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Wegebau und Klimawandel: Vortrag beim Priener Alpenverein

Der online gehaltene Sektionsabend der Sektion Prien am Chiemsee im Deutschen Alpenverein am 6. Juli stand unter dem Motto „Alpiner Wegebau – Herausforderungen durch den globalen Klimawandel“. In seinem packenden Vortrag zeigte Leonhard Perl, der Wegewart der Sektion, dass die Auswirkungen der globalen Erwärmung im Alpenraum besonders stark zu spüren sind. Und es ist zu befürchten, dass sie sich weiter verschärfen werden.

Mit einer Reihe von Fotos erläuterte Leonhard Perl, wie sich der Temperaturanstieg in den Hochlagen auswirkt: Muren, Steinschlag und Felsstürze werden häufiger. Die Spuren der Erosion nehmen deutlich zu, auch durch extreme Witterungsereignisse wie Stürme und Starkregen.

Besonders augenfällig zeigt sich der Temperaturanstieg am dramatischen Rückgang der Gletscher. Es gibt kaum eine Gegend, in der sich der Klimawandel stärker bemerkbar macht als im ehemals „ewigen Eis“. Vom Schneeferner-Gletscher an der Zugspitze oder dem Schwarzmilzferner in den Allgäuer Alpen sind nur noch kümmerliche Reste übrig – keine richtigen Gletscher mehr, sondern ein paar vereinzelte Eisflächen. Mit dem Abschmelzen der Eisflanken werden klassische Routen teilweise unbegehbar oder müssen wegen Steinschlaggefahr gesperrt werden.

Wenn in Permafrost-Regionen der früher dauerhaft gefrorene Boden auftaut, kann es zu großflächigen Hangbewegungen kommen. Die betreffen natürlich auch die dort verlaufenden Wege und Steige. An Hütten, die in dieser Region gebaut wurden und keinen felsigen Untergrund haben, setzt sich das Fundament – etwa am Hochwildehaus – und gefährdet auf längere Sicht die Standsicherheit.

Auch auf den Wegebau hat dies massive Auswirkungen: Wege müssen verlegt für gesperrte Wege  Umleitungen gebaut werden, und die Pflege und Erhaltung der Wege und Steige in den Alpen wird ganz generell eine immer größere Herausforderung.

Bericht: Alpenverein   –  Foto: Hötzelsperger – Priener Hütte im Geigelsteingebiet

Anhang: Folien zum Vortrag

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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