Brauchtum

Jubiläum: 40 Jahre GTEV Immergrea Griesstätt

Veröffentlicht von Anton Hötzelsperger

G.T.E.V. „Immagrea“ Griesstätt – Festgottesdienst zum 40-jährigen Gründungsjubiläum am 11. Juli 2021- Gründerväter kämpften für ihre Idee – ein Bericht vom Jubiläumsverein;

Mit großer Freude hätten wir gerne vom 11. Juni bis 14. Juni 2021 unser 40jähriges Gründungsjubiläum gefeiert. Es wäre sicher ein schönes, griabiges, gemeinsames Fest mit unserer Feuerwehr und unseren Gebiets-, Nachbars- und befreundeten Vereinen geworden. Vieles war schon in vielen Sitzungen vorbereitet, das Festprogramm stand bereits und ein schönes gemeinsames Logo mit unserer Feuerwehr hatten wir entworfen. Leider kam dann Corona und alles wurde anders….So konnten wir unser Gründungsjubiläum nur in kleinerem Rahmen am Sonntag, den 11. Juli 2021 um 10.15 Uhr mit einem Festgottesdienst im Eckergarten feiern. Die Bevölkerung, die Fahnenabordnungen und alle Griesstätter Vereine sowie unser Patenverein Greimharting waren hierzu herzlich eingeladen. Und es wurde trotz der Einschränkungen ein würdiger und feierlicher Festgottesdienst.

Unter den Klängen der Griesstätter Musikkapelle zog der Kirchenzug zum Eckergarten und zum festlich geschmückten Feldaltar. Ja es ging einem schon zu Beginn das Herz auf, endlich wieder moi de scheene Blasmusik unserer Musikkapelle zu hören! Und wieder moi mit den zahlreichen Teilnehmern des Kirchenzuges eine Gemeinschaft zu spüren. Unser 1. Vorstand Franz Schuster begrüßte sehr herzlich H.H. Dekan Vogl, unseren Ehrenvorstand und Schirmherrn Franz Meier, die Abordnung vom Patenverein „Ratzingerhöh“ Greimharting, alle Ortsvereine, die Musikkapelle Griesstätt, Bürgermeister und Gemeindevertreter und natürlich alle unsere Vereinsmitglieder, besonders die Gründungsmitglieder sowie die Kinder mit ihren Familien, die „eahm besonders am Herzen liegen und bei dene die Zukunft des Vereins liegt“. Dann begann der Festgottesdienst, wunderbar musikalisch begleitet von der Musikkapelle und den „Griesstätter Sängerinnen“, Johanna Fischbacher und Julia Loibl, die von Kindesbeinen an unseren Verein als aktive Dirndl und als Volksmusikgruppe mitgeprägt haben. Und wie gut tat es wieder, den schönen Stimmen und Liedern der beiden zu lauschen.

Und auch die einfühlsamen Worte von Dekan Klaus Vogl taten gut. Er ging in seiner Predigt auf die Aussendung der Jünger ein. Jesus sandte sie immer zu zweit aus, um sich gegenseitig zu ergänzen und gemeinsam zu bezeugen, dass das Evangelium Kraft habe und auf dem Lebensweg verbinde. Das Gewand der Trachtenvereinsmitglieder verbindet  und bringt ein Zusammengehörigkeitsgefühl zum Ausdruck. Wichtig ist die Gemeinschaft, die eine Heimat- und Traditionsverbundenheit zeigt“. Zur boarischen Hoamat gehöre auch der Glaube und Menschen, die ihn überzeugend vertreten. Und überzeugend trug dann auch gleich eine der Ministrantinnen, alle in unserer scheena Tracht, die Lesung und unsere Fürbitten vor. Und für die Festansprache eignete sich kein anderer besser als unser Ehrenvorstand, langjähriger 1. Vorstand und Schirmherr Franz Meier und einer der drei Gründerväter unseres Vereins. „40 Jahre „Immagrea Griesstätt“ sei im Vergleich zu anderen Vereinsjubiläen eigentlich nichts Besonderes“, für unsere Gemeinde ist des jedoch eine „kulturelle Rarität“. Sehr einfühlsam erinnerte Franz Meier an die Gründerzeit, „der Gedanke einen Trachtenverein zu gründen, war vor 40 Jahren bei vielen Leuten kein Thema. Und doch kämpften die drei Gründerväter für diese Idee: Auf Initiative von unserem Ehrenmitglied Franz Breitenbach, der bei der örtlichen Raiffeisenbank beschäftigt war und eifriger und aktiver Trachtler bei „Ratzingerhöh“ Greimharting war, hatte man einen Vorplattler und Antreiber, und der blieb hartnäckig zusammen mit dem „Lunga“ Hans (Brindl) und dem „Oberhunger“ (Meier) Franz selbst. Am Freitag, den 21. August 1981 wars soweit, im Jagerwirtsaal kam es zur Gründung (107 Personen trugen sich bereits in die Gründungsmitgliederliste ein, bereits im September 1980 hatten sich 59 Personen zu einer Aussprache zusammengefunden und sich 40 Anwesende in eine Beitrittsliste eingetragen, davon wollten 11 Dirndl und 10 Burschen als Aktive tätig sein).

„Von etlichen belächelt, von vielen genau betrachtet hat der Verein die Anfangsphase sehr gut gemeistert“, so Franz Meier.  Derweil hat man die Neider schon gehört, „de machans ned lang, der foid boid wieder ausanand“. „Jedoch hat sich der Trachtenverein richtig gut entwickelt, vor allem weil der Verein das Glück ghabd hat, dass die richtigen Leut am richtigen Platz warn, sei es beim Vorplattler, bei den Jugendleitern und in der Vorstandschaft.“ Der Verein wurde nach einigem Hin und Her Mitglied im Gauverband I und mit guten Ergebnissen beim Preisplattln und Dirndldrahn sei es im Gebiet oder im Gau hat man sich den nötigen Respekt erarbeitet. „Do hod da Gauverband gschaut, 2-mal hat die Johanna Ott (jetzt Fischbacher) s’Gaudirndldrahn gwonna und jahrelang war sie und die Julia (Loibl) in der Gaugruppe und zuletzt war die Katharina Schuster ebenfalls in der Gaugruppe und 2-mal Gausiegerin.“ Unser Ehrenvorstand erinnerte nochmal an die wichtigsten Höhepunkte in unserer Vereinsgeschichte, die Fahnenweihe 1983 und 2006 das 25-jährige Vereinsjubiläum, zwei Ereignisse, die unser Vereinsleben sehr bereicherten.

Und Franz Meier hob abschließend nochmal die drei Gründerväter hervor: „Da Breitenbach Franz war immer do, sei Eifer und Einsatz, mit dem er voran ganga is, hod oiwei wieder alle beflügelt, alle ham mitgmacht, alt und jung. A Freid is gwen, wennma gseng hod, wos do entstanden ist. War ned domois da Franz Breitenbach gwen, da Brindl Hans sen. und seine Wenigkeit, dat ma heid wahrscheinlich ned so dosteh! Da Brindl Hans, ois 1. Vorstand in der Gründerzeit hod mit seina Vorbildfunktion ganz vui zum reibungslosen Gelingen beigetragen und dann war er selbst a paar Jahre 1. Vorstand“ (Anmerkung: über 24 Jahre war der Meier Franz unser 1. Vorstand). „Und jetzt hod da Griesstätter Trachtenverein das große Glück, dass mitm Schuster Franz wieder ein 1. Vorstand da is, der unermüdlich ist, wenn es um die Trachtensach geht“, und er hofft, dass er dem Verein noch lange erhalten bleibt, damit unser Verein so guat weiterbesteht. Dazu wünschte er unserem Verein: „Ois Guate, Glück und vui Nachwuchs und dass des Kulturgut und unsere Tradition weitergetragen wird.“

Dem kann man sich nur anschließen: Vergelts Gott dem jetzigen und früheren Vorständen und Vorstandschaften, allen die Verantwortung übernahmen und übernehmen, den Gründervätern, den Gründungsmitgliedern, den Kindern und Aktiven Dirndl und Buam, den Theaterspielern, den Goaßlschnoizern, allen unseren Mitgliedern und natürlich unserem Patenverein „Ratzingerhöh“ Greimharting und unserer Musikkapelle Griesstätt, denen wir freundschaftlich verbunden sind. Hoitma weiterhin guat zsamm, hoits unsan Trachtenverein die Treue und gfrein ma uns auf das lebendige Fortbestehen unseres Trachtenvereins und gfrein ma uns jetzt scho auf unser 50-jähriges Gründungsfest. Des feiert ma dann gscheid!

A bissal konnt ma a desmoi scho feiern, anschließend an den Gottesdienst machten alle Kinder und Aktiven den „Auftanz“ und gaben wirklich ein herzerfrischendes Bild ab und dann traf man sich noch in gmiatlicher Runde beim „Huber zBerg“, natürlich den Corona Bestimmungen gemäß.

Bericht und Bilder: GTEV Griesstätt – Pankraz Hanslmeier  /Alfons Albersinger

 

 

 

Über den Autor

Anton Hötzelsperger

Als freier Journalist bin ich bereits seit vielen Jahren mit der täglichen Pressearbeit für die Region Chiemsee, Samerberg und Oberbayern befasst. Mit den Samerberger Nachrichten möchte ich eine Plattform bieten für Beiträge aus den Bereichen Brauchtum, Landwirtschaft, Tourismus und Kirche, die sonst vielleicht in den Medien keinen breiten Raum bekommen würden.

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