuen.  Wir haben Mulo Francel von Quadro Nuevo zu diesem Abend interviewt.

FRAGE: Eine Premiere im KU’KO Rosenheim: erstmals gibt es zu einer Ausstellung im Lokschuppen kein Konzert, sondern „Konzert & Talk“ mit Quadro Nuevo und Prof. Harald Lesch. Wie ist es dazu gekommen?`

Mulo Francel: Das Thema „SAURIER – Giganten der Meere“ ist spannend für eine Ausstellung. Musikalisch ist es auf den ersten Blick weniger zugänglich. Da dachte ich mir: Mach aus der Not eine Tugend! Das Verschwinden der Saurier beruht maßgeblich auf Vorgängen im All, auf Physik, auf Klimaveränderungen. Holen wir uns einen wortgewaltigen Spezialisten auf diesem Gebiet. Laden wir uns Harald Lesch ein!

Es wird eine musikalisch-wissenschaftliche Reise durch die Erdgeschichte – passend zur Ausstellung SAURIER – Giganten der Meere. Wie setzt man eine Reise durch die Erdgeschichte musikalisch um? 

Umgesetzt werden die astrophysikalischen Themen an unserem gemeinsamen Abend in erster Linie verbal. Harald Lesch kann das. Er ist großartig. Er hat die Gabe komplexe Entwicklungen mit viel Wortwitz für uns alle verständlich zu machen. Wir kommentieren und umrahmen ihn poetisch-musikalisch. Das ist neu und wir stürzen uns waghalsig in dieses Abenteuer.

      Sie haben „evolutionär veränderte“ Lieder von Quadro Nuevo für diesen Abend angekündigt. Was dürfen wir uns darunter vorstellen?  

Wir spielen Lieder, die von den Sternen und vom Mond abgeleitet sind. Wir improvisieren und lassen uns dabei von Haralds Gedankenbögen inspirieren. Die Songs klingen dadurch anders, als wenn wir sie „normal“ spielen würden.  Außerdem bringen wir ein paar ausgefallene Instrumente auf die Bühne. Die tief wogende Kontrabass-Klarinette, das große Kupferröhren-Glockenspiel, welches kosmisch anmutende Klänge erzeugt.

     Was sind für Sie die Highlights dieses Abends?

Vor einigen Monaten reiste ich durch den Iran. Das war ein sehr emotionales Erlebnis, denn im Gegensatz zur offiziellen oberflächlichen Darstellung in den Medien habe ich ein wunderbares Land mit sehr herzlichen friedfertigen Menschen entdeckt. Eine reiche jahrtausendealte Kultur, in die ich mich immer mehr eingelesen und vor allem eingehört habe. Dabei entdeckte ich eines der bewegendsten Lieder: den alten persischen „Dance of Stars“. Diesen entrückten Tanz der Sterne werden wir spielen.

Für Sie dürfte die Kombination aus Quadro Nuevo und Prof. Harald Lesch ja auch etwas Neues sein. Was nehmen Sie aus dieser Zusammenarbeit mit? Kann man sich von einem Wissenschaftler auch Ideen / Anregungen für die Musik holen? 

Natürlich. Wir inspirieren uns gegenseitig. Die Vorgänge im All bestimmen den Fluß unserer Klänge. Die Musik steigert die Emotionen in Harald Leschs Ausführungen – wie gute Filmmusik. Wir hatten in München und Berlin bereits gemeinsame Abende zu anderen Themen. Das klappt wunderbar.

           Die Saurier sind einst durch einen Asteroideneinschlag von der Erdoberfläche verschwunden. Wird auch dieses Ereignis musikalisch dargestellt – und wenn ja, wie? 

Ich sag jetzt mal: nein, nicht eins zu eins. Das fände ich etwas platt. Der Wissenschaftler spricht über einen implosiven Einschlag und die Musiker fabrizieren im selben Augenblick einen Riesenkrach dazu.

      Saurier faszinieren die Menschen von jeher, insbesondere Kinder sind von diesen Tieren begeistert. Welche Erinnerungen / persönlichen Verbindungen haben Sie zu Sauriern? Und haben Sie oder hatten Sie auch eine Saurierfigur zuhause? 

Ich habe stundenlang mit Dinosaurierfiguren gespielt. Die sind durch mein ganzes Kinderzimmer gewandert, durch imaginäre Meere getaucht und haben sich gegenseitig gefressen.

 

Foto: Franz Heller – Quadro Nuevo mit Prof. Harald Lesch (2. von rechts)

 

 

 

 

 

 

Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim

Rathausstraße 24, 83022 Rosenheim
„Saurier – Giganten der Meere“

Eine Ausstellung der Veranstaltungs + Kongress GmbH Rosenheim in Zusammenarbeit mit dem Senckenberg Naturmuseum Frankfurt

Laufzeit: 26.9.2019 bis 13.12.2020

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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